Nach der Disqualifikation von Domen Prevc in Klingenthal findet Sloweniens Cheftrainer Robert Hrgota deutliche Worte. Dabei geht es nicht nur um den verlorenen Weltcup-Startplatz, sondern auch um die Kontrolleure.
Die Disqualifikation von Domen Prevc beim Continentalcup in Klingenthal beschäftigt den slowenischen Verband weiter. Cheftrainer Robert Hrgota findet vor allem die Umstände der Entscheidung schwer zu akzeptieren – und sorgt mit einer ungewöhnlichen Bemerkung über die Materialkontrolleure für Aufsehen.
„Am Ende können wir schauen, welche drei Nationen die zusätzliche Quote bekommen haben und aus welchen Nationen die Kontrolleure kommen“, wird Hrgota von der Tageszeitung ‚Dnevnik‘ zitiert: „Natürlich sage ich das ein bisschen im Scherz, aber in der Situation ist manches schwer zu akzeptieren.“
Hrgota: „Den Besten werden sie am meisten kontrollieren“
Prevc war in Klingenthal wegen eines um 1,5 Zentimeter zu weiten Anzugs im Oberschenkelbereich disqualifiziert worden. Dadurch verlor Slowenien auch die Chance auf einen zusätzlichen Weltcup-Startplatz. Die drei zusätzlichen Plätze gingen stattdessen an Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Hrgota sieht zugleich einen Zusammenhang damit, dass Prevc nach seinem überragenden vergangenen Winter nun besonders im Fokus steht. „Wir wissen, dass sie den Besten der vergangenen Saison beziehungsweise denjenigen, der an der Spitze steht, am meisten kontrollieren werden“, erklärte der Slowene.
Für Prevc selbst sei der Continentalcup allerdings ohnehin nicht ausschließlich mit Blick auf die Quotenfrage geplant gewesen. Der Gesamtweltcupsieger sollte vor allem Wettkampfpraxis sammeln. „Er ist bei den Continentalcup-Wettkämpfen nicht mit dem Ziel angetreten, die Quote zu holen, sondern um Wettkampfrhythmus zu bekommen. Die Quote wäre nur ein zusätzlicher Bonus gewesen“, stellte Hrgota klar.
Kleinere Quote soll Druck erhöhen
Dass Slowenien im kommenden Winter mit weniger Startplätzen in den Weltcup geht, sieht Hrgota nicht ausschließlich negativ. Vielmehr soll die Situation den Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft verschärfen. Dabei sieht der Trainer allerdings noch Nachholbedarf.
„Mir fehlen die Jungs aus dem Hintergrund, die mehr Druck auf die besten Jungs ausüben und um Quoten kämpfen würden“, sagte Hrgota. Als Vorbild nennt er dabei Österreich: „Wir würden uns wünschen, dass wir es wie Österreich haben, wo die Jungs in der B-Mannschaft wissen, dass sie den Weltcup nicht sehen werden, wenn sie nicht ständig auf 100 Prozent sind.“
An dieser Situation arbeite der Verband bereits. „Das ist etwas, das wir erkannt haben und was man nicht über Nacht verändern kann“, erklärte Hrgota. Die kleinere Quote könne dabei selbst zu einem zusätzlichen Anreiz werden: „Auch die kleinere Quote soll nichts Schlechtes sein, sondern für alle, die nicht im Weltcup-Team sind, eine zusätzliche Motivation.“
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