Im dichten Schneetreiben

Stefan Kraft springt in Oberstdorf zu Gold, Karl Geiger jubelt über Bronze

Foto: imago / MIS

Stefan Kraft trotzt den widrigen Bedingungen bei der WM in Oberstdorf und sichert sich den Weltmeistertitel auf der Großschanze. Jubel herrscht aber auch im Lager des DSV: Nicht Eisenbichler, sondern Geiger holt die nächste Medaille.

Mit Sprüngen auf 132,5 und 134 Meter sicherte sich Stefan Kraft den Weltmeistertitel auf der Großschanze. Der Österreicher erzielte am Freitagabend auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf insgesamt 276,5 Punkte und setzte sich damit gegen Robert Johansson aus Norwegen durch, der auf 129,5 und 135,5 Meter (272,1 P.) kam. Die Bronzemedaille sicherte sich Karl Geiger mit zwei Sprüngen auf 132 Meter sowie 267,4 Punkten.

Den Grundstein zum dritten Weltmeistertitel seiner Karriere hat Kraft schon im ersten Durchgang gelegt. Der 27-jährige Salzburger trotzte den widrigen Bedingungen mit Nebel sowie dichtem Schneetreiben und führte das Feld zur Halbzeit vor Johansson und dem Österreicher Daniel Huber an. Ohne einen einzigen Saisonsieg, lieferte Kraft nach seinen beiden Titeln von Lahti 2017 das lang ersehnte Erfolgserlebnis für Team Österreich.

Eisenbichler mit Sturz im Finale

Nach Silber auf der Normalschanze sorgte erneut Karl Geiger für das erhoffte Edelmetall für den DSV bei der Heim-WM. „Der erste Sprung hat mich echt ein bisschen geärgert, weil ich da eigentlich richtig guten Wind hatte, aber einfach zu spät war. Der zweite war dafür richtig schön und ich wusste gleich, dass er was wert ist. Aber über Bronze bin ich überglücklich“, jubelte Geiger im Anschluss.

Titelverteidiger Markus Eisenbichler hat sich schon im ersten Durchgang schwergetan, kam mit 122,5 Metern nicht über den 16. Platz zur Halbzeit hinaus. Im Finale sorgte der Siegsdorfer und ursprünglich größte Hoffnungsträger des DSV dann für eine echte Schrecksekunde: Wie zuvor Peter Prevc im Probedurchgang sowie Ryoyu Kobayashi im ersten Durchgang stürzte der 29-Jährige bei der Landung seines Sprungs auf 134 Meter im Tiefschnee am Fuße des Schattenbergs und fiel am Ende auf den 17. Platz zurück.

„Ich weiß, wie man sich im Fall eines Sturzes verhalten muss, da hab ich auch keine Angst. Das kann beim Skispringen passieren, das ist mir immer bewusst, aber bei mir ist es gutgegangen. Morgen werde ich trotzdem springen, auch wenn es irgendwo zwickt“, sagte Eisenbichler im Anschluss.

Pius Paschke, nach dem ersten Durchgang noch aussichtsreich auf dem siebten Platz gelegen, fiel im Finale bei verkürztem Anlauf mit 114,5 Metern noch auf den 18. Platz zurück. Severin Freund belegte mit 122,5 Metern und 118,5 Metern den 22. Platz und dürfte sich damit für die Teilnahme an der Team-Entscheidung am Samstag empfohlen hat, weil sein direkter Konkurrent Martin Hamann nicht über den 23. Platz hinausgekommen ist.

Bundestrainer Stefan Horngacher hat im Anschluss festgelegt, dass zunächst Paschke an den Start gehen soll, danach folgen Freund, Eisenbichler und Geiger.

Zyla und Lanisek verpassen Medaillen

Normalschanzen-Weltmeister Piotr Zyla hat die Medaillenränge diesmal verpasst. Mit 130,5 und 137 Metern belegte der Pole knapp hinter Eisenbichler den vierten Rang, direkt hinter ihm folgte der Slowene Anze Lanisek.

Obwohl der ursprünglich als Top-Favorit gehandelte Halvor Egner Granerud nach seiner Infektion mit dem Coronavirus den Wettkampf verpasst hat, haben sich die Norweger erneut stark präsentiert und ihre Medaillenambitionen für den Team-Wettbewerb am Samstag angemeldet. Neben Johansson landete auch Marius Lindvik als Sechster unter den Top Ten, die Landsmann Daniel-André Tande als Zwölfter nur knapp verpasst hat.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zur Nordischen Ski-WM in Oberstdorf

Mannschaftlich überragend auch die Österreicher: Hinter Weltmeister Kraft präsentierten sich auch Huber (8.), Jan Hörl (10.) und Philipp Aschenwald (11.) stark. Dazwischen schoben sich nur der beste Japaner Yukiya Sato (7.) und der Slowene Cene Prevc (9.).

Zum Abschluss der Titelkämpfe im Skispringen findet morgen der Team-Wettbewerb auf der Großschanze statt. Um 15:45 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, um 17 Uhr (alles live bei skispringen.com) wird der Kampf um die Medaillenränge mit dem ersten Wertungsdurchgang eröffnet.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

Über Marco Ries 706 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

34 Kommentare

  1. Du beschreibst offenbar Stefan Kraftkotz. All das trifft auf den zu. Der erschummelt sich Siege, Weltmeistertitel, Weltrekorde im Skifliegen … einfach total UNSYMPATHISCH!!!!

    Eisei, bleib, wie und vor allem WAS du bist. So ein Betr…. wie Kraft kann dir nichts anhaben.

