DSV-Springerin überzeugt

Eva Pinkelnig schnappt Selina Freitag den Sieg in Zao weg

Foto: SV Villach

Das lange Weltcup-Wochenende in Zao endet mit einem Krimi um den Sieg. Am Ende geht dieser an Eva Pinkelnig, wenngleich sich Selina Freitag über Rang zwei freut. Mannschaftlich überzeugen vor allem die Norwegerinnen.

Viel fehlte DSV-Skispringerin Selina Freitag am Sonntagnachmittag (Ortszeit) in Zao nicht zum ersten Weltcupsieg. Statt ihr stand schlussendlich jedoch einmal mehr Eva Pinkelnig ganz oben: An ihr war nach 96 und 98,5 Metern und 230,1 Punkten kein Vorbeikommen. Und obwohl Freitag um 1,3 Punkte das Nachsehen hatte, war ihre Freude dennoch riesengroß: Denn 98,5 und 98 Meter bescherten ihr 228,8 Punkte und damit den zweiten Platz. Rang drei ging an die Norwegerin Anna Odine Stroem (95 und 96,5 m; 220,1 P.), die ein grandioses Ergebnis ihres Teams krönte.

„Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Japan-Tour so abschließen kann. Auch heute bei Nebel und Schneefall war einfach alles perfekt und im Moment passt bei mir einfach alles zusammen“, strahlte die österreichische Gesamtweltcupführende nach ihrem fünften Saisonsieg. „Ich bin einfach nur glücklich! Heute habe ich richtig Gas gegeben und war sehr dran an Platz eins. Wir haben noch einiges vor uns und ich hoffe, dass ich daran weiter anküpfen und dranbleiben kann“, resümierte Freitag nach ihrem besten Karriereergebnis.

Kramer zurück in den Top Ten

Auch unter den Norwegerinnen gab es herzliche Umarmungen, denn Silje Opseth landete nur 0,3 Punkte hinter Stroem auf Rang vier und Thea Minyan Bjoerseth gelang als fünfte ihr bestes Weltcupergebnis. Nika Kriznar wurde als Sechste einmal mehr beste Slowenin und bekam in den Top Ten Gesellschaft von Teamkollegin Nika Prevc. Zwischen den beiden Sloweninnen landete Katharina Althaus auf Platz sieben, selbst ihr fehlten gerade einmal 3,7 Punkte auf das Podest. Mit Anna Rupprecht (13.), Pauline Heßler (22.) und Luisa Görlich (24.) brachte der DSV alle Springerinnen in die Punkte.

Der ÖSV war der einzige Verband neben dem norwegischen, der drei Springerinnen unter die ersten zehn brachte: Sara Marita Kramer war als Neunte erstmals nach zuletzt fünf Springen ohne Top-Ten-Platz dort zu finden, Chiara Kreuzer sprang im Finale noch von Position 14 auf zehn vor. Jacqueline Seifriedsberger wurde 19., während Hannah Wiegele in der Qualifikation nicht über Rang 41 hinaus kam und den Einzug in den Wettkampf verpasste.

Beste Kanadierin wurde nicht etwa die Sensationssiegerin vom Freitag Alexandria Loutitt, sondern Abigail Strate als Zwölfte. Loutitt konnte im zweiten Durchgang zwar fünf Plätze gutmachen und fuhr als 15. ein ordentliches Ergebnis ein, vergab eine Spitzenposition jedoch bereits im ersten Durchgang. Dort verkürzte ihr Trainer Janko Zwitter um zwei Gates, um Bonuspunkte einzufahren, der Versuch misslang mit 88,5 Metern jedoch. Wenig Grund zur Freude hatten derweil die Japanerinnen, insbesondere nachdem Sara Takanashi im Finale wegen eines zu großen Anzugs disqualifiziert wurde. Somit wurde Yuka Seto als 14. beste Japanerin.

Drei Bestleistungen auch ohne Weltcuppunkte

Keine Punkte, aber zumindest beste Weltcupergebnisse gab es derweil für die beiden US-Amerikanerinnen Josie Johnson und Samantha Macuga, die sich beide erstmals für ein Einzelspringen qualifizierten und die Positionen 36. und 40. belegten. Die Chinesin Liangyao Wang stellte ihr bestes Weltcupergebnis mit Rang 39 ein. Die Norwegerin Eirin Maria Kvandal ging bereits in der Qualifikation gar nicht erst an den Start, wobei es sich jedoch wohl um eine Vorsichtsmaßnahme handelte.

Die Spitzenplätze im Gesamtweltcup sind weiterhin unverändert: Eva Pinkelnig führt mit 1016 Punkten vor Katharina Althaus (753) und Anna Odine Stroem (647). Dahinter folgen Silje Opseth (583) und Nika Kriunar (565). Selina Freitag ist mit 509 Punkten nun neue Sechste. Im Nationencup dominiert Österreich (2269) mit 256 Punkten Vorsprung auf Norwegen und Deutschland, die nun mit 2013 Zählern punktgleich auf Rang zwei liegen.

» Weltcup-Kalender 2022/2023: Alle Termine im Überblick (Damen)

Der Skisprung-Weltcup der Damen pausiert nun eine Woche. Die nächste Station ist vom 27. bis 29. Januar Hinterzarten im Hochschwarzwald. Auf der umgebauten Rothaus-Schanze (HS 111), welche nun die kleinste Großschanze der Welt ist, finden dann eine Qualifikation und zwei Einzelspringen statt (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 385 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

2 Kommentare

  1. schon wieder eine Top Athletin disqualifiziert nach gestern Anna Ruprecht. hört endlich zu bescheissen auf, sonst kommt zur WM in Planica das große Geheule.

  2. Herzlichen Glückwunsch an Selina Freitag. Absolut verdient. Diesmal auch mit verbesserter Landung. Top! Wenn sie so weitermacht kommt auch der erste Sieg.

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