DSV-Skispringer chancenlos

Vierschanzentournee: Halvor Egner Granerud gewinnt Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Foto: imago / ThomasReiner.pro

Halvor Egner Granerud bestätigt in Garmisch-Partenkirchen seine Favoritenrolle und gewinnt nach dem Auftakt auch das zweite Springen der Vierschanzentournee. Beim berühmten Neujahrsspringen sind die DSV-Skispringer im Kampf um die Podestplätze chancenlos.

Mit Sprüngen auf 140 und 142 Meter sicherte sich Halvor Egner Granerud den Sieg beim traditionsreichen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Drei Tage nach seinem Triumph beim Auftaktspringen in Oberstdorf setzte sich der Norweger mit insgesamt 303,7 Punkten auf der Olympiaschanze gegen Anze Lanisek durch, der auf 140,5 und 137 Meter (297,3 P.) kam. Den dritten Platz belegte Dawid Kubacki aus Polen mit 136 und 138,5 Metern (294,4 P.).

Den Grundstein zum Sieg legte der 26-jährige Norweger schon im ersten Durchgang. Zur Halbzeit lag Granerud hauchdünne 0,6 Punkte vor dem zweitplatzierten Lanisek, erzielte im Finale dann aber die Tagesbestweite und unterstrich damit seine Ambitionen, als erster Norweger seit Anders Jacobsen 2006/2007 die Vierschanzentournee zu gewinnen.

Granerud fast 15 Meter vor Kubacki

In der Gesamtwertung liegt Granerud nun 26,8 Punkte vor Verfolger Kubacki – umgerechnet fast 15 Meter, also ein durchaus komfortabler Vorsprung zur Halbzeit der Vierschanzentournee. Piotr Zyla liegt nach einem sechsten Platz beim Neujahrsspringen an dritter Stelle der Gesamtwertung.

„Das ist der größte Einzel-Wettkampf im Skispringen, den man gewinnen kann. Natürlich bin ich überglücklich“, jubelte Granerud im Anschluss.

Wellinger fällt im Finale zurück

Die deutschen Skispringer waren vor 20.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Olympiaschanze im Kampf um die Podestplätze chancenlos. Bester Deutscher wurde Andreas Wellinger, der nach einem fünften Platz zur Halbzeit im Finaldurchgang mit 133 Metern noch auf Rang acht zurückgefallen ist. „In Summe bin ich trotzdem zufrieden. Nachdem ich mich gestern echt schwergetan habe, waren beide Wettkampfsprünge heute ein Schritt nach vorne“, analysierte Wellinger. Karl Geiger, beim Auftakt in Oberstdorf noch starker Vierter, musste sich mit Platz elf zufrieden geben.

Karl Geiger, beim Auftakt in Oberstdorf noch starker Vierter, musste sich mit Platz elf zufrieden geben. In der Gesamtwertung liegt der Oberstdorfer mit einem Rückstand von 57,6 Punkten auf Granerud an fünfter Stelle. Knapp dahinter folgt Wellinger auf dem sechsten Platz.

Horngacher hakt Gesamtsieg ab

Den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald 2001/2002 hat Bundestrainer Stefan Horngacher schon zur Tournee-Halbzeit abgehakt. „Es müsste schon ein Wunder passieren“, resümierte Horngacher in der ‚ARD‘ und erklärte weiter: „Oberstdorf war relativ positiv, aber hier sind wir von Anfang an nicht ganz so hingekommen. Der erste Durchgang war ganz okay, aber im zweiten konnten wir heute nicht mehr angreifen.“

Markus Eisenbichler ist mit 124 Metern im K.o.-Duell gegen Pius Paschke (24.) gescheitert und mit Platz 32 ebenso wie Martin Hamann (38.) und Luca Roth (45.) vorzeitig ausgeschieden. Weitere Weltcuppunkte gesammelt haben hingegen Philipp Raimund (15.), Stephan Leyhe (17.), Constantin Schmid (23.) und erstmals Felix Hoffmann (28.).

Vier Österreicher in den Top Ten

Die österreichische Mannschaft hat den erhofften Podestplatz zwar wie schon in Oberstdorf knapp verpasst, aus mannschaftlicher Hinsicht war das Team von Cheftrainer Andreas Widhölzl aber eine Klasse für sich. Routinier Manuel Fettner belegte hinter Kubacki den vierten Platz, gefolgt von Teamkollege Jan Hörl. Daneben haben aus der Alpenrepublik auch Daniel Tschofenig (7.) und Michael Hayböck (10.) den Sprung unter die Top Ten geschafft.

