Weltcup-Skifliegen in Planica

Norwegen siegt beim Skifliegen in Planica vor Deutschland

Die norwegischen Skispringer werden ihrer Favoritenrolle beim Skifliegen in Planica gerecht und sichern sich den Sieg beim letzten Team-Wettbewerb des Winters. Das DSV-Quartett wird mit starken Flügen von Freitag und Eisenbichler Zweiter.

Auch beim letzten Team-Wettbewerb der Saison haben die norwegischen Skispringer eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie aus mannschaftlicher Hinsicht in dieser Saison das Maß aller Dinge sind. In ihrer Paradedisziplin Skifliegen war die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Stöckl auch im slowenischen Planica nicht zu bezwingen.

Die Mannschaft mit Daniel-André Tande, Andreas Stjernen, Robert Johansson, Johann Andre Forfang ließen mit insgesamt 1620,2 Punkten zu keinem Zeitpunkt Zweifel an ihrem Sieg aufkommen. Mit einem deutlichen Vorsprung setzten sich die Skandinavier gegen die deutsche Mannschaft durch, die mit insgesamt 1482,9 Punkten dahinter den zweiten Platz belegten. Jubel auch bei den Skispringern aus Slowenien, die in der Besetzung Domen Prevc, Robert Kranjec, Anze Semenic und Peter Prevc vor heimischem Publikum mit insgesamt 1475,5 Punkten den dritten Platz belegten.

Freitag und Wellinger mit Top-Flügen

Bester deutscher Skiflieger war an diesem Tag Richard Freitag. Wie schon in den vergangenen Tagen segelte der 26-jährige Sachse mit einem vergleichsweise hohen Luftstand ins Tal, kam auf 243 und 234 Meter und setzte zumindest im zweiten Durchgang auch einen sauberen Telemark. Markus Eisenbichler konnte sich nach einem misslungenen Probesprung mit 235 und 234 Metern im Wettkampf deutlich steigern.

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Neben Freitag und Eisenbichler setzte Bundestrainer Werner Schuster auf Stephan Leyhe und Andreas Wellinger. Letzterer ist zuletzt am Donnerstag vorzeitig an der Qualifikation gescheitert, hat das Vertrauen des Bundestrainers mit 212,5 und 219,5 Metern aber bestätigen können. „Ich bin froh, dass ich das Vertrauen erhalten habe und konnte dem Team zum Glück helfen“, so Wellinger.

Schuster: „Norwegen ist einfach überragend aufgestellt“

„Wir sind ‚the best of the rest‘. Die Norweger sind im Skifliegen einfach überragend aufgestellt und haben verdient gewonnen, sie sind nur sehr schwer zu erreichen. Der zweite Platz tut uns noch einmal richtig gut“, analysierte Bundestrainer Werner Schuster im ‚ZDF‘.

Trotz Stoch: Polen verpasst Podium

Die polnische Mannschaft (1470,5 P.), zur Halbzeit noch vor Deutschland und Slowenien auf dem zweiten Platz gelegen, lieferte sich bis zum Schluss ein spannendes Duell mit den slowenischen Gastgebern. Trotz überragender Flüge des Gesamtweltcup-Siegers Kamil Stoch auf 248,5 und 244,5 Meter musste sich die Mannschaft von Stefan Horngacher – außerdem bestehend aus Piotr Zyla, Stefan Hula und Dawid Kubacki – mit dem vierten Platz zufrieden geben.

Österreich nur Sechster

Die österreichische Mannschaft ist es zum Saisonabschluss nicht gelungen, im Kampf um die Podiumsplätze mitzumischen. Der in Kritik geratene Cheftrainer Heinz Kuttin setzte bei der letzten Team-Entscheidung des Winters in Abwesenheit des erkrankten Michael Hayböck auf Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer als Startspringer sowie Daniel Huber, Clemens Aigner und Stefan Kraft. Mit insgesamt 1398,7 Punkten kam das Alpenrepublik nicht über den sechsten Platz Platz hinter Japan (Ryoyu Kobayashi, Yukiya Sato, Junshiro Kobayashi, Noriaki Kasai; 1455,8 P.) hinaus.