  2. Bin gespannt, was bei dem pfeifen bei den Sprüngen der Österreicher raus kommt. Die haben da bestimmt irgend was neues entwickelt wie damals Simon mit den gebogenen Stäben =)

  3. Der Karl ist echt ein Phänomen.
    Wenn der Eisei sich nur halb so viel Fokusieren könnte und nicht immer die wichtigen Sprünge vor Angst verkacken würde, dann könnte er bei seinem Talent echt nen Großer sein. Glückwunsch den drei Medaillengewinnern

  4. „Eisei“ endlich wieder auf dem Boden der Realität angelangt.

    Mit Abstand der unsypatischste, überheblichste, arroganteste und laut Medien/Kommentatoren überbewerteste Springer seit Jahren.
    Hat dieses Jahr den Höhepunkt seiner Karriere erreicht, nächste Saison wird er wieder jeden Sprung nach Landung abwinken…

    • Welche Medien meinst du genau, die das behaupten sollen?

      Vor 2 Jahren war Eisei besser und vor allem stabiler u. Weltmeister.
      Diese Saison ist er auch stark (2.im Weltcup), aber eben nicht konstant genug, soll ja vorkommen. Also sicher nicht sein Höhepunkt.

      Er ist in meinen Augen sehr ehrgeizig, zeigt Emotionen, manchmal auch zu viel.
      Er springt aber nicht zum Vergnügen, sondern will was erreichen.
      Sowas wird eben oft als überheblich und arrogant angesehen.

      Eisei, bleib wie du bist.
      Von solchen Typen lebt der Sport.

    • Da spricht wahrscheinlich der Neid eines Loosers. Eisenbüchler ist bodenständig und trägt sein Herz auf der Zunge. Seine Emotionen richten sich nie gegen andere.

      • @Holger: in Bezug auf diesen Simon sprichst du mir aus er Seele. Ich frage mich nämlich, ob der Eisei persönlich kennt, um ihn als „unsympathisch“ zu bezeichnen

    • Du beschreibst offenbar Stefan Kraftkotz. All das trifft auf den zu. Der erschummelt sich Siege, Weltmeistertitel, Weltrekorde im Skifliegen … einfach total UNSYMPATHISCH!!!!

      Eisei, bleib, wie und vor allem WAS du bist. So ein Betr…. wie Kraft kann dir nichts anhaben.

  5. Unverdienten Sieger…da haben die unverdient hohen Noten Mal wieder einen österreichischen Sieg erschummelt…wenn die guten Bedingungen nicht reichen…

      • Weil er nur aufgrund von 5 Punkten besseren Haltungsnoten (die völlig ungerechtfetigt waren) gegenüber Johansson gewonnen hat…gegen Geiger hätte er bei fairen Bedingungen keine Chance gehabt…das wurde auch deutlich

    • @Overwatsch
      Da muss ich dir widersprechen. In meinen Augen hat Stefan Kraft den Titel sehr verdient. Er hat eine Corona-Infektion überstanden und sich die ganze Saison über mit heftigen Rückenrpoblemen herumgequält. Und dass er hohe Haltungsnoten bekommt, ist für mich klar: weil er einfach stilistisch schön springt.

  6. Sehr spannender Wettkampf, aber kann mir bitte jemand mal sagen seit wann und wieso Geiger den Spitznamen „Magic Karl“ hat? (Eurosport)

    • Wenn ich Gerhard Leinauer vorhin richtig verstanden habe, hat Werner Schuster Karl Geiger den Titel „Magic Karl“ verliehen. Weil er es immer wieder auf’s Neue schafft, dann, wenn es darauf ankommt, seine beste Leistung zu zeigen/internationale Topleistungen abzurufen (Leistungssteigerungen im Wettkampf gegenüber dem Training/der Qualifikation und bei dieser WM auch noch bezogen auf die etwas schwächeren Ergebnisse bei den unmittelbar vorangegangenen Weltcups, wodurch nicht unbedingt damit gerechnet werden konnte, dass er mind. 3 Medaillen gewinnen wird). Eben einfach „magic“, dieser Karl Geiger.

  7. Ganz Stark Stefan Kraft Herzlichen Glückwunsch Zu Gold Glückwunsch Zu Silber An Johansson Glückwunsch Natürlich Auch An Unseren Geiger War Ein Mega Springen

  8. Ein wirklich spannender Wettkampf – wenn auch ein sehr schwieriger & Sturzreicher. Und ein wirklich verdientes Podest. Wirklich tolle Sprüng von allen dreien.

  9. Richtig Stark Stefan Kraft Glückwunsch Zu Gold Komplett Auf Den Punkt Top Fit Glückwunsch Auch An Johansson Zu Silber Natürlich Auch Glückwunsch Zu Bronze Für Unseren Geiger War Ein Mega Geiles Springe

  10. Schwierige und wechselhafte Bedingungen heute, aber am Ende stehen die 3 besten des Tages verdient auf dem Podest.
    Glückwunsch an Stefan Kraft zum WM-Titel!
    Robert Johanansson und Karl Geiger ebenfalls mit starken Sprüngen auf dem Podest.

    Geiger ist schon ein Phänomen, wenn WM ist, dann ist er da und liefert.

  11. Stark Stefan Kraft War So Nicht Zu Erwarten Dennoch Auf Den Punkt Genau Top Fit Alles Richtig Gemacht Herzlichen Glückwunsch Zu Gold Johansson Zu Silber Auch Stak Bronze Für Geiger Mega Geiles Springen

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