» Weltcup-Kalender 2022/2023 (Herren): Alle Termine im Überblick

Fortgesetzt wird die Vierschanzentournee nach einem Ruhetag am Dienstag in Österreich: Am berühmten Bergisel in Innsbruck steht um 11:15 Uhr zunächst das offizielle Training und um 13:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) die Qualifikation auf dem Programm.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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Über Marco Ries 791 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

15 Kommentare

  1. Wann trennt sich der DSV endlich von Horngacher?
    Felix Magath hat recht – da ist nichts, ausser Hoffnung. Ein bisschen wenig für eine Top Skisprung Nation wie Deutschland.
    Die erste Riege springt mit, ohne ansatzweise Siegchancen zu haben.
    Wenn Horngacher jetzt die Tournee abschreibt, da kann ich mich totlachen. Unsere Springer sind Meilen von der Spitze entfernt.

    Nun hofft er auf die WM in Planica. In der Verfassung fahren die Männer ohne Edelmetall nach Hause. Unvorstellbar.

    Fazit: Horngacher muss weg!

  2. Andi Wellinger sorgt jedenfall für spektakuläre Momente, auch wenn er noch nicht ganz die Konstanz hat. Ich bin sicher, dass er über kurz oder lang wieder die Bühne rockt.

    • @Paul
      Ihr Optimismus in allen Ehren, aber „die Bühne rocken“ andere… mir geht sein Gesabbel vom richtigen Weg auch nur noch auf den Geist.

  3. Die bis hier her abgegebenen Kommentare müssten eigentlich durch den Betreiber gelöscht werden !!! Sie sind haltlos, ahnungslos und beleidigend !!! Sowas gehört nicht auf eine Skisprungseite !! Kritik sollte Hand und Fuß haben und durch Fachwissen untermauert werden !!! Nur noch lächerlich was auf dieser Seite geboten wird. Der Betreiber selbst hat kein Fachwissen und verfasst nur negative Berichte über die deutsche Mannschaft,anstatt fundiert und sachlich zu berichten. Dem Mainstream nach dem Mund reden kann ich auch, dafür brauche ich Skispringen.com nicht !!!! Auf Wiedersehen

  4. Ich glaube, dass Hornfacher sich von seinen Worten über aller beste Mannschaft,die er je bei der Vierschanzentournee hat, zurückziehen soll

  5. Gratulation an Granerud!Zu den Deutschen: schön,wenn man mit Platz 8 und 11 zufrieden ist mit so einer Einstellung gewinnt man nicht mal nen Blumentopf. Dann tretet zurück und lasst Springer mit mehr Willen und Motivation ran. Der Wellinger geht mir so auf den Zeiger….

    • Es wird dir sicher aufgefallen sein, dass in Garmisch eine nationale Gruppe am Start war. Die haben sie also alle ‚ran gelassen‘, nur leider hat da niemand auf Anhieb 0,2 Punkte mehr gemacht als die anderen den Top Ten.

      • Das Problem ist nicht die 2te Garnitur aus der nationalen Gruppe. Wenn die in die Weltcuppunkte kommen ist alles bestens. Das Problem sind die sogenannten DSV Topspringer die momentan so weit von irgendwelchen Titeln entfernt sind wie der HSV von der Champions League

      • Stimmt so nicht. Felix Hoffmann hat durchaus überzeugen können.
        Wenn der öfter im Weltcup springen dürfte, wäre er sicher noch erfolgreicher.

  6. Granerud in der Form seines Lebens, wenn er die halten kann und Kubacki, Stoch & Zyla nicht zulegen wird er WM. Die deutschen Springer sind am Limit, springen für ihre Verhältnisse sehr gut aber mehr ist nicht drin. In diesem Sinne ein frohes neues Jahr! Und endlich wieder genügend Bier dank Bürgergeld kann ich jetzt noch mehr Bier trinken! Euer Karl-Peter mit Bier!

  7. Granerud in der Form seines Lebens, wenn er die halten kann und Kubacki, Stoch & Zyla nicht zulegen wird er WM. Die deutschen Springer sind am Limit, springen für ihre Verhältnisse sehr gut aber mehr ist nicht drin. In diesem Sinne ein frohes neues Jahr! Und endlich wieder genügend Bier dank Bürgergeld kann ich jetzt noch mehr Bier trinken! Euer Karl-Peter mit Bier!

  8. Ja, heute Lanisek koennte Granerud schlagen, aber Norwege im 2. Sprung den guten Wind bekam.Kubaecki , fast, um 5 Punkte sogar, schlaechteren Wind als Granerud im zweiten Durchgang.Granerud auf dem Weg zur Grand Slam…4 Siege…

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