Japan überrascht

Deutschland dominiert Mixed-Team-Springen beim Sommer-Grand-Prix in Klingenthal

Foto: SC Willingen

Angeführt von einem starken Martin Hamann gewinnt Deutschland souverän das Mixed-Team-Springen in Klingenthal. Während Österreich seiner Favoritenrolle nicht gerecht wird, überrascht Japan mit Platz zwei.

In dieser Konstellation war das deutsche Skisprung-Team noch nie im Mixed angetreten, doch am Ausgang änderte diese Tatsache nichts: Angeführt von einem stark aufspringenden Martin Hamann sprangen das DSV-Quartett, das neben Hamann aus Selina Freitag, Katharina Schmid und Andreas Wellinger bestand, in Klingenthal zum Sieg. Mit 976,2 gegenüber 932 Punkten von Japan (Sara Takanashi, Ren Nikaido, Yuki Ito und Ryoyu Kobayashi), das als Zweiter überraschte, betrug der Vorsprung satte 44,2 Punkte. Österreich (Sara Marita Kramer, Daniel Tschofenig, Jacqueline Seifriedsberger und Manuel Fettner), das nach den Einzelergebnissen vom Samstag als Favorit in das Springen gegangen war, wurde dieser Rolle nicht gerecht und schlussendlich Dritter.

„Es ist wie ein Traum, das fühlt sich so surreal an!“, strahlte Hamann nach dem Wettkampf und musste sich dann noch zu etwas äußern, was nicht allzu oft vorkommt: Vor den letzten vier Springern im Finaldurchgang fiel plötzlich in eine der beiden Bahnen der Anlaufspur das Bewässerungssystem aus. „Das passiert hier in Klingenthal vielleicht zwei oder drei Mal, sehr kurios“, schmunzelte der Sachse über das technische Problem, das jedoch keinen Einfluss mehr auf den Ausgang des spannenden, aber nicht vollends hochklassigen Springens hatte.

Norwegen zu unausgeglichen für Top-Ergebnis

Ebenfalls voll involviert im Kampf ums Podest war das Team aus Slowenien (Ema Klinec, Timi Zajc, Nika Kriznar und Anze Lanisek), musste sich schlussendlich jedoch mit Platz vier abfinden – 4,1 Punkte hinter Österreich. Lanisek, der vor dem Aussetzer der Anlaufbewässerung an der Reihe gewesen wäre, ließ sich von der Wartezeit jedoch nicht aus der Fassung bringen. Unterm Strich trennten Vortagssiegerin Klinec und ihre Landsleute nur Nuancen vom Podium.

Rang fünf belegte das norwegische Team (Anna Odine Stroem, Marius Lindvik, Thea Minyan Bjoerseth und Halvor Egner Granerud), was für weiter vorne schlicht zu unausgeglichen war. Wie schon im Einzel am Samstag blieben die beiden Frauen unter ihren Möglichkeiten, was auch Granerud mit zwei starken Versuchen nicht ausgleichen konnte. Der Gesamtweltcupsieger war es auch, der sein Team mit seinem Schlusssprung auf 137,5 Meter noch an Finnland (Jenny Rautionaho, Niko Kytösaho, Julia Kykkänen und Vilho Palosaari) vorbeibrachte, das nach dem ersten Sprung von Rautionaho sogar in Führung lag. Für die Nordlichter war Platz sechs dennoch das beste Mixed-Team-Ergebnis überhaupt.

Einen soliden Auftritt legte auch das Schweizer Quartett aus Emely Torazza, Killian Peier, Sina Arnet und Gregor Deschwanden hin. Zwar fehlten nach vorne rund 35 Punkte, der Vorsprung auf Rang acht war mit knapp 30 Punkten jedoch ebenso komfortabel und auch leistungsgerecht, da alle vier im Rahmen ihrer Möglichkeiten sprangen. Für das Team aus Italien mit Lara Malsiner, Alex Insam, Annika Sieff und Francesco Cecon war Platz acht ebenfalls ein kleiner Achtungserfolg. Ex-Kombiniererin fuhr mit ihrer neuen persönlichen Bestweite von 120 Metern im Finaldurchgang zudem einen persönlichen Erfolg ein.

Polen und Rumänien scheiden aus

Insgesamt hatten zehn Mannschaften gemeldet, somit mussten zwei bereits nach dem ersten Durchgang die Segel streichen. Auf Rang neun erwischte es dabei Polen, das vier Stunden vor dem Start kurzfristig auf Nicole Konderla verzichten musste. Die beste Polin der vergangenen Saison konnte wegen Krankheit nicht an den Start gehen und wurde von Anna Twardosz ersetzt. Sie, Natalia Slowik, Pawel Wasek und Aleksander Zniszczol verpassten das Finale um 12,8 Punkte, also gute zehn Meter.

Gänzlich chancenlos war dagegen das rumänische Quartett, wenngleich Daniela Haralambie als Startspringerin immerhin Siebte in ihrer Gruppe wurde. Mihnea Alexandru Spulber, Alessia Mitu-Cosca und Daniel Andrei Cacina konnten mit ihrer Leistung nicht Schritt halten und wurden auf den zehnten und letzten Platz durchgereicht, mit fast 140 Punkten Rückstand auf Polen.

Damit ist die Sommer-Grand-Prix-Saison beendet. Der Weltcup-Auftakt der Männer steigt dann vom 24. bis 26. November im finnischen Ruka, die Frauen beginnen ihre Weltcup-Saison eine Woche später vom 1. bis 3. Dezember in Lillehammer (Norwegen).

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Über Luis Holuch 529 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

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