DSV-Skispringer weiter in Top-Form

135 Meter! Markus Eisenbichler gewinnt Qualifikation in Nischni Tagil

Foto: imago / GEPA

Markus Eisenbichler bringt sich in Stellung für das anstehende Weltcup-Wochenende in Nischni Tagil: In einer sportlich hinfälligen Qualifikation setzt sich der Siegsdorfer mit einem beeindruckenden Sprung gegen Halvor Egner Granerud durch.

Mit einem starken Sprung auf die Bestweite von 135 Meter sicherte sich Markus Eisenbichler den Sieg in der Qualifikation für das erste von zwei Einzelspringen an diesem Wochenende. Im russischen Nischni Tagil erzielte der 29-Jährige am Freitagabend (Ortszeit) insgesamt 138,1 Punkte und setzte sich damit gegen Halvor Egner Granerud durch, der nach starken Trainingsleistungen auf 131,5 Meter (135,8 P.) kam. Den dritten Platz belegte der aus der Quarantäne zurückgekehrte Österreicher Daniel Huber mit 130 Metern (130,2 P.).

Nach leichten Schwierigkeiten im Training machte Eisenbichler deutlich, dass er nach zwei Siegen bei bislang drei Einzelspringen in dieser Saison auch in Russland als heißester Anwärter auf den Sieg gilt. Einzig bei der Landung ließ der Siegsdorfer einmal mehr wertvolle Punkte liegen. „Der Telemark ist noch meine Achillessehne“, hatte der Bayer schon am vergangenen Wochenende in Kuusamo erklärt.

Freund und Wellinger tun sich schwer

Neben Quali-Sieger Eisenbichler haben sich aus der deutschen Mannschaft auch Constantin Schmid (12.), Pius Paschke (22.) und Martin Hamann (29.) für das erste von zwei Einzelspringen des Wochenendes qualifiziert. Mit dabei sind auch Severin Freund und Olympiasieger Andreas Wellinger, die sich aber weiterhin schwer tun und punktgleich den 32. Platz belegt haben.

Karl Geiger verzichtet auf die Wettbewerbe in Russland, weil seine Ehefrau dieser Tage ihr erstes Kind erwartet. „Wir haben das gemeinsam diskutiert. Er wollte einerseits springen, weil er momentan gut drauf ist, aber natürlich will er auch sein Kind sehen. Wir haben gemeinsam entschieden, dass die Familie wichtiger ist“, erklärte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Norweger beeindrucken mannschaftlich

Aus mannschaftlicher Hinsicht waren die Norweger das Maß aller Dinge. Neben Halvor Egner Granerud, der nicht einmal eine Woche nach dem ersten Weltcupsieg seiner Karriere auch in Nischni Tagil zum Favoritenkreis gehört, schafften mit Marius Lindvik (5.) und Robert Johansson (6.) zwei weitere Athleten aus der Mannschaft von Cheftrainer Alexander Stöckl den Sprung unter die Top Ten, die Johann Andre Forfang als Elfter nur knapp verpasst hat.

Während sich Ryoyu Kobayashi (23.) weiterhin auf Formsuche befindet, belegte Teamkollege Yukiya Sato als bester Japaner einen starken vierten Platz. Auch Timi Zajc (7.) und Anze Lanisek (9.) machen eine Woche vor ihrer Heim-WM im Skifliegen Hoffnung auf einen Aufwärtstrend innerhalb der slowenischen Mannschaft.

Nur 51 Athleten am Start

Weil insgesamt nur 51 Athleten aus acht Nationen für die erste Qualifikation gemeldet haben, war diese sportlich fast hinfällig. Mit dem Österreicher Jan Hörl sowie Tilen Bartol aus Slowenien und Ilya Mankov aus Russland sind gleich drei Athleten wegen irregulärer Sprunganzüge disqualifiziert worden. Damit wird das erste Einzelspringen des Wochenendes mit nur 48 Startern über die Bühne gehen.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zum Weltcup in Nischni Tagil

Am Samstag startet um 15:15 Uhr zunächst der Probedurchgang, bevor um 16:30 Uhr (MEZ / alles live bei skispringen.com) der erste Wertungsdurchgang auf dem Plan steht.

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Über Marco Ries 691 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

8 Kommentare

  1. Ohne Lothar Matthäus wären wir 1990 kein Fußballweltmeister geworden und ohne „Eisei“ hätten wir aktuell keinen Siegspringer. Wer also diese Sportler diskriminieren möchte, dem würde ich raten, sich mit Sprungskiern auf die Schanze zu stellen und nach dem Abwinken auch zu springen. Die Kamerabilder würden wir uns dann gerne anschauen.

    • Nur, wenn derjenige beim Absprung auch noch einen Fußball köpft.

      Der Loddar ist nicht nur Weltmeister, sondern auch ein Vorbild in Sprache und Denken!

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