Internationaler Skiverband

Trotz heftiger Kritik an Klimov: FIS lässt weitere Russen zu

Foto: imago / MIS

Die Zulassung von Evgeniy Klimov sorgt weiter für Diskussionen. Nun hat die FIS weitere russische Skispringer für internationale Wettkämpfe freigegeben. Während die Rückkehr näher rückt, bleiben wichtige Fragen offen.

Die Rückkehr russischer Skispringer auf die internationale Bühne nimmt weitere Formen an. Der Internationale Ski- und Snowboardverband (FIS) hat zusätzliche Athleten für Wettkämpfe unter neutralem Status zugelassen. Doch gerade bei einem der bereits freigegebenen Springer ist umstritten, ob dieser Schritt gerechtfertigt ist. Er selbst hofft derweil auf Starts bei zwei besonders wichtigen Stationen.

Weitere Russen erhalten AIN-Status

Die FIS hat ihre Liste der zugelassenen russischen Athleten erneut erweitert. Bei den Männern erhielten Aleksandr Bazhenov und Kiril Kotik den Neutralitätsstatus. Mit Irma Makhinia und Stefaniia Nadymova dürfen zudem erstmals russische Skispringerinnen auf eine Rückkehr in den internationalen Wettkampf hoffen.

Besonders im Fokus steht allerdings weiterhin Evgeniy Klimov. Der Olympiazweite von Peking 2022 im Mixed-Team war Anfang Oktober in die Liste der neutralen Athleten aufgenommen worden. Die Entscheidung löste insbesondere in Polen Kritik aus.

Hintergrund sind Klimovs öffentlich dokumentierte Auftritte nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Im Februar 2022 zeigte er bei einem Weltcupspringen demonstrativ eine russische Flagge auf seinen Handschuhen. Später trat er bei einer Veranstaltung mit Russlands Präsident Wladimir Putin auf und zeigte damit ein Zeichen der Unterstützung für den Krieg. Warum die FIS ihn trotz dieser Vorgeschichte als neutralen Athleten eingestuft hat, ist bislang nicht öffentlich erläutert worden.

Klimov hofft auf Starts in Polen

Ungeachtet der Kritik hofft Klimov darauf, bald wieder bei internationalen Wettbewerben antreten zu können. Besonders die polnischen Weltcup-Stationen Wisla und Zakopane liegen ihm am Herzen, wie er gegenüber dem russischen Portal ‚Sport-Express‘ erklärte.

„In privaten Nachrichten erhalte ich viele unterstützende Worte von Fans aus Europa, auch aus Polen. Viele freuen sich sehr über meine Rückkehr“, sagte der 32-Jährige. Er hoffe, dass es schon bald zu einem Wiedersehen bei Wettkämpfen kommen könne.

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Gleichzeitig ist sich Klimov der Schwierigkeiten bewusst. „Natürlich habe ich Bedenken, dass die Polen mich möglicherweise nicht einreisen lassen“, räumte er ein. Er würde am liebsten wieder die komplette Weltcup-Saison bestreiten. Mit Wisla und Zakopane verbinde ihn viel, da er dort bereits als Kind trainiert habe.

AIN-Status bedeutet nicht automatisch einen Start

Ob Klimov tatsächlich in Polen antreten kann, ist offen. Die Kritik an seiner Zulassung war dort deutlich: Der Organisationschef des Weltcups in Zakopane hatte Klimovs Verhalten bereits nach Kriegsbeginn scharf kritisiert und auch zuletzt angezweifelt, dass russische Sportler in Polen einreisen könnten.

Zwar dürfen russische und belarussische Athleten ab der Saison 2026/2027 wieder an internationalen FIS-Wettbewerben teilnehmen, sofern sie die Anforderungen der FIS erfüllen. Doch Einreisebeschränkungen sowie Probleme bei der Vergabe von Visa könnten die Teilnahme erschweren. Auch die erforderlichen 3D-Vermessungen für das neue System der Materialkontrolle stehen noch aus.

Auch interessant: Nach der Disqualifikation von Domen Prevc in Klingenthal findet Sloweniens Cheftrainer Robert Hrgota deutliche Worte. Dabei geht es nicht nur um den verlorenen Weltcup-Startplatz, sondern auch um die Kontrolleure.

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