Schock bei Team Österreich

Erste Corona-Fälle beim Skispringen: ÖSV-Lager zieht Konsequenzen

Foto: imago / Sammy Minkoff

Erste Hiobsbotschaft für die Skispringer in der Corona-Saison 2020/2021: Nach dem Weltcup-Auftakt von Wisla werden Österreichs Cheftrainer Andreas Widhölzl sowie zwei Athleten positiv auf Covid-19 getestet. Der ÖSV zieht Konsequenzen.

Wie der Österreichische Skiverband (ÖSV) am Mittwochmorgen offiziell bestätigt hat, gibt es die ersten Corona-Fälle im Lager der Skispringer. Nach dem Auftakt im polnischen Wisla wurden Cheftrainer Andreas Widhölzl sowie die beiden Skispringer Gregor Schlierenzauer und Philipp Aschenwald positiv getestet.

„Trotz Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen und Beachtung der strengen ÖSV-Regeln wurden bei einem Routine-Test einige Personen aus dem Lager der Skispringer positiv auf Covid-19 getestet“, heißt es in einer Mitteilung des ÖSV. Demnach zeigen Widhölzl und Rekord-Weltcupsieger Schlierenzauer aktuell leichte Symptome.

Weltcup-Mannschaft in Quarantäne

Alle drei Personen haben sich in Quarantäne begeben. Auch alle übrigen Athleten der österreichischen Mannschaft, die am vergangenen Wochenende noch in Wisla am Start waren, begeben sich in Selbst-Quarantäne.

Als rein präventive Maßnahme habe sich die sportliche Führung des ÖSV dazu entschlossen, auch keine weiteren Betreuer, die in Wisla vor Ort waren, zum nächsten Weltcup-Wochenende nach Kuusamo reisen zu lassen.

» Alle Termine im Überblick: Der Weltcup-Kalender 2020/2021 der Skispringer

„Das ist ein Rückschlag für unsere Ambitionen im Weltcup, aber die Sicherheit und die Gesundheit aller Beteiligten steht hier zu hundert Prozent im Vordergrund. Wir prüfen gerade, ob jene Athleten, die weiterhin negativ auf das Virus getestet wurden und die keinerlei Symptome zeigen, zur dritten Weltcup-Station nach Russland reisen können. Die Entscheidung ist hier aber offen. In knapp drei Wochen steht die Skiflug-WM in Slowenien auf dem Programm, darauf liegt gegenwärtig unser Hauptaugenmerk“, sagte Österreichs Sportlicher Leiter Mario Stecher.

ÖSV mit B-Kader in Kuusamo

Für den Rest des internationalen Weltcup-Trosses geht es schon am Mittwochmittag per Charterflug von München nach Kuusamo, wo am Wochenende die nächsten Einzel-Wettbewerbe auf dem Plan stehen (Event-Übersicht mit Zeitplan & Infos). Vor dem Abflug wurden alle übrigen Beteiligten negativ getestet, noch am Mittwochabend sollen bei Athleten und Betreuern dann weitere Tests in Kuusamo erfolgen. Auch macht es Hoffnung, dass die österreichische Mannschaft beim Auftakt in Wisla in einem anderem Hotel untergebracht war als die übrigen Teams.

Der ÖSV wird stattdessen mit einer B-Mannschaft im Norden Finnlands am Start sein. Florian Liegl, Gruppentrainer der zweiten Trainingsgruppe, sowie die beiden Assistenztrainer Björn Koch und Alexander Diess haben dafür Manuel Fettner, David Haagen, Timon-Pascal Kahofer, Clemens Leitner, Markus Schiffner und Marco Wörgötter nominiert.

Auch interessant: Nach einem Traumstart der deutschen Skispringer in die Weltcup-Saison bremst Horst Hüttel die Euphorie und warnt vor zu hohen Erwartungen. Lesen Sie bei skispringen.com das gesamte Interview mit dem DSV-Teammanager über den Weltcup-Auftakt unter Corona-Bedingungen.

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Über Marco Ries 714 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

21 Kommentare

  1. an das ÖSV-Team: Werdet ganz schnell wieder ganz gesund, sodaß die Sprungwettbewerbe spannend bleiben. Skispringen ohne Ösi-Springer ist wie Suppe ohne Salz. 😉 Ich bin gerade etwas verwirrt: Warum sollte der ÖSV Oberstorf austragen?

