Lundby und Stroem jubeln

Überraschung! Norwegischer Doppelsieg in Zao

Mit einer faustdicken Überraschung endet das Weltcup-Wochenende in Zao: Mit Maren Lundby und Anna Odine Stroem belegen gleich zwei Norwegerinnen die ersten beiden Plätze. Carina Vogt landet erstmals in dieser Saison auf dem Podest.

Sie kamen aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus, die Zweitplatzierte konnte ihr Glück kaum fassen. Mit einem Doppelsieg sorgten Maren Lundby und Anna Odine Stroem für einen echten Paukenschlag zum Abschluss des Weltcup-Wochenendes der Skispringerinnen in Zao. Während Lundby (96 und 92,5 m; 198,7 P.) ihren 15. Weltcupsieg feierte, war es für die 20-Jährige Stroem (98,5 und 95 m; 197,4 P.) der erste Podestplatz ihrer noch jungen Karriere. Mit ihnen auf dem Podest stand Vierfach-Weltmeisterin Carina Vogt (94,5 und 90 m; 195,2 P.), für sie war es die beste Saisonplatzierung. Gerade einmal 3,5 Punkte lagen zwischen den besten drei, Stroem verpasste ihren ersten Weltcupsieg gar um nur 1,3 Zähler.

Für die Athletinnen war es eine bestandene Mutprobe, für die Zuschauer ein packender Wettkampf. Bei insbesondere schwierigen Sichtverhältnissen aufgrund dichten Nebels galt es die Nerven zu bewahren und, vor allem, keine technischen Fehler zu machen. „Mein erster Sprung war sehr gut, der Zweite überhaupt nicht. Aber irgendwie hat es trotzdem gereicht. Anna [Odine Stroem] hätte den Sieg auch verdient gehabt. Aber das ist natürlich ein toller Tag für uns“, bilanzierte Lundby das Geschehen. Auch Eva Pinkelnig und Daniela Iraschko-Stolz auf den Plätzen vier und fünf absolvierten einen starken Wettkampf, auch wenn Letztere einmal mehr mit ihrem Absprung haderte. Mit Alexandra Kustova (Siebte) und Lidiia Iakovleva (Zehnte) waren zum zweiten Mal in dieser Saison zwei Russinnen unter den besten zehn. Nach dem gestrigen Erfolgserlebnis im Team gab es für Japan wenig zu feiern: Sara Takanashi wurde als Beste der Gastgeberinnen Sechste.

Althaus nach Windpech mit Aufholjagd

Nach ihrem Auftritt am Samstag war Katharina Althaus voller Zuversicht, auch am Sonntag um den Sieg mitspringen zu können, doch daraus wurde nichts. Im ersten Durchgang musste sie mehrere Minuten auf die Startfreigabe warten und, just als sie sich in die Spur begab, flaute der Aufwind gänzlich ab. So kam sie nur auf 83 Meter und belegte Rang 17. Beim zweiten Sprung erwischte sie ein besseres Windfenster und sprang dank einer Weite von 92 Metern noch vor auf Platz acht. Das gegenteilige Erlebnis machte Juliane Seyfarth: Sie konnte den guten Wind im Finaldurchgang nicht nutzen und rutschte auf Platz 18 zurück, noch hinter Anna Rupprecht. Ramona Straub hingegen zeigte ihren mittlerweile bekannten guten zweiten Sprung und wurde Neunte.

Es war ein enges Springen, das vor dem zweiten Durchgang, in dem es für die Springerinnen im aufkommenden starken Nebel ungleich schwieriger wurde, kaum Prognosen zuließ. Bestes Indiz dafür war die Tatsache, dass zwischen Platz 30 und sieben keine 20 Punkte, also nicht einmal zehn Meter lagen. Mehr noch: Pauline Heßler musste schon zum zweiten Mal in dieser Saison in den sauren Apfel des 31. Platzes beißen. Ganze 0,1 Punkte fehlten ihr, um in das Finale einzuziehen. Jacqueline Seifriedsberger konnte ihre leicht positive Tendenz aus dem Team-Wettkampf nicht bestätigen und fiel im zweiten Durchgang von Platz 22 auf 27 zurück. Auch Chiara Hölzl erwischte keinen guten zweiten Sprung, für sie ging es von Platz sechs noch runter auf 14.

Qualifikation fällt Wetter zum Opfer

Die verlässlichste Größe in diesen Tagen von Zao blieb der Wetterbericht, der auch am Sonntag alles richtig vorhersagte. Starker Wind, nasser Schneefall und dichter Nebel nisteten sich schon früh an der Schanze ein und so wurde die Qualifikation bereits eine Stunde vor der geplanten Startzeit abgesagt. Keiner der drei angedachten Versuche, eine Qualifikation durchzuführen, ging an diesem Wochenende auf, weshalb in diesem letzten Wettbewerb alle 44 gemeldeten Athletinnen an den Start gehen durften.

Durch ihren Sieg verkürzte Maren Lundby (nun 588 Punkte) ihren Rückstand auf die führende Katharina Althaus (622) im Gesamtweltcup auf 34 Punkte. Daniela Iraschko-Stolz behält ihren dritten Rang (459 Punkte).

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Für die Skispringerinnen geht es nun wieder zurück nach Europa. Einige von ihnen aus der Altersklasse unter 20 Jahren werden zur Junioren-Weltmeisterschaft nach Lahti (Finnland) reisen. Der Weltcup macht am nächsten Wochenende im rumänischen Rasnov Station (alles live bei skispringen.com).

Über Luis Holuch 127 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-Weltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal.

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