Bei ihrem ersten Auftritt im Sommer-Grand-Prix 2026 zeigt Anna Odine Stroem ihre ganze Klasse. Während die Norwegerin einen souveränen Sieg feiert, verhindert der Wind ein besseres Ergebnis von Selina Freitag.
Im Februar wurde sie Doppel-Olympiasiegerin, nun ist sie auch zweifache Grand-Prix-Siegerin: Mit 129 und 128,5 Metern und 241,1 Punkte war Anna Odine Stroem am Samstagnachmittag in Courchevel nicht zu schlagen. Die Norwegerin gewann vor der Japanerin Yuki Ito, die nach 130,5 Metern im ersten Durchgang im Finale die Schanzenrekordweite von 133 Metern einstellte und auf 226,9 Punkte kam. Dritte wurde Stroems Landsfrau Ingvild Synnoeve Midtskogen, die durch 119 und 127,5 Meter und 220,4 Punkte ihr erstes Podium auf höchster Wettkampfebene erreichte.
„Das ist ein toller Start für mich. Es fühlt sich toll an, wieder zu wettkämpfen und vor dieser Kulisse und diesen Fans macht es besonders viel Spaß“, kommentierte Stroem ihren zweiten Sieg, nachdem sie bereits im September 2025 die Olympia-Generalprobe in Val di Fiemme gewonnen hatte. Mit Gyda Westvold Hansen auf Platz neun landete sogar noch eine dritte Norwegerin unter den besten Zehn. Silje Opseth, die vergangenes Wochenende im polnischen Wisla zwei Mal auf dem Podium landete, verzichtete auf den Trip nach Courchevel.
Bestes Karriereresultat für Wiegele – Freitag vom Winde verweht
Die Japanerinnen stellten insgesamt sogar vier Springerinnen in den Top Ten, neben Ito erzielten auch Kurumi Ichinohe, Ringo Miyajima und Sara Takanashi mit den Positionen vier, sechs und zehn starke Resultate – für Miyajima war es sogar das beste Prix-Ergebnis ihrer Karriere. Selbiges galt derweil auch für die Österreicherin Hannah Wiegele, die als Achte überzeugen und auch ihre Landsfrau Julia Mühlbacher (16.) deutlich hinter sich lassen konnte.
Die einzige Schweizer Starterin Sina Arnet belegte Platz 29, direkt hinter der Finnin Julia Äkiä, die als 28. ihr bestes Grand-Prix-Ergebnis einfuhr. Ema Klinec, die vor exakt einer Woche den Grand-Prix-Auftakt gewonnen hatte, übernahm durch Platz fünf die Gesamtführung von ihrer Teamkollegin Nika Vodan, die ebenfalls nicht am Start war. Lokalmatadorin Josephine Pagnier lag nach dem ersten Durchgang noch auf Podestkurs, fiel in den wechselhaften Windverhältnissen dann aber auf Rang sieben zurück.
Noch größeres Pech hatte zuvor bereits Selina Freitag, die nach dem ersten Durchgang Sechste war. Als sie auf dem Balken Platz nahm, deuteten sich schwierige Verhältnisse an, dennoch wurde die Startampel auf grün geschaltet. Bundestrainer Heinz Kuttin zögerte ihren Start noch so lange es ging heraus, doch die Winde wurden immer prekärer. In diesen Turbulenzen kam Freitag nicht über 99 Meter hinaus und fiel auf Platz 18 zurück. Damit war sie dennoch beste Deutsche, Alvine Holz und Agnes Reisch landeten auf den Positionen 21 und 24.
Keine Punkte für Debütantinnen und DSV-Trio
In den Reihen der Französinnen gab die erst 16-Jährige Capucine Mesnil ihr Sommer-Grand-Prix-Debüt. Dabei fehlten ihr nach 106,5 Metern lediglich 0,5 Punkte zum ersten Punkteresultat, sie schied als 31. denkbar knapp aus. Mit der Slowenin Taja Kosir gab es eine weitere Debütantin, diese landete auf Platz 36.
Ebenfalls keinen zweiten Durchgang und damit Punkte gab es für die drei DSV-Athletinnen Juliane Seyfarth, Emely Torazza und Kim Amy Duschek auf den Plätzen 32, 33 und 38. Für Duschek war es das verspätete Grand-Prix-Debüt, nachdem sie in Wisla in der Vorwoche nicht starten durfte, weil ihr Sprunganzug die technische Abnahme nicht bestanden hatte.
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Am morgigen Sonntag steht in Courchevel für die Skispringerinnen der zweite Wettkampftag an. Die Qualifikation beginnt um 9 Uhr, der erste Durchgang startet um 16 Uhr (alles live bei skispringen.com).

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