Zweiter Wettkampf in Sapporo

Maren Lundby verhindert deutschen Doppelsieg

Der Sieg war zum Greifen nah, doch dann schlug Maren Lundby zu: Dank eines starken zweiten Durchgangs feiert die Norwegerin beim Weltcup in Sapporo ihren ersten Saisonsieg. Das deutsche Team freut sich über gleich zwei Podestplätze.

Nach dem ersten Durchgang noch nah dran, im zweiten gab es dann kein Halten mehr: Maren Lundby gelingt beim zweiten Weltcup-Springen auf der Okurayama-Großschanze in Sapporo der erste Weltcupsieg in der WM-Saison. Mit Sprüngen auf 128 und 133,5 Meter (229,8 Punkte) distanzierte sie die Konkurrenz, wie schon am Freitag in der Qualifikation, deutlich. Dennoch war die Freude im deutschen Lager groß, schließlich kamen mit Katharina Althaus (126,5 und 126 m; 210,5 P.) und Juliane Seyfarth (128,5 und 125,5 m; 206,5 P.) gleich zwei Springerinnen auf das Podest.

So richtig ins Rollen kam der Wettkampf erst, als die Jury im ersten Durchgang entschied, den Anlauf von Startgate 18 auf 20 zu verlängern. Nichtsdestotrotz waren drei der besten Athletinnen des Winters vorne: Lundby, Seyfarth und Althaus lagen nach dem ersten Durchgang innerhalb von 3,4 Punkten – die beiden Deutschen sogar punktgleich auf Platz zwei. Im zweiten Durchgang beließ es die Jury dann bei Gate 19 und lag damit zum ersten Mal an diesem Wochenende vom Start eines Durchgangs an mit der Anlaufwahl richtig.

ÖSV und DSV runden erfolgreiches Wochenende ab

Knapp am Podest vorbei sprangen mit Eva Pinkelnig und der Siegerin vom Samstag, Daniela Iraschko-Stolz, auf den Plätzen vier und fünf gleich zwei Österreicherinnen. Pinkelnig sprang im zweiten Durchgang mit 131,5 Metern eine neue persönliche Bestweite. Ebenfalls dank eines tollen zweiten Sprungs – 134 Meter und damit Tagesbestweite – kam auch Ramona Straub noch einige Plätze nach vorne und schloss als Sechste ab. Carina Vogt verpasste als Elfte die Top Ten hauchzart, Chiara Hölzl und Anna Rupprecht erreichten mit Platz 14 und 15 solide Platzierungen.

Während Maren Lundby ihren 13. Weltcupsieg bejubeln durfte, gab es auch für ihre Teamkollegin Anna Odine Stroem Grund zur Freude: Nach Platz neun am Samstag gab es für sie heute Platz sieben – sie egalisierte damit das beste Ergebnis ihrer Karriere. Einen tollen Erfolg ersprang sich Elena Runggaldier: Die Italienerin wurde gute Neunte und sprang zum ersten Mal seit fast drei Jahren wieder unter die besten Zehn.

Japanerinnen leicht verbessert

In der Ergebnisliste eingerahmt wurde sie von Japans Vorzeigespringerinnen Sara Takanashi (Achte) und Yuki Ito (Zehnte), die sich zwar leicht verbessert zeigten, jedoch die Erwartungen erneut nicht ganz erfüllen konnten. Nozomi Maruyama erzielte mit Platz 17 ihr bestes Weltcupergebnis, mit Kaori Iwabuchi (24.) schaffte es zudem eine vierte Japanerin in die Punkteränge. Jacqueline Seifriedsberger konnte im zweiten Durchgang fünf Plätze gut machen und wurde 25..

Die Zahl der Disqualifikationen ist auch in Sapporo in die Höhe geschnellt. In der Qualifikation wurden mit Nina Lussi (USA), Ingebjoerg Saglien Braaten (Norwegen) und Yuka Seto (Japan) wegen irregulärer Sprunganzüge gleich drei Springerinnen aus dem Verkehr gezogen. Für Lussi war es die zweite Disqualifikation innerhalb von 24 Stunden, für Seto die zweite ihrer Karriere.

» Aktueller Gesamtweltcup: So sieht die Weltcup-Gesamtwertung aus

Katharina Althaus‘ Führung im Gesamtweltcup vor Maren Lundby (438 Punkte) schmolz zwar um 20 Punkte (530), ist jedoch weiterhin durchaus komfortabel. Juliane Seyfarth (356) bleibt weiterhin auf Rang drei. Für die Damen steht als Nächstes das zweite Wochenende in Japan an. In Zao finden dann zwei Einzelspringen und das erste Teamspringen der Saison statt (alles live bei skispringen.com).

Über Luis Holuch 34 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

1 Kommentar

  1. Die Leistungsdichte mag zwar noch nicht so sehr gegeben sein, dafür steht aber die Siegerin nicht schon vorher fest, was 5 verschiedene Namen in den Siegerlisten bei erst 7 Wettbewerben eindrucksvoll beweisen!

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