Raw Air am Holmenkollen

Raw Air: Daniel Andre Tande feiert Überraschungssieg in Oslo

Daniel-André Tande feiert überraschend seinen fünften Weltcupsieg am Holmenkollen. Der Norweger setzt sich in Oslo gegen die beiden Österreicher Stefan Kraft und Michael Hayböck durch. Kamil Stoch fällt weit zurück, die DSV-Skispringer enttäuschen.

Daniel-André Tande sicherte sich am Sonntagnachmittag überraschend den Sieg beim ersten Einzelspringen im Rahmen der „Raw Air“-Tour. Der Norweger erzielte mit Sprüngen auf 128 und 132 Meter insgesamt 258,1 Punkte und setzte sich damit gegen die überraschend starken Österreicher Stefan Kraft (129,5 und 124,5 m; 256,7 P.) und Michael Hayböck (133 und 130,5 m; 255,6 P.) durch.

Anders als an den vergangenen beiden Tagen sorgte diesmal der Wind für einige Probleme in der norwegischen Hauptstadt. Nach dem ersten Durchgang deutete noch alles auf einen Favoritensieg von Kamil Stoch hin. Der Pole führte das Feld zur Halbzeit vor Kraft und Hayböck an, hatte bei schwierigen Bedingungen im Finaldurchgang dann aber keine Chance.

Stoch fällt deutlich zurück

Schon nach 119 Metern setzte Stoch im Finaldurchgang zur Landung an. Zu wenig – denn war nicht nur der schon sicher geglaubte Sieg dahin, er fiel sogar auf den sechsten Platz zurück. Daniel-André Tande katapultierte sich hingegen mit einem starken Finalsprung von Position acht nach vorne und jubelte am Ende über den ersten norwegischen Sieg in der Wiege des nordischen Skisports seit 14 Jahren.

Wellinger fällt zurück, Eisenbichler scheidet aus

Ohne Chance im Kampf um die Podiumsplätze sind die deutschen Skispringer geblieben. Andreas Wellinger lauerte nach dem ersten Durchgang immerhin auf dem sechsten Platz, fiel bei ähnlich schlechten Bedingungen wie Stoch dann aber auf Platz 15 zurück. „Ich weiß nicht genau, was los war. So schlecht habe ich den Sprung nicht empfunden, die Bedingungen waren heute einfach schwierig. Das haben wir auch bei Kamil Stoch gesehen, der keine Chance hatte“, so Wellinger im Anschluss.

» Liveblog-Nachlese: So lief das Einzelspringen am Holmenkollen

Bester Deutscher wurde somit der Willinger Stephan Leyhe, der mit 127 und 129 Metern auf einem guten siebten Platz landete. Mehr drin gewesen wäre für Richard Freitag, der seinen zweiten Sprung bei hohem Luftstand abbrechen musste und schlussendlich Achter wurde. Team-Olympiasieger Andreas Wank meldete sich mit einem ordentlichen zwölften Platz zurück im Weltcup.

Markus Eisenbichler und Constantin Schmid sind mit den Plätzen 32 bzw. 35 nach dem ersten Durchgang ausgeschieden. Mit dem Norweger Anders Fannemel (40.) und dem Slowenen Peter Prevc (46.) gab es weitere prominente Athleten, die im Finaldurchgang zuschauen mussten.

Kuttin atmet auf: ÖSV-Skispringer im Aufwärtstrend

Bei den in dieser Saison noch weitgehend enttäuschenden Skispringern aus Österreich scheint nach den Olympischen Spielen der Knoten endgültig geplatzt zu sein: Nachdem die Mannschaft des in die Kritik geratenen Cheftrainers Heinz Kuttin schon am Vortag im Mannschaftsspringen über die Rückkehr aufs Siegerpodium jubelte, sorgten diesmal Kraft und Hayböck für ein deutliches Ausrufezeichen. Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer konnte diesmal hingegen nicht mithalten, belegte mit 127 und 125,5 Metern den 17. Platz.

» Norwegen siegt erstmals am Holmenkollen

Daneben waren es wieder die heimischen Skispringer aus Norwegen, die ihre Mannschaftsstärke am besten zur Geltung bringen konnten: Neben dem Sieger Tande schafften es mit Robert Johansson (4.), Johann Andre Forfang (5.) und Andreas Stjernen (9.) drei weitere Athleten aus dem Team von Alexander Stöckl unter die Top Ten.

» Gesamtwertung: Raw Air 2018

Im Kampf um die „Raw Air“-Gesamtwertung und das Extra-Preisgeld in Höhe von 60.000 behält Kamil Stoch die beste Ausgangsposition: Mit insgesamt 681,8 Punkten liegt der 30-Jährige nach fünf von 16 Wertungssprüngen vor Robert Johansson (675,3) und Johann Andre Forfang (661,6).

» Alle Termine im Überblick: Raw Air wird in Lillehammer fortgesetzt

Für die Skispringer geht es bei der „Raw Air“ Schlag auf Schlag weiter: Schon am Montag stehen die nächsten Sprünge in Lillehammer auf dem Program. Um 15 Uhr startet zunächst das offizielle Training, um 17:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt die Qualifikation für das nächste Einzelspringen am Dienstag.