Hinter Österreich belegten die Skispringer aus Russland (Alexey Romashov, Evgeniy Klimov, Mikhail Nazarov, Denis Kornilov; 1196,5 P.) und der Schweiz (Andreas Schuler, Luca Egloff, Simon Ammann, Gregor Deschwanden; 1187,6 P.).

Die Mannschaften aus den USA (Casey Larson, William Rhoads, Michael Glasder, Kevin Bickner; 481,1 P.) und Italien (Sebastian Colloredo, Federico Cecon, Alex Insam, Roberto Dellasega; 475,2 P.) sind nach dem ersten Durchgang ausgeschieden.

Forfang verteidigt „Planica 7“-Führung

In der „Planica 7“-Wertung, in die alle sieben Wertungssprünge des Skiflug-Wochenendes einfließen, hat der Gesamtführende Johann Andre Forfang beim Team-Wettbewerb kaum Punkte eingebüßt: Mit 1104,7 Punkten liegt der Norweger weiterhin vor Stoch (1082,6) und Johansson (1074,3).

» Alle Termine im Überblick: Weltcup-Finale beim Skifliegen in Planica

Am Sonntag wird die Weltcup-Saison mit dem letzten Einzel-Skifliegen beendet. Um 9 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, um 10 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der Wettkampf.

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Über Marco Ries 503 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

17 Kommentare

  1. Frage zum Schlussspringen von morgen: Wenn einer der Top 30 des Weltcups nicht antritt, gibt es dann einen Ersatz/Nachzügler oder bleibt der Platz unbesetzt? Ich denke an Hayböck (derzeit 23. des WC: hat Grippe) bzw. Zajc (aktuell gerade 30. – Noch zu jung für Skiflugschanze in Planica?).

  2. Kamil sehr gut heute, aber nicht den besten.
    Ind. Resultaten:
    Tande NOR 427,3 p
    Johnsson NOR 420.4 p
    D Prevc SLO 412.4 p
    Stoch POL 410.6 p
    Forfang NOR 409.1 p

    • Stoch wird im Einzel paar Luken nach unten gehen.
      Es ist klar wieso er nur 4. wurde heute nach Punkten.
      Er ist zu weit geflogen und da kann man nicht mehr einen Telemark setzen.

      Er war immer der Weiteste.

      • Ich glaube Stoch will die Planica 7 gar nicht gewinnen, sonst wäre er heute die Luke nach unten gegangen. Meiner Meinung nach will er den Weltrekord im Skifliegen brechen.

    • Sinnfreier Kommentar eines Internet Haters man sieht schon, dass der Gregor Fortschritte macht. Ausserdem soll jeder Sportler selbst entscheiden ob er weiterspringen will oder nicht. Hier zählt auch der Spaßfafktor den der Springer hat.

      • Ahahaha, nicht mal Top 30 macht sicherlich Spaß.
        Außer den einen Glücksflug auf 253,5m, und nicht gestanden, hat er in den letzten Jahren nichts zusammengebracht.

        Zeigt immer mehr, dass man ihn nicht zu Nykänen, Malysz, Weißflog, Ahonen und Stoch zählen kann.

  3. Es wird Zeit für Schlierenzauer zurückzutreten.
    Manche Leute sind einfach zu sturr zu kapieren, dass die kein Erfolg mehr haben werden.
    Schlierenzauer kann auch noch 10 Jahre weiter springen, auf das Podest kommt er nicht mehr.

    Lang lebe Kaiser Kamil

  4. sehr schön, das war dann wohl auch der sichere 2.Platz im Nationencup. Vor allem weil Wellinger etwas erstärkt auch Morgen wieder dabei ist.

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