Schwerer Sturz von Anna Odine Stroem

Josephine Pagnier gewinnt Weltcup-Premiere in Engelberg

Foto: imago / GEPA

Josephine Pagnier heißt die erste Weltcupsiegerin in Engelberg. Das spannende Finale wird allerdings von einem schweren Sturz der Norwegerin Anna Odine Stroem überschattet.

Josephine Pagnier ist die Frau der Stunde im Weltcup der Skispringerinnen: Nach ihrem gestrigen Qualifikationssieg gewann die 21-Jährige am Freitagnachmittag mit 132 und 135,5 Metern und 293 Punkten das erste Weltcup-Einzel der Frauen in Engelberg. Zweite wurde Alexandria Loutitt, die nach 128 Metern im Finale dann den neuen Schanzenrekord von 139 Metern aufstellte und mit 290,2 Punkten noch von Rang vier auf zwei vorrückte. Der dritte Platz ging an Ema Klinec mit 134 und 135 Metern und 289,4 Punkten.

„Ich habe mich einfach auf mich und meinen Plan fokussiert. Die Schanze gefällt mir sehr gut und ich bin bereit für morgen“, strahlte die Französin nach ihrem zweiten Weltcupsieg, durch den sie ihre Gesamtweltcupführung verteidigen konnte. Bis es soweit war, musste sie den Finalsprung von Klinec abwarten, der bei normaler Ausfahrt zum Sieg gereicht hätte. Jedoch geriet die Slowenin bei der Landung aus dem Gleichgewicht und musste einen Sturz verhindern, was ihr auch gelang, aber wertvolle Punkte der Kampfrichter kostete.

Schwerer Sturz von Anna Odine Stroem

Vor den letzten drei Sprüngen des Tages gab es jedoch einen Schockmoment: Anna Odine Stroem war als Viertplatzierte in den zweiten Durchgang gegangen, landete dort bei 122 Metern, verkantete und schlug hart auf dem welligen und eisigen Hang auf. Die Norwegerin musste daraufhin erstversorgt und mit einer Trage abtransportiert werden. Österreich verzeichnete derweil mit den Plätzen vier, fünf und zehn von Jacqueline Seifriedsberger, Sara Marita Kramer und Lisa Eder ein tolles Teamergebnis. Julia Mühlbacher zählte als Zwölfte mit 14 gewonnen Plätzen im Finale ebenso zu den Zufriedenen, Chiara Kreuzer belegte trotz Erkältung Rang 14.

Yuki Ito, die unmittelbar nach Stroem an der Reihe war, belegte trotz der langen Wartezeit einen guten sechsten Rang, während Jenny Rautionaho als Neunte ihr bestes Weltcupergebnis einstellte. Die gute slowenische Mannschaftsleistung zeigte sich auch an Rang sieben und acht von Nika Prevc und Nika Kriznar, sowie den Plätzen 17 und 18 von Ajda Kosnjek, die im Finale auf dem Weg zu ihrem besten Weltcupergebnis zehn Plätze gutmachen konnte, und Katra Komar. Die erst 17-Jährige Taja Bodlaj sammelte ihre erste Weltcuppunkte überhaupt und belegte schlussendlich Platz 25.

Die deutschen Skispringerinnen blieben derweil deutlich hinter den Erwartungen zurück: Katharina Schmid belegte als beste DSV-Athletin Rang 13. „Es ist noch nicht ganz so die Leichtigkeit da, die Sprünge kommen nicht optimal. Ich bräuchte noch mehr Sprünge hier, so oft sind wir ja noch nicht gesprungen“, analysierte die Dreifach-Weltmeisterin im ‚ARD-Hörfunk‘. Luisa Görlich und Selina Freitag konnten sich im Finale ebenfalls verbessern und landeten auf den Positionen 15 und 16, während Anna Rupprecht 23. wurde.

Bjoerseth und Opseth patzen

Die Ex-Kombinierin Annika Sieff aus Italien verzeichnete als Elfte ihr bestes Weltcupergebnis. Sieffs Teamkollegin Lara Malsiner erzielte mit Rang 29 ihr erstes Top-30-Resultat der Saison und profitierte dabei von einem Startverzicht von Eirin Maria Kvandal im Finaldurchgang. Die Norwegerin hatte in ihrem ersten Durchgang gleich nach dem Schanzentisch und beim Landeanflug mit einigen Turbulenzen zu kämpfen.

Unter den zehn Springerinnen, die keine Weltcuppunkte holen konnten, befanden sich mit Thea Minyan Bjoerseth (32.) und Silje Opseth (33.) zwei prominente Norwegerinnen. Auch die beiden Schweizer Vertreterinnen Sina Arnet und Emely Torazza verpassten als 35. und 39. den Sprung in die Top 30. Ebenfalls keinen Finaldurchgang gab es für ÖSV-Springerinnen Hannah Wiegele, die 36. wurde.

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Am morgigen Samstag steht für die Skispringerinnen das zweite Einzelspringen in Engelberg an. Die Qualifikation startet um 11:30 Uhr, gefolgt vom ersten Wertungsdurchgang um 12:30 Uhr (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 521 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

2 Kommentare

  1. Anscheinend gibt es durch den Rücktritt des Trainers doch größere Probleme bei den deutschen Frauen. Irgendwas scheint da ja in der Vorbereitung schief gelaufen zu sein, dass alle ihrer Form hinterher springen

    • Vor allem nachdem es ja im Sommer gar nicht Mal so schlecht aussah. Natürlich auch nicht so gut, wie davor, aber sie waren zumindest irgendwie noch dran.

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