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Über Marco Ries 517 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

63 Kommentare

  1. Die Bedingungen haben es stoch unmöglich gemacht zu gewinnen..stefan horngacher meinte der 2. Sprung war sogar besser als der 1.,technisch .und das er nicht Verstehen kann wie stoch grün bekommen konnte bei dem wind

  2. Wie krank ist denn „dieser“ hans hier ???????????????????
    Ist wohl nie in der Schule gewesen ( vor allem den Deutschunterricht ausgelassen) ?

  3. Hahha komischerweise waren alle die stoch jetzt haten still als er in lahti alle zerklatscht hat…und das wellingers haltungsnoten für den 2. Sprung ne absolute Frechheit waren,das hat wohl keiner gesehen. 18+ für eine landung mit parellel gestellten beinen,weil er wellinger ist.unter normalen bedingungen hätte stoch hier alle vernichtet,wie im 1. Durchgang. Wir alle wissen es,also bitte.

    • Das was hier im Forum geschrieben wird ist einfach nur traurig und zeugt total von einem unwissen. Skispringen.com ist eine coole Seite und verdient mehr Respekt. Zu dem springen heute kann man sagen was man will. Es war halt eine Lotterie mit ganz viel Pech bei kamil. Bei normalen Verhältnissen hätte Kamil mit Abstand gewonnen. Ist aber halt Freiluft Sport manchmal hat man Glück und manchmal halt viel Pech.

    • Bitte an alle!!!
      Hör auf mit den Beleidigungen, das was ich lese…von Krebs wünsche…persönliche Beleidigungen…Rassismus….ich hoffe das Forum wird besser auf solche Kommentare reagieren…Es wirdnoch eine spannende Woche..drücke alen die Daumen….Kamil am meisten

  4. Ja…und ich finde es schade, dass die Kommentare hier wenig mit Sport unf Fairness zu tun haben ( obwohl es ist bekannt, dass die Skispringen Fans und Zuschauer extrem friedlich und gerecht sind)…..

  5. Hallo! Geht es hier um Skispringen oder Krebsversorgung?
    Oder ist das eine Plattform für „alles hasser“?
    Jeder weißt, dass zum Skispringen gehören ausser Form gute Bedinungen…und ein wenig Glück. Ich bin Fan von Kamil und bin naturlich ein wenig traurig, aber es ist nun mal so, dass jeder der guten Sprung absolviert hat, soll auch gewinnen dürfen. Und derjenige, der schon auf eine Schanze war…..wird nie irgendeinen Springer beschimpfen wie es so offt passiert.
    Und ja….bei alle Ehren….ich mochte den Horngacher schon lange bevor er Trainer wurde aber zum Erfolg reicht auch der besste Trainer nicht. Dazu gehört ganze Menge Talent und sehhr viel Arbeit und Disziplin von den Springern…..

  6. Stoch und die ganze poln. Mannschaft soll froh sein, dass wir denen Horngacher überlassen haben, damit sie ein paar Erfolge feiern dürfen. Aber Horngacher ist auch kein Zauberer. Wenn der Wind ein bisschen turbulenter ist, hilft das alles nichts. Da muss man das Skispringen im Blut haben und das haben allein die Österreicher und keine Möchtegern-Skinationen wie Deutschland und Polen, die ohne unsere Hilfe verloren wären.

  7. Also mal wieder ein großes Kompliment an die schlechte Wettkampfführung zum Ende hin. Schnell, schnell fertig werden. Ich bin ein großer Fan von Richard Freitag und ich bin mir sehr sicher dass sein Sprung ohne Windloch auf 140m gegangen wäre. Auch bei Kamil, der einzige mit Rückenwind, kann man nur von einer Frechheit reden. Bei Kraft, Welli und Bartol bzw. dem Franzosen wars das gleiche. Dass Kamil hier der beste Mann war, ist glaub ich jedem bewusst. Tande jetzt Weltcup 3. Freitag noch knapp vor ihm. Welli zwar noch klar 4. muss aber in den nächsten Wettkämpfen die Lockerheit sich zurückholen. Der Beste hat heute trotzdem nicht gewonnen. (Stoch)

    • Freitag hatte kein Windloch, sondern wohl einfach auch ein wenig Angst, was völlig verständlich ist. Ihm steckt Innsbruck wohl noch in den Knochen. Wenn er ein wenig mehr auf Risiko gegangen wäre, wäre er mindestens 138 Meter gesprungen.
      Beim Wind bin ich mir allgemein nicht sicher. Ich vermute, dass langfristig einfach zu erwarten war, dass der Wind immer schlechter werden würde. Den gesamten zweiten Durchgang wegen einem Springer aber komplett abzubrechen, war aus Sicht der Jury natürlich auch keine Option, ihm eine Luke mehr zu geben, wäre bei seiner Qualität und dem Wind wohl auch zu gefährlich gewesen, also musste Stoch da halt einfach mal durch. Wie du schon völlig richtig schriebst: Freiluftsportart 🙂

  8. der Beste hat gewonnen, es ist nicht immer Stoch, da können die Polen meckern wie sie wollen, er muss nicht immer die besseren bedingungen haben

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