Überraschungssieg in Finnland

Damjan gewinnt in Kuusamo, Wellinger Dritter

Foto: GEPA

Jernej Damjan feiert beim Weltcup im finnischen Kuusamo den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere. Der Slowene lässt den Norweger Forfang hinter sich. Andreas Wellinger steigert sich und holt für den DSV das erste Einzel-Podium des Winters.

Mit Sprüngen auf 140 sowie 142 Meter sicherte sich Jernej Damjan am Sonntagnachmittag im nordfinnischen Kuusamo überraschend den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere. Der 34-Jährige, der für Newcomer Timi Zajc in die slowenische Mannschaft gerückt ist, erzielte insgesamt 301,4 Punkte und setzte sich in einer hochspannenden Entscheidung gegen den Norweger Johann Andre Forfang (136,5 und 142 m; 298,6 P.) durch. Der Deutsche Andreas Wellinger sicherte sich mit zwei Sprüngen auf 140 Meter (293 P.) als Dritter den ersten Podiumsplatz des Winters.

Überraschungsmann Damjan führte das Feld schon zur Halbzeit vor Robert Johansson und Daniel-André Tande an. Während die Norweger ihre Positionen nicht behaupten konnten und hinter Wellinger auf die Plätze vier (Tande) bzw. sieben (Johansson) zurückfielen, sicherte sich Damjan mit zwei konstant starken Sprüngen den Sieg.

Vier DSV-Skispringer in den Top Ten

Bundestrainer Werner Schuster kann mit dem Abschneiden seiner Athleten nicht nur wegen des ersten Podiumsplatzes im Einzel durch Wellinger zufrieden sein. „Das Podium von Andreas Wellinger ist super. Man kennt seine Geschichte hier – es war ein tolles Wettkampf-Wochenende. Er kann diese Schanze sehr offensiv springen, war hier ziemlich gut unterwegs und hat sich jetzt belohnt. Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Hause“, sagte Schuster nach dem Wettbewerb.

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Alle sechs Athleten sammelten im Norden Finnlands unweit des Polarkreises weitere Weltcuppunkte, gleich vier von ihnen sprangen unter die Top Ten.

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Neben Wellinger gelang dies auch Markus Eisenbichler dank starker 139,5 Meter im Finale als Fünfter, sowie Richard Freitag (6.) und Stephan Leyhe (9.). Komplettiert wird das mannschaftlich starke Abschneiden des DSV durch Pius Paschke (14.) und Karl Geiger (18.).

Kraft erst flop, dann top

Stefan Kraft, der nach seinem Schanzenrekord-Flug vom Vortag als einer der Top-Favoriten an den Start gegangen ist, verspielte die Chancen auf seinen ersten Saisonsieg schon mit seinem ersten Versuch. Der 24-jährige Österreicher lag zur Halbzeit mit 126 Metern nur auf dem 26. Platz, katapultierte sich mit starken 145 Metern im Finale dann noch auf Position 13. Bester Österreicher wurde Manuel Fettner als Zwölfter.

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Mannschaftlich stark präsentierten sich einmal mehr die Norweger. Einen Tag nach dem zweiten Mannschaftssieg des Winters landeten mit Forfang, Tande und Johansson gleich drei Athleten aus der Mannschaft von Cheftrainer Alexander Stöckl unter den Top Ten.

Einen kleinen Rückschlag erlebten hingegen die zuletzt starken Polen: Sommer-Überflieger Dawid Kubacki landete mