Favoriten-Check

Nordische Ski-WM 2019 in Seefeld: Maren Lundby? Katharina Althaus? Oder doch eine Andere?

Montage: skispringen.com

In der zweiten Woche der Nordischen Ski-WM in Seefeld dürfen nun auch die Damen ran. Wer hat die besten Chancen im Einzel und wie sieht es in den beiden Team-Springen aus? skispringen.com macht den Favoriten-Check.

Noch bis zum 3. März ist Seefeld in Tirol Ausrichter der 52. Nordischen Skiweltmeisterschaften – die zweite Wettkampf-Woche steht auf dem Programm und mit ihr die Normalschanzen-Wettbewerbe. Diese werden auf der Toni-Seelos-Olympiaschanze (HS 109) unmittelbar am Gschwandtkopf im Herzen von Seefeld ausgetragen. Diese ist für fast alle Athletinnen der Weltklasse noch unbekannt, da auf ihr noch gar kein internationales Skispringen stattfand. Zudem ist die Schanze nur im Winter nutzbar, da sie nicht mit Matten belegt ist und auch keine künstliche Anlaufspur besitzt.

Seefeld hat eine große Tradition im Skisport. Das liegt vor allem an den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976. Schon damals kämpften die Skispringer am Hochplateau von Seefeld um die Medaillen. Noch heute rühmt sich Seefeld als „Olympiaregion“. Die letzte WM im Nobelort fand im Jahr 1985 statt, 2012 war Seefeld Gastgeber der ersten Olympischen Jugend-Winterspiele. Dort sprangen die Damen jedoch auf der kleineren Nachbarschanze der WM-Schanze, einer Medium Hill mit Hillsize von 75 Metern. Die sonst übliche WM-Generalprobe in Form eines Weltcups oder zumindest Sommer-Grand-Prix‘ gab es (aus bereits genannten Gründen) hingegen nicht.

Wer wird Nachfolgerin von Carina Vogt? Führt überhaupt ein Weg an der Dominatorin des Winters, Maren Lundby, vorbei? Welches Quartett krönt sich zum Premierensieger im ersten Teamspringen bei einer Weltmeisterschaft überhaupt? Und welche Nation kann zum krönenden Abschluss im Mixed-Team den WM-Titel absahnen? skispringen.com macht den Favoriten-Check!

Top-Favoriten:

Maren Lundby (Norwegen): 17 Springen gab es in dieser Saison, ganze neun davon hat Maren Lundby gewonnen. Die Olympiasiegerin ist auf dem besten Wege ihren Gewinn des Gesamtweltcups zu wiederholen. Ihre Strategie, im Sommer erst einmal die athletische Grundlage für die längste Saison in der Geschichte des Damen-Skispringens zu legen und dafür auf Trainingssprünge zu verzichten, geht bislang voll und ganz auf. Egal, welche Schanze man ihr hinstellt: Sie ruft konstant Top-Leistungen ab, auch wenn sie laut eigener Aussage noch lange nicht am Zenit ihrer Leistungsfähigkeit angekommen ist. Es scheint als mache sie der sprunghafte Anstieg des Leistungsniveau im Damen-Skispringen nur noch stärker. Springen andere nahe dran an ihrem Optimum, so wie Katharina Althaus und Juliane Seyfarth beispielsweise in Oberstdorf, setzt Lundby noch einen oben drauf. Und sie hat mit der Weltmeisterschaft noch ihr Hühnchen zu rupfen: Vor zwei Jahren gab sie ihre Halbzeitführung noch aus der Hand und musste einen bitteren vierten Platz verdauen. An Erfahrung mangelt es der 24-Jährigen nicht, schließlich war sie im wahrsten Sinne des Wortes von Beginn an dabei: 2009 ging sie in Liberec im zarten Alter von 14 Jahren alst erste Springerin vom Bakken. Wer in Seefeld Weltmeisterin werden möchte, muss an ihr vorbei.

Katharina Althaus (Deutschland): Sie war die beste Springerin bis zur Weihnachtspause, danach „hatte ich mal gute und mal nicht ganz so gute Tage“, analysierte Katharina Althaus ihre persönliche Saison im Gespräch mit skispringen.com, mit der sie „insgesamt aber sehr zufrieden“ ist. Das darf sie auch sein, bei 17 Top-Ten-Ergebnissen in Folge, neun Podestplätzen und drei Saisonsiegen. Ihre Devise für die Wettkampfwoche in Seefeld ist: „Um die Medaillenränge mitkämpfen, alles geben und dann schauen, was am Ende dabei herauskommt.“ Eine Einzelmedaille bei Weltmeisterschaften fehlt in ihrem sonst üppig bestücktem Fundus, mit dem Mixed-Team feierte sie 2015 in Falun Gold. Dass es keine Generalprobe im Weltcup auf der Schanze gab, macht ihr jedenfalls nichts aus: „Es sind ja bloß zwei Autostunden aus Oberstdorf bis nach Seefeld und wir waren immer wieder dort und haben auf der Schanze trainiert.“ Allein dieser Erfahrungsschatz könnte eine Trumpfkarte sein, die Althaus und ihre Teamkolleginnen den Anderen voraus haben. Gerade auf den kleineren Schanzen konnte die Oberstdorferin ihre Absprungstärke ausspielen, wie beispielsweise bei ihrem perfekten Wochenende in Premanon vor etwas mehr als zwei Monaten, als sie beide Springen des Wochenendes gewann. Sollte es gleich zum Auftakt mit dem Team einen Erfolg in Form einer Goldmedaille geben, könnte auch das positive Gefühl des Sieges nochmal ganz neue Kräfte freisetzen.

Mitfavoritinnen:

Sara Takanashi (Japan): Die Beziehung von Sara Takanashi mit Großereignissen ist trotz fünf Medaillen (eine bei Olympia und zwei jeweils bei Einzel- und Teamentscheidungen bei Weltmeisterschaften) keine glückliche. 2014 flog sie nach Sotschi als haushohe Favoritin auf den Olympiasieg – und wurde Vierte. Ein Jahr, nachdem sie bei der WM in Val di Fiemme Silber im Einzel und Gold im Mixed-Team gewonnen hatte. Vier Jahre später gab es ebenfalls zwei Medaillen für die Japanerin: Bronze im Einzel und Mixed. Doch der ganz große Wurf in Form einer Goldmedaille blieb aus. Genauso wie ihre Dominanz in diesem Winter. Von der 22-Jährigen war man Siege in Serie gewöhnt, in diesem Winter ist es gerade einmal einer. Doch sie sagte nach dem Wochenende in Oberstdorf: „Mit dem Level, was ich derzeit springe, ist es ein Erfolg, wenn ich auf dem Podest lande“, und fügte an: „Gerade angesichts dessen, dass ich im Sommer bei null angefangen und alles umgestellt habe.“ Die bisherige Bilanz liest sich mit Platz drei im Gesamtweltcup und acht Podestplätzen auch alles andere als schlecht. Und trotzdem fällt ihr Name nicht in einem Atemzug mit Lundby und Althaus – was ihr großer Vorteil sein könnte. Denn seit 2013 war sie ausnahmslos als die Favoritin zu den großen Events angereist und stand am Ende nie ganz oben. Vielleicht wird dieses Mal alles anders.

Juliane Seyfarth (Deutschland): Die Thüringerin ist das zweite Ass im Ärmel des Deutschen Skiverbandes und kam zuletzt immer besser in Form. Platz vier im Gesamtweltcup (sogar mit Tuchfühlung auf Platz drei), acht Podestplätze und allen voran ihr Sieg beim Auftaktspringen in Lillehammer – so gut stand Juliane Seyfarth in ihrer langen Laufbahn noch nie da. Bundestrainer Andreas Bauer ging nach ihrem zweiten Platz beim letzten Springen vor der WM in Oberstdorf sogar so weit zu sagen: „Juliane hat hier und heute zwei nahezu perfekte Sprünge gezeigt.“ All‘ das macht sie zu einer Medaillenkandidatin. Die 28-Jährige sagt vor ihrer erst dritten WM: „Wir haben alle viel Spaß am Springen und haben den Team-Wettkampf als Einstieg, auf den wir uns alle riesig freuen. Wir können da ganz entspannt herangehen.“ Genauso tritt sie auf der Schanze auch auf, auch wenn sie nicht müde wird zu betonen, dass „jeder Sprung eine neue Herausforderung ist und ich mich immer wieder darauf fokussieren muss.“ Genau diese Mischung aus Lockerheit, „dem Kribbeln vor dem Wettkampf“ und dem Fokus aufs Wesentliche macht sie heuer so stark und kann auch in Seefeld zu Großtaten führen.

Geheimfavoritinnen:

Daniela Iraschko-Stolz (Österreich): Die Grand Dame des Skispringens ist gerade rechtzeitig zur Heim-WM genesen von einer atypischen Lungenentzündung zurück. Mehr als zwei Wochen hatte sie die Infektion im Griff, doch wenn die 35-Jährige eines in ihrer langen und überaus erfolgreichen Karriere Eines bewiesen hat, dann Comeback-Qualitäten. Sie kennt das Gefühl des Weltmeistertitels noch von 2011, als sie sich in Oslo, dem Mekka des Skispringens, zur zweiten Weltmeisterin der Skisprung-Geschichte krönte. Doch „was Größeres als diese WM im eigenen Land“ gibt es auch für Daniela Iraschko-Stolz nicht, dementsprechend groß ist die Motivation der Steirerin – erst recht nach der Zwangspause. Drei Podestplätze und zwei Siege, beide jeweils in Japan (einer in Zao und einer in Sapporo), die ihr die Wenigsten noch zugetraut hatten, sind ihre Erfolgsbilanz. Anhand der Ergebnisse ist also mit ihr zu rechnen. Doch zur Geschichte gehört eben auch ihre Ausfallzeit, durch die sie im Gesamtweltcup von Platz fünf auf neun zurückgefallen ist, und die Ungewissheit, wie es um ihre Form bestellt ist. Gleichwohl gilt: Daniela Iraschko-Stolz hat auch dann zugeschlagen, wenn von ihr nicht als (Geheim-)Favoritin die Rede war.

Carina Vogt (Deutschland): Ist die amtierende Weltmeisterin überhaupt eine Geheim-Favoritin? Kennt man die Geschichte von Carina Vogts Großtaten bei Großereignissen, dann ist sie sicher weitaus mehr. 2014 wurde sie in Sotschi erste Olympiasiegerin im Skispringen überhaupt, 2015 ließ sie in Falun diesem Erfolg noch die Weltmeistertitel im Einzel und im Mixed-Team folgen. Dieses Kunststück wiederholte sie zwei Jahre später in Lahti. Betrachtet man jedoch den Saisonverlauf, ist sie definitiv in die Kategorie Geheimfavoritinnen einzuordnen: Zwar stehen für die Fünfte des Gesamtweltcups aus den 17 Einzelspringen zwölf Top-Ten-Ergebnisse zu Buche, davon jedoch lediglich zwei Podestplätze in Zao und Rasnov. Und diese liegen jeweils bereits wieder einen Monat zurück. Vor den letzten Weltmeisterschaften hatte die 27-Jährige exakt genauso viele Top-Ten-Resultate, jedoch einen Podestplatz – nämlich einen Sieg – mehr auf dem Konto. Jedoch: Die Kombination von Carina Vogt und einem Skisprung-Großereignis sind schon seit der Bronzemedaille im Mixed-Team 2013 in Val di Fiemme eine Erfolgsformel. Für sie spricht aus Sicht ihrer langjährigen Teamkollegin und heutigen Eurosport-Expertin Ulrike Gräßler: „Sie wird immer dann gefährlich, wenn sie mehr Zeit hat, sich auf die Schanze einzustellen. Deswegen ist sie aus meiner Sicht definitiv eine Medaillenkandidatin.“

Ursa Bogataj (Slowenien): Talent besaß Ursa Bogataj schon immer. Genauso aber den Hang zur Schludrigkeit und resultierend auch daraus die verstörende und unbefriedigende Sicherheit aus genau diesem Talent zu wenig zu machen. Klar musste die 23-Jährige auch den Rückschlag wegstecken, 2014 trotz besserer Ergebnisse als denen von Teamkollegin Spela Rogelj, die schlussendlich den Vorzug bekam, nicht mit nach Sotschi zu Olympia zu fahren. Vier Jahre später durfte sie dann mit und wurde dank ironischem Windpechs nur 30.. Doch in dieser Saison läuft es für die Dame aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana: In fast jedem zweiten Springen ist sie unter den besten Zehn zu finden. In Ljubno und Oberstdorf gelang ihr das sogar gleich viermal insgesamt. Mehr noch: Es waren jeweils die Plätze drei und neun. Setzt sie diese Serie fort, kann man sein Geld ganz beruhigt auf die Bronzemedaille für Bogataj setzen. Und diese hätte historischen Wert: Denn bislang gewann noch keine Skispringerin aus Slowenien Edelmetall bei einem Großereignis – weder bei Olympia, noch bei WMs. Es wäre die Krönung einer Saison, in der nach dem Kreuzbandriss von Ema Klinec für das kleine, aber skisprungverrückte Land schon alle Felle davon schwimmen zu schienen. Und mit der Gesamtweltcupsechsten Nika Kriznar hätte man im Nachbarland Österreichs sogar eine zweite Anwärterin.

Favoriten für das Teamspringen:

Das Teamspringen ist für die Weltklasse noch nichts alltägliches, vier an der Zahl gab es bislang im Weltcup und bei Weltmeisterschaften ist es gar eine waschechte Weltpremiere. Zwar gibt es Teamspringen seit 2012 bei Junioren-Weltmeisterschaften, doch dieser Fakt wird nicht mehr als eine Randnotiz sein, eben aufgrund der Premiere. Und: Dieser Teamwettkampf wird auch gleich der Auftakt für die Damen in Seefeld sein. Sowohl die Bilanz (zwei Siege aus zwei Teamspringen in dieser Saison) als auch der Gesamtweltcupstand und am allerdeutlichsten die Nationenwertung sprechen dafür, dass das erste Gold-Quartett im Damen-Team nur aus Deutschland kommen kann. Anders als man vielleicht vor Beginn des Winters dachte, ist das zweite der beiden Teams, das in beiden Teamspringen im Winter 2018/2019 auf dem Podest stand, nicht das Team aus Japan, sondern jenes aus Österreich. Und das, obwohl Daniela Iraschko-Stolz beim zweiten Bewerb in Ljubno krankheitsbedingt nicht am Start war. Allein deshalb muss man die Gastgeberinnen fest im Blick haben – zumal sie ihrem erfolgreichen Kampf um die Aufnahme dieses Teamwettkampfs schon bei ihrer Heim-WM sicher noch die eigentliche Krönung in Form von Edelmetall folgen lassen wollen. Apropos Heimvorteil: Diesen wussten auch die beiden gastgebenden Nationen von Teamspringen im Weltcup in dieser Saison zu nutzen. So wurde Japan im heimischen Zao Dritter und Slowenien in Ljubno Zweiter. Somit sind auch diese beiden Teams im Geschäft um die Medaillenränge dabei – gerade angesichts der Trainingsleistungen, die beide Teams am Montag zeigten. Außenseiterchancen darf man auch dem Team aus Norwegen einräumen, schließlich wird das Team von Maren Lundby angeführt und hat in Anna Odine Stroem und Silje Opseth eine sichere und eine Teilzeit-Top-Ten-Springerin.

Favoriten für das Mixed-Team:

Nicht nur die außergewöhnliche Zusammensetzung der an den Start gehenden Vierer-Teams sind eine Besonderheit des Mixed, sondern auch die Tatsache, dass dieser Wettbewerb seit Dezember 2013 in den Wintern ausschließlich bei Weltmeisterschaften ausgetragen wird. Eigentlich sollte es heuer anders sein, schließlich war bis Ende Juli ein Mixed in Titisee-Neustadt vorgesehen. Doch dieses wurde auf Bestreben des Veranstalters in ein Herren-Teamspringen umgewandelt. Schlussendlich fiel das Wochenende dem Wetter zum Opfer und ganz aus. Somit gab es keine Generalprobe, sieht man mal vom Mixed beim Sommer-Grand-Prix in Tschaikowski ab. Auf den Hauptfaktor hat dieser Umstand jedoch keinen Einfluss: Die Kunst dieses Wettkampfs ist es, ein homogenes Quartett zusammen zu stellen, also zwei Damen und zwei Herren zu berufen, die idealerweise auf Weltklasseniveau springen. Vermeintlich erleichtert wird dieser Prozess für die Trainer dadurch, dass dieser Wettbewerb der Letzte im Rahmen der Weltmeisterschaften ist und man so vielfältige Eindrücke in die Entscheidung mit einfließen lassen kann. DSV-Bundestrainer Andreas Bauer sieht trotzdem ein Dilemma für sich und seine Schützlinge: „Wir haben drei Springerinnen unter den besten fünf im Gesamtweltcup, von denen ich eine draußen lassen muss. Das ist eine brutal schwierige Entscheidung.“ Womit wir elegant bei den Favoriten wären.

