Igor Medved hat nach dem Eklat bei den Olympischen Winterspielen einen neuen Trainerjob gefunden. Der Slowene übernimmt ab sofort die chinesische Nationalmannschaft und hat mit seinem neuen Team große Ziele.
Der 45-Jährige bestätigte seinen Wechsel im Gespräch mit dem polnischen Portal ’sport.pl‘. „Das ist eine große Herausforderung für mich“, erklärte Medved, der trotz der bislang überschaubaren Bedeutung Chinas im internationalen Skispringen großes Potenzial sieht.
„Sie verfügen über moderne Trainingszentren, einen Windkanal, eine umfangreiche Infrastruktur nach den Olympischen Spielen und nun einen neuen Standort nahe der Grenze zu Kasachstan sowie zwei ältere Anlagen“, erklärte der neue Nationaltrainer. Eine Herausforderung seien allerdings die großen Entfernungen innerhalb des Landes und die damit verbundenen langen Anreisen.
Medved will China zur Skisprungnation machen
Medved hat mit seiner neuen Aufgabe ein ambitioniertes Ziel. „Ich möchte, dass sich China zu einer Skisprungnation entwickelt“, sagte der Slowene. Dabei kann er auf ein internationales Trainerteam zurückgreifen.
Unterstützt wird Medved künftig von Nejc Frank, Pierre Hartmann, Roman Paschkin und Denis Kornilov. Bei den beiden russischen Trainern Paschkin und Kornilov müssen laut ’sport.pl‘ allerdings noch letzte Visa-Fragen geklärt werden.
China verfügt inzwischen über deutlich bessere Voraussetzungen für die Entwicklung des Skispringens als noch vor einigen Jahren. Im Zuge der Olympischen Winterspiele in Peking 2022 wurde die Infrastruktur deutlich ausgebaut. Auch die Trainingsmöglichkeiten und der vorhandene Windkanal bieten Medved neue Möglichkeiten, eine leistungsfähige Mannschaft aufzubauen.
Unrühmliches Ende in Finnland
Für Medved ist der neue Job zugleich die Rückkehr auf die internationale Trainerbühne nach einem unrühmlichen Ende seiner Tätigkeit in Finnland. Im Sommer 2024 hatte der ehemalige slowenische Skispringer den Posten als Cheftrainer der finnischen Männer übernommen.
Mittlerweile sieht Medved die Angelegenheit als abgeschlossen an. „Menschen machen Fehler. Heute kann ich jedem problemlos in die Augen sehen. Ich habe mein Gesicht gewahrt“, erklärte der Slowene.
Gleichzeitig blickt er mit Stolz auf seine Zeit in Finnland zurück. „Ich bin stolz auf meine Arbeit in Finnland. Ich hoffe, dass sie weiterhin Erfolge feiern können“, sagte Medved. Die finnische Mannschaft wird inzwischen von Lauri Hakola betreut.
In China beginnt für den 45-Jährigen nun ein neues Kapitel. Ob Medved die Mannschaft tatsächlich zu einer festen Größe im internationalen Skispringen entwickeln kann, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.

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