Beim Sieg von Yuki Ito bricht Selina Freitag den Bann der deutschen Skispringerinnen und segelt aufs Podest. Vortagssiegerin Anna Odine Stroem legt derweil einen spektakulären Sturz hin, der aber nur milde Folgen hat.
Die deutschen Skispringerinnen haben ihr erstes Spitzenresultat im Sommer-Grand-Prix 2026 erreicht: Beim Sieg der Japanerin Yuki Ito, die auf 127,5 und 125 Meter und 229,8 Punkte kam, segelte Selina Freitag auf den zweiten Platz. Nachdem sie am Vortag im Finaldurchgang noch Pech mit den Bedingungen hatte, zeigte sie am Sonntagabend mit 129,5 und 122,5 Metern und 220,1 Punkten ihre starke Form. Dritte wurde Ping Zeng, die mit 120 und 126 Metern und 219,2 Punkten den ersten Grand-Prix-Podestplatz für China erzielen konnte.
„Meine Sprünge waren das ganze Wochenende sehr stabil, deswegen bin ich sehr glücklich über diesen Sieg“, strahlte Ito im Anschluss an ihren zweiten Grand-Prix Sieg, mit dem sie auch die Gesamtführung von Ema Klinec, die Fünfte wurde, übernahm. Die inzwischen 32-Jährige, die in die letzte Saison ihrer Karriere geht, sprach aber auch über die Herausforderungen: „Es war sicher nicht perfekt zu springen mit den vielen Unterbrechungen, aber ich bin in meiner Technik sehr stabil geblieben.“
Stroems spektakulärer Sturz endet glimpflich
Vierte und damit beste Norwegerin wurde Ingvild Synnoeve Midtskogen, die einen realistischen Podestplatz aufgrund einer enorm tiefen Landung im Finaldurchgang vergab und so jene zwei Plätze zurückfiel, die Freitag und Zeng aufs Podium brachten. Zu Sturz kam bereits im ersten Durchgang bei 130 Metern ihre Landsfrau Anna Odine Stroem, die sogar mehrere Rollen hinlegte und dabei von ihrem eigenen Ski getroffen wurde, nachdem bei der Landung die Bindung ausgelöst hatte. Sie rappelte sich jedoch auf und war auch schnell wieder zu Scherzen aufgelegt. Sie zog sich jedoch eine Wunde am Ellenbogen zu, die nach Auskunft des Betreuerstabs mit drei Stichen genäht werden musste und eine Teilnahme am zweiten Durchgang verhinderte.
Lokalmatadorin Josephine Pagnier konnte sich derweil im Finale noch um drei Positionen nach vorne kämpfen und wurde Sechste vor der Kanadierin Abigail Strate. Das österreichische Teamduell ging diesmal an Julia Mühlbacher, die hinter der zweitbesten Japanerin Kurumi Ichinohe Neunte wurde, während Hannah Wiegele auf Platz 19 landete. Sina Arnet aus der Schweiz verbesserte ihr Vortagsresultat leicht und belegte Position 26.
Für die Sensation des Tages sorgte jedoch Kira Maria Kapustikova: Die erst 17-Jährige Slowakin segelte im Finaldurchgang auf 124,5 Meter und damit neuen Landesrekord. Doch damit noch nicht genug, eben dieser Sprung beförderte sie ganze sieben Positionen nach vorne, sodass schlussendlich Rang zehn für sie heraussprang – so gut schnitten weder die slowakischen Frauen noch Männer in der Grand-Prix-Geschichte seit 1994 ab.
Keine Punkte für Torazza und Duschek
Juliane Seyfarth wurde unterdessen bereits zum dritten Mal in diesem Sommer 15. und damit an diesem Sonntag zweitbeste Deutsche. Auch Agnes Reisch und Alvine Holz sprangen als 21. und 28. in die Punkte. Emely Torazza, die den Wettkampf mit Startnummer eins eröffnet hatte und Kim Amy Duschek schafften, wie bereits am Vortag den Sprung unter die besten 30 nicht. Als 33. und 40. war für sie der Wettkampf bereits nach dem ersten Durchgang beendet.
Da in der Qualifikation lediglich 41 Springerinnen am Start war, schied nur die Tschechin Natalie Nejedlova bereits am Vormittag aus. Die Startliste schrumpfte im Vergleich zum Vortag um eine Athletin, da Frankreich seine nationale Gruppe am Vortag eingesetzt hatte und durch die neue Quotenregel lediglich über zwei Startplätze verfügt. Marie Thomas Couturand war somit außen vor.
» Sommer-Grand-Prix 2026 (Frauen): Alle Termine im Überblick
Die nächste Station des Sommer-Grand-Prix 2026 ist das rumänische Rasnov. Dort finden am 19. und 20. September zwei weitere Einzelspringen für die Skispringerinnen statt (alles live bei skispringen.com).

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