Legt man die Nationenwertung für beide Geschlechter als Maßstab an, führt an Deutschland kein Weg vorbei. Zwar liegt das Herrenteam des DSV auf Rang zwei hinter Polen, jedoch sind die Damen der deutschen Nachbarn nicht konkurrenzfähig genug, um den „Rot-Weißen“ Chancen auf eine Medaille zu eröffnen. Polen wird sich damit begnügen müssen, dass es erstmals überhaupt ein Mixed-Team an den Start bringen wird. Die beiden Damen des DSV wiederum, egal ob nun Vogt, Seyfarth oder gar Althaus draußen bleiben muss, sollten ihre Konkurrentinnen im Griff haben. Zudem kann auch Herren-Bundestrainer Werner Schuster aus drei Athleten auswählen, die im Gesamtweltcup auf den Plätzen neun bis elf liegen. Einer von ihnen, Markus Eisenbichler, gehörte zum Quartett, das 2017 in Lahti gewann. Der zweite Mann im Viererbunde von Lahti, Andreas Wellinger, taucht auf den besagten Plätzen gar nicht auf. Dahinter tummeln sich die drei Nationen, die im Nationen-Cup der Damen auf den Rängen hinter Deutschland liegen. Als da wären: Norwegen, Österreich und Japan. Norwegen wird eine ähnlich ausgeglichen starke Mannschaft wie Deutschland an den Start bringen: Maren Lundby wird gesetzt sein, Anna Odine Stroem vermutlich auch. Bei den Herren wird es auf Robert Johansson, Bronzemedaillengewinner in PyeongChang 2018 von der Normalschanze und Johann Andre Forfang hinauslaufen, der im selben Wettbewerb Silber gewann. Österreich muss man allein schon aufgrund des Heimvorteils auf der Rechnung haben. Sowohl die Damen, vermutlich Daniela Iraschko-Stolz und Eva Pinkelnig, als auch die beiden Herren (wovon einer in jedem Fall Stefan Kraft sein wird) haben einen Trainings- und Erfahrungsvorsprung auf der Seefelder Normalschanze gegenüber allen anderen Teilnehmern. Zudem sind Iraschko-Stolz und Kraft sicher epicht darauf, ihrer Silbermedaille von Lahti noch mehr folgen zu lassen. Ähnlich wird es auch den beiden Japanerinnen Yuki Ito und Sara Takanashi gehen. Sie werden wohl zwei neue männliche Teamkollegen an ihren Seiten haben, denn Taku Takeuchi ist gar nicht mit dabei und Daiki Ito wird es vermutlich nicht ins Team schaffen. Dafür ist Junshiro Kobayashi der Überflieger der Herren mit an Bord. Die beiden Zünglein an der Waage (womöglich Kobayashis älterer Bruder Junshiro) und Yuki Ito werden über Wohl und Wehe für Japan entscheiden. Denn insbesondere die Form Itos ist beileibe nicht so gut wie gewohnt und könnte schon zu wenig sein, wenn es gegen Deutschland, Norwegen und Österreich geht.

Da es für die Damen weiterhin keinen Wettbewerb auf der Großschanze gibt, greifen sie erst in der zweiten Woche der Weltmeisterschaft ein, wenn auf der Toni-Seelos-Olympiaschanze gesprungen wird. Den Auftakt macht das kurzfristig anberaumte Teamspringen, das am Dienstag, 26. Februar um 16:15 Uhr stattfinden wird. Am Tag darauf geht es zunächst um 15 Uhr in die Qualifikation für das Einzelspringen, das um 16:15 Uhr folgen wird. Der letzte Skisprungwettkampf ist schließlich das Mixed-Team, das am Samstag, 2. März, um 16 Uhr ausgetragen wird.

Bei skispringen.com verpassen Sie natürlich nichts, denn wir berichten von allen WM-Skisprung-Tagen live aus Seefeld. Das gilt natürlich auch für die Damen-Wettbewerbe am 26. und 27. Februar und das Mixed-Team am 2. März. Neben unserem beliebten Liveblog bieten wir wie gewohnt auch Wettkampf-Nachberichte und Hintergrundgeschichten an.

Über Luis Holuch 53 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

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