Erster Einzel-Weltcup im Schwarzwald

Anze Lanisek gewinnt in Tititsee-Neustadt – Karl Geiger auf dem Podium

Foto: Stefanie Linden

In einem spannenden Finale lässt Anze Lanisek den favorisierten Dawid Kubacki hinter sich. Beim Sieg des Slowenen jubelt auch Karl Geiger, der für den ersten Podiumsplatz der DSV-Mannschaft in diesem Winter sorgt.

Mit Sprüngen auf 133,5 und 141 Meter sicherte sich Anze Lanisek den Sieg im ersten von zwei Einzel-Wettbewerben an diesem Wochenende in Titisee-Neustadt. Beim ersten Weltcup der Saison in Deutschland erzielte der Slowene insgesamt 272,8 Punkte und setzte sich damit gegen Top-Favorit Dawid Kubacki aus Polen durch, der auf 130,5 und die Bestweite von 144 Metern (271,5 P.) kam. Den dritten Platz belegte zur Freude der Zuschauer an der Hochfirstschanze der Oberstdorfer Karl Geiger, der mit 135 und 141,5 Metern (269,2 P.) den ersten deutschen Podiumsplatz in einer bislang enttäuschenden Saison gefeiert hat.

Nach dem ersten Durchgang sah es noch danach aus, als würde Halvor Egner Granerud seinen ersten Saisonsieg feiern. Nach starken Leistungen im Training und der im Vorfeld durchgeführten Qualifikation ließ der Norweger im Finale aber Federn, kam nicht über 135 Meter hinaus und fiel damit noch auf den fünften Platz zurück.

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Rechtzeitig zum langen Skisprung-Wochenende, das für die Skispringer neben zwei Einzel-Wettbewerben auch einen Mixed-Wettbewerb gemeinsam mit den Damen umfasst, hat der Winter im Schwarzwald Einzug gehalten. Dass schon Anfang Dezember auf der Hochfirstschanze gesprungen werden kann, ist aber vor allem dem Umstand zu verdanken, dass die Organisatoren den im vergangenen Winter produzierten Kunstschnee über den Sommer gelagert und damit die Anlage präpariert haben.

Nur Wellinger scheidet aus: Zwei DSV-Adler in den Top-Ten

Neben Karl Geiger überzeugte bei leichtem Schneefall und wechselhaften Windbedingungen aus der deutschen Mannschaft auch Constantin Schmid, der mit 132,5 und 134 Metern den siebten Platz belegt hat. Daneben sammelten aus dem Team von Bundestrainer Stefan Horngacher auch Stephan Leyhe (15.), Markus Eisenbichler (21.) und Pius Paschke (22.) weitere Weltcuppunkte.

„Mit dem Podest habe ich heute eigentlich nicht gerechnet. Aber Karl hat im zweiten Durchgang ebenso wie Constantin einen guten zweiten Sprung gemacht. Wir sind sehr zufrieden“, analysierte Stefan Horngacher im Anschluss.

Einzig Andreas Wellinger, der am Vortag im Training gestürzt ist, kam mit Beschwerden im Sprunggelenk mit 121,5 Metern nicht über den 43. Platz hinaus und musste im zweiten Durchgang zuschauen. „Ihn hat der Sturz vielleicht doch etwas mehr mitgenommen“, sagte Horngacher.

Österreich mannschaftlich stark

Neben Team Polen, das neben Kubacki auch mit Piotr Zyla (6.) unter den Top Ten vertreten war, überzeugten aus mannschaftlicher Hinsicht vor allem die Österreicher, die mit Michael Hayböck (4.), Stefan Kraft (8.) und Manuel Fettner (9.) weit vorne vertreten waren.

Mit Blick auf das zweite Einzelspringen am Sonntag bleiben aber vor allem Granerud und der Gesamtweltcup-Führende Kubacki die Top-Favoriten. Trotz des verpassten Sieges hat der Pole seine Führung im Gesamtweltcup verteidigt.

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Am Samstag steht in Titisee-Neustadt zunächst der erste Mixed-Wettbewerb der Saison auf dem Plan, bei dem jeweils zwei Männer und zwei Frauen gemeinsam an den Start gehen. Um 10:30 Uhr startet der Probedurchgang, um 11:45 Uhr (alles live bei skispringen.com) der Wettbewerb.

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Über Marco Ries 791 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

1 Kommentar

  1. Geht dochj! Bravo Karl, aber Granerud und Kubacki speziell sind leider beängstigend gut. Ich glaube, dass Horngacher in der Vorbereitung einiges falsch gemacht hat.

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