  2. Man kann nur hoffen, dass sich nicht noch mehr Springer und Betreuer angesteckt haben. Als großer Skisprungliebhaber habe ich mich auf die Springen gefreut und wäre traurig, wenn sie nicht mehr möglich wären. Deshalb wünsche ich dem österreichischen Team gute Genesung und allen anderen Beteiligten gute Gesundheit.

  3. Warum wird der Sport in Corona-Zeiten mit zweierlei Maß gemessen? Während die meisten Regionalligen im Fußball ausgesetzt sind, wird das Skispringen mit aller Gewalt weitergeführt. Die Einkommens- und Statusverhältnisse sind vergleichbar (z.T. Amateure, z.T Profis mit geringerem Einkommen).
    Und im Skispringen ist es noch kritischer: enge Mannschaftsräume, kleine Kabinen auf den Schanzenköpfen mit einer großen Anzahl von Springern, die z.T. lange warten müssen…

    Die Skisprunverbände nehmen bewusst in Kauf, dass sich die Springer infizieren können und dauerhaft erkranken! Man müsste die Verantwortlichen dafür verklagen!

    • Regionalliga und Breitensport vs. Weltcup und Spezialdisziplin. Toller Vergleich…

      Wer soll denn da welche Verantwortlichen verklagen und wozu? Nur so eine rhethorische Frage.

  4. Ich als DSV-Anhänger finde es absolut schade, dass das ÖSV-Team nicht mit springen kann. Es wird dadurch ein bisschen weniger spannend.
    Ich wünsche dem ÖSV-Team schnelle Genesung!

  5. Solche Kommentare haben hier nix zu suchen, keinem Sportler wünscht man Krankheiten an den Hals. Der Beste soll siegen, wir wollen die Besten sehen, und keine „Corona-Auswahl“ !!!

  6. Also ich bin hier echt enttäuscht, wie einseitig manche Leute die Situation betrachten. Kann das total nachvollziehen, wenn man sich über den Ausfall des ÖSV Teams freut, da die Konkurrenz dadurch natürlich schwindet. Ich bin für Norwegen und hoffe, dass das Team von Österreich noch möglichst lange ausfällt, damit die Chancen möglichst gut stehen.

  7. Ich wünsche den Ösv-Springern alles Gute.Ich will es nicht glauben, dass es Skiprungfans gibt, die sich einen Ausfall der österreichischen Konkurrenz wünschen, nur um einen kleinen Vorteil im Weltcup zu bekommen.Sportlich unfair-pfui Teufwl

    • Also ich bitte dich Herr Achim, man muss da klar zwischen dem Wettkampf und der Menschlichkeit differenzieren. Wenn man dies beherrscht gibt diese Nachricht einen außerordentlichen Grund zum feiern. Ich freue mich nun umso mehr auf den Weltcup!!!!

  8. Äußerst erfreuliche Nachricht, wenn man im Hinterkopf hat, dass Österreich unseren deutschen Springern eine große Konkurrenz bieten kann. So kann die Woche weitergehen…

  9. Die Kommentare hier sind teilweise wirklich respektlos gegenüber den Sportlern. Ich denke nicht, dass der dsv sich darüber freut dass der ösv nicht mit der 1. Mannschaft antreten kann.

  10. Jeder hat doch gesehen was die Österreicher von Abstandsregeln halten.
    Stefan Kraft, nach seinem tollen Sprung muss er gleich ohne Maske eine junge Frau im Zielbereich umarmen, was soll das ??????

  11. Es ist zu bezweifeln, ob alles richtig ist, wenn man darüber nachdenkt, dass es den Trainer als Ersten erwischt hat. Wenn es so was wie Mentaltraining gibt, da kann man sich auch in einem Chat austauschen. Schließlich muss jeder sich an Abstandsregeln halten !

  12. Einfach noch mal testen oder solange bis es negativ ist:-D…siehe Giro/Tdf/Vuelta…da haben sie das auch „hinbekommen“;). Ganz wichtig, nicht den Drosten-Test nutzen, da haste ne 50/50 Chance als völlig gesunder auch Positiv zu sein:-P.

  13. Ich finde es trotzdem cool das das ÖSV Team das Skispringen in Oberstdorf austragen wird ich bin nur gespannt wie es den ÖSV Springern gehn wird ich hoffe gut viel Glück ÖSV Team

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