Olympische Winterspiele in Pyeongchang

Stephan Leyhe dominiert Training - und ersetzt Eisenbichler

Stephan Leyhe dominiert den letzten Trainingsblock bei den Olympischen Winterspielen im Vorfeld des Team-Wettbewerbs und erhält nun doch noch einen Startplatz für Montag. Auch Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer meldet sich zurück.

Stephan Leyhe hat nicht aufgegeben – und wird bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang jetzt doch noch belohnt: Nachdem der Skispringer vom SC Willingen bei den Einzel-Entscheidungen auf der Normal- sowie auf der Großschanze noch zuschauen musste, weil er jeweils in einem engen Duell gegen den Oberstdorfer Karl Geiger gescheitert ist, kommt er nun doch zur ersten Olympia-Teilnahme seiner Karriere.

Gold- und Silbermedaillen-Gewinner Andreas Wellinger, Richard Freitag sowie Karl Geiger waren ohnehin gesetzt, einzig Leyhe nahm aus der deutschen Mannschaft am letzten Trainingsblock überhaupt Teil.

Leyhe zweimal vorne: Eisenbichler muss zuschauen

Leyhe dominierte den letzten Trainingstag dieser Olympischen Winterspiele, ließ in zwei von drei Durchgängen die Konkurrenten hinter sich. Einmal 138 Meter, zweimal 131 Meter und die Plätze eins, eins und drei standen am Ende für den 26-Jährige zu Buche. Damit ersetzt Leyhe den zuletzt schwächelnden Markus Eisenbichler.

Es sei eine knappe Entscheidung gewesen, sagte Bundestrainer Werner Schuster: „Stephan Leyhe springt sehr stabil auf dieser großen Schanze. Er hat aus unserer Sicht sehr gute Sprünge gezeigt.“

Nur 21 Athleten am Start

Nur 21 der insgesamt 67 gemeldeten Athleten nahmen die letzte Trainingsmöglichkeit auf der Olympia-Großschanze im Vorfeld der Team-Entscheidung in Anspruch. Gold- und Silbermedaillen-Gewinner Andreas Wellinger verzichtete ebenso wie seine Teamkollegen Richard Freitag, Karl Geiger und Markus Eisenbichler auf das Training. Die für Montag favorisierten Mannschaften aus Norwegen und Polen haben geschlossen das Training ausgelassen.

Spannend im Kampf um die Startplätze wurde es dafür noch einmal in Österreich: Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer präsentierte sich in der letzten Trainingseinheit am Sonntagabend (Ortszeit) stärker als Clemens Aigner und rückt für ihn nun in die ÖSV-Mannschaft. Bei der Einzel-Entscheidung musste Schlierenzauer noch zuschauen, für die Team-Entscheidung waren nur Michael Hayböck und Stefan Kraft gesetzt. Auch Manuel Fettner hat sich mit starken Trainingssprüngen für den Wettbewerb empfohlen.

Korea stellt eigenes Team

Etwas überraschend wird Korea bei der Team-Entscheidung eine eigene Mannschaft stellen. Bislang haben mit Seou Choi und Hyun-ki Kim nur zwei Koreaner an den Skisprung-Wettbewerben teilgenommen, am Montag rücken zusätzlich Jeun Park und Heung-chul Choi in das Team. Insgesamt sind zwölf Nationen gemeldet.

» Alle Termine im Überblick: In Pyeongchang geht’s um Olympia-Medaillen

Am Montag steht für die Skispringer die letzte Medaillen-Entscheidung auf dem Plan: Um 12:15 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, um 13:30 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) folgt der Team-Wettkampf.

Über Marco Ries 517 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

9 Kommentare

  1. Ich denke mal die Norweger sind sehr schwer zu schlagen fast unmöglich. Deutschland oder Polen werden zweiter aber daß Leyhe statt Eisenbichler springt ist für mich eine Überraschung.

    • @Bremer: Wie so oft wird halt auch im Mannschaftsspringen der Wind eine Rolle spielen. Bei stabilem Aufwind dürften die Norweger unschlagbar sein. Bei stabilem Rückenwind hat Polen durchaus Chancen auf den Sieg. Deutschland hat nur dann eine Chance, wenn Geiger und Leyhe dieselben konstanten Leistungen wie im Training zeigen und Freitag am Limit springt.
      Eisenbichler lernt leider erstens das Landen nicht und wird zweitens auch immer schwächer im Übergang vom Absprung in die Flughaltung. Außerdem wirkt er verbissen und übermotiviert. Insofern halte ich die Entscheidung Schusters, Leyhe gerade auf dieser Schanze noch einmal eine Chance zu geben für richtig.

  2. schaut euch mal das Ergebnis an! Leyhe war (ausser Kobayashi) der einzige der Top 20, der überhaupt gesprungen ist. Der Vergleich mit Eisenbichler hätte mich schon interessiert, wenngleich ich es ihm gönne. Hauptsache er haut nicht wieder so eine Graupe rein wie bei der Skiflug WM, Wind hin oder her…Es kann um Gold gehen wenn er tatsächlich das Niveau von Geiger hält und Freitag sich etwas steigert

    • Bernard Leyhe hat schon auf der Schanze überzeugt als es darum ging ob Geiger oder Leyhe im Einzel ran dürfte. Letztlich musste eben einer weichen und das Trainerteam war eben der Meinung das es Eisenbichler war, er konnte eben nicht so auf der Schanze überzeugt wie Leyhe im Training. Es bleibt abzuwarten ob es letztlich die richtige Entscheidung war

  3. Hab es mir fast schon gedacht, sicher Training ist nicht gleich Wettkampf aber Leyhe hat gezeigt das er mit der Schanze zurecht kommen kann. Denke es war kein einfache Entscheidung und ehrlich gesagt ich hätte jetzt auch kein Freitag, Geiger und schon gar nicht Welliger aus der Mannschaft genommen

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*