Deutscher Sieg zum Saison-Auftakt

Juliane Seyfarth feiert ersten Weltcupsieg in Lillehammer

Foto: GEPA

In der Qualifikation um ein Haar ausgeschieden, im Wettkampf dafür ganz oben: Juliane Seyfarths Wechselbad der Gefühle hat ein vorerst positives Ende. Die Deutsche düpiert in Lillehammer die Konkurrenz und gewinnt den Saison-Auftakt.

Noch nie stand Juliane Seyfarth in einem Weltcup-Skispringen auf dem Podest, am Freitagabend dann gleich ganz oben: Mit herausragenden Sprüngen auf 98,5 und 97 Metern gewann die 28-Jährige überlegen auf der Lysgard-Normalschanze. Die Skispringerin vom WSC 07 Ruhla erzielte in der Olympiastadt von 1994 am Freitagabend insgesamt 258,8 Punkte und setzte sich damit gegen Gesamtweltcup-Siegerin Maren Lundby aus Norwegen (97 und 99,5 m; 246,2 P.) und die Japanerin Sara Takanashi (88,5 und 94 m; 240,2 P.) durch.

„Ich möchte diesen positiven Drive auch im zweiten Durchgang beibehalten“, sagte Seyfarth noch nach dem ersten Sprung im ZDF und konnte dieses Vorhaben auch in die Tat umsetzen. Zuvor hatte sie schon den Probedurchgang mit 94 Metern überlegen gewonnen. Nach dem Sieg sprudelte die Freude nur so aus ihr heraus: „Ich bin unglaublich glücklich, weil das mein erstes Podium und gleich mein erster Sieg ist. Ich bedanke mich bei meinen Trainern und meiner Familie. Es macht Spaß, hier das Triple auf der kleinen und auf der großen Schanze zu springen.“

Maren Lundby gelang bei ihrem Heimspiel im zweiten Durchgang der weiteste Sprung des Tages. Qualifikationssiegerin Sara Takanashi zeigte hingegen im ersten Durchgang Nerven, setzte dann aber im zweiten mit 94 Metern zu einer Aufholjagd an, die sie aufs Podest beförderte.

DSV-Team mannschaftlich stark

Neben Seyfarth schafften drei weitere deutsche Springerinnen den Sprung unter die besten zehn und sorgten so für einen gelungenen Auftakt. Katharina Althaus, Carina Vogt und Ramona Straub zeigten allesamt zwei ausgeglichen gute Sprünge, die ihnen zu den Plätzen vier, fünf und sechs verhalfen. Anna Rupprecht und Pauline Heßler erreichten ebenfalls den zweiten Durchgang und landeten auf den Plätzen 24 und 25. „Viel besser hätten wir als Team gar nicht in die Saison starten können“, kommentierte Carina Vogt das Abschneiden ihres Teams.

„Ich bin mega happy, dass wir hier so einen guten Einstieg feiern können“, freute sich Bundestrainer Andreas Bauer mit seinen Athletinnen. „Für Jule aber ganz besonders, das ist ein echter Meilenstein für sie und der kann viele Kräfte freisetzen“, ergänzte er im ZDF.

Beste Österreicherin wurde Eva Pinkelnig als Siebte, vor der besten Russin Liidia Iakovleva, die ihr erstes Top-Ten-Ergebnis überhaupt bejubelte. Auf den Plätzen neun und zehn landeten die beste Slowenin Ema Klinec, sowie die zweitbeste Norwegerin Anna Odine Stroem.

Bedingungen erneut unberechenbar

Auch am zweiten Tag sahen sich die Skispringerinnen im Lillehammer Olympiapark widrigen Windbedingungen ausgesetzt, zu denen sich auch Dauerregen gesellte. „Sobald eine Böe reinkommt, hast du einfach keine Chance mehr“, schilderte Anna Rupprecht ihre Erlebnisse gegenüber dem ZDF. Nachdem es in der Qualifikation am Donnerstag acht Disqualifikationen hagelte, wurde heute mit Julia Kykkänen aus Finnland lediglich eine Athletin disqualifiziert.

Mit Lara Malsiner (16.) und Elena Runggaldier (18.) sprangen auch beide Italienerinnen in die Punkte. Durchaus überraschend schaffte Weltcup-Debütantin Ingebjoerg Saglien Braaten als 27. den Sprung ins Finale, vor der Chinesin Xueyao Li.

Durch ihren Sieg führt Juliane Seyfarth nun sowohl die Weltcup- als auch die Lillehammer Triple-Gesamtwertung an.

» Aktueller Gesamtweltcup: So sieht die Weltcup-Gesamtwertung aus

Am Samstag steht der zweite Wettbewerb – ebenfalls auf der Normalschanze – an, gestartet wird um 17:15 Uhr. Die Qualifikation beginnt um 16:15 Uhr (alles live bei skispringen.com).

Über Luis Holuch 9 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

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