Im ersten Durchgang muss sich Prevc noch knapp geschlagen geben, doch dann schlägt der Top-Favorit zurück und greift zur Halbzeit der Skiflug-WM zu Gold. Karl Geiger bestätigt seinen Trend, hadert aber mit den Bedingungen.
Nach Flügen auf 204 und 224,5 Meter liegt Domen Prevc nach zwei von vier Durchgängen bei der Skiflug-WM in Oberstdorf in Führung. Der slowenische Top-Favorit erzielte am Freitagabend auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze insgesamt 332,2 Punkte und setzte sich damit gegen Ren Nikaido aus Japan durch, der auf 230,5 und 224,5 Meter (428,2 P.) kam. An dritter Stelle liegt zur Halbzeit Marius Lindvik aus Norwegen mit 226,5 und 212 Metern (420,3 P.).
Anders als bei gewöhnlichen Titelentscheidungen im Skispringen wird der Weltmeister im Skifliegen über die Distanz von insgesamt vier Wertungsdurchgängen ermittelt.
Lindvik zunächst noch vor Prevc
Die besten 30 Athleten des Freitags stellen sich morgen dem dritten und vierten Durchgang, um den Champion unter sich auszumachen. Nach dem ersten Durchgang führte – etwas überraschend – noch Marius Lindvik knappe 1,4 Punkte vor Prevc. Im Finale sprang der Norweger dann aber gut 16 Meter kürzer und fiel noch hinter Nikaido zurück.
Karl Geiger bestätigt Aufwärtstrend
Die deutschen Skispringer bleiben im Kampf um die Medaillenränge vor 7.000 Zuschauern höchstens Nebendarsteller. Für den größten Lichtblick sorgte wie schon am Qualifikationstag ausgerechnet Lokalmatador Karl Geiger, der mit 217,5 und 197 Metern als Elfter erneut bester Deutscher war. Nach dem ersten Durchgang noch auf dem sechsten Platz gelegen, fiel der Oberstdorfer bei zunehmend schwierigen Bedingungen im Finale noch zurück.
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„Das war ein bisschen schade, aber der Sprung hat gepasst und den nehme ich mit. Den Rest kann ich nicht beeinflussen. Ich habe im Flug richtig gemerkt, wie ich durchgesackt bin. Wenn ich mir die restliche Saison anschaue, war es bis jetzt ein super Wettkampf“, erklärte Geiger in der ‚ARD‘.
Horngacher: Verpasste Olympia-Nominierung „nicht aus der Bahn geworfen“
Bundestrainer Stefan Horngacher lobte ausdrücklich Geigers Entwicklung, die er nicht nur auf die größere Skiflugschanze zurückführt. „Das ist bei ihm schon eine allgemeine Entwicklung. Er war ja in Sapporo schon auf dem Vormarsch, aber natürlich weiß er auch, wie man fliegt“, so Horngacher zu skispringen.com. Über Geigers verpasste Olympia-Nominierung ergänzte der Bundestrainer: „Er ist ein Spitzensportler, der immer alles gibt. Ich glaube, das hat ihn nicht aus der Bahn geworfen.“
Neben Geiger überzeugte aus dem Team von Bundestrainer Stefan Horngacher nur der zweite Skispringer des SC Oberstdorf – Philipp Raimund belegt zur Halbzeit immerhin Rang 14. Nicht optimal lief es hingegen für Pius Paschke (25.) und Felix Hoffmann (28.).
„Ein, ein Grund ist sicher die, die Krankheit, die beide gehabt haben. Sie sind jetzt körperlich nicht aktuell auf höchstem Niveau. Speziell Felix hat in den zwei Wochen seit der Vierschanzentournee nur noch eine Trainingseinheit an der Schanze gehabt“, so Horngacher gegenüber skispringen.com.
Österreicher noch nicht auf Medaillenkurs
Die im Vorfeld als Mitfavoriten gehandelten Österreicher haben sich am ersten Wettkampftag in Oberstdorf noch schwergetan: Vor allem Hoffnungsträger Stephan Embacher ist es mit 209 und 204,5 Metern nicht gelungen an seine starken Flüge im Vorfeld anzuknüpfen – er belegt nach zwei Durchgängen nur den achten Platz. Bester Mann aus dem Team von Cheftrainer Andreas Widhölzl ist stattdessen Jan Hörl auf Rang vier.
Ammann ausgeschieden: Konsequenzen für Olympia-Nominierung?
Simon Ammann ist mit Platz 31 denkbar knapp nach dem ersten Durchgang ausgeschieden. Der Vierfach-Olympiasieger wartet noch immer auf die Nominierung für seine achten Olympischen Winterspiele, über die noch während der Skiflug-WM entschieden werden soll. Mit dem 19-jährigen Felix Trunz (37.) ist der teaminterne Konkurrent des Vierfach-Olympiasiegers zwar dahinter geblieben – dennoch dürfte die Entscheidung von Cheftrainer Bine Norcic nicht einfach sein.
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Neben Ammann sind auch Polens Superstar Kamil Stoch (34.) sowie Landsmann Dawid Kubacki (35.) nach dem ersten Wettkampftag in Oberstdorf ausgeschieden. Dass Stoch in seiner letzten aktiven Saison im Gegensatz zu Kubacki aber dennoch zu Olympia fahren wird, stand schon im Vorfeld des Wettkampfes fest.
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Am Samstag startet um 15:30 Uhr zunächst der Probedurchgang, bevor ab 16:30 Uhr dann die Wertungsdurchgänge drei bzw. vier (alles live bei skispringen.com) auf dem Plan stehen.
Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

Hab heute mal Domen Prevc ganz aus der Nähe beim Absprungtraining sehen können. Er trug eine hautenge Leggings. Domen hat 10 kg+ minimum abgenommen, der war sonst einer der kräftigeren Springer, jetzt ist er auch nur noch superdürr,Knochen mit bisschen Muskulatur drumherum… Wenn es stimmt das man pro kg weniger 2 bis 4 m weiter fliegt wundert mich nichts mehr…
Und wieso bekommt Domen Prevc von der Jury aus schlappe 5(!) Gates weniger? 90% des Feldes wären aus Gate 17 mit Rückenwind nicht einmal über den Vorbau gekommen…
die waren da wohl recht zuversichtlich zusätzlich kam noch der Trainer +1 von 18 auf Gate 17. Hätte ins Auge gehen können. Keine Ahnung ob der Trainer-Request schon vorher war? Dann hätten auch -3 gereicht.
Was war das bitte für eine Windlotterie? Bei allem Respekt vor Nikaido, aber er hatte in beiden Durchgängen mit die besten Verhältnisse. Unter normalen Umständen wäre er mit der Leistung vielleicht Fünfter bis Siebter. Das Anlaufmanagement der Jury war absolut unprofessionell – bedenklich bei einer WM.
Um ehrlich zu sein hatte KOBAYASHI in beiden Durchgängen die besten Bedingungen. Zusammen bekam der nur 2 Windpunkte. NIKAIDO immerhin 9,7 und Geiger allein im 2.Sprung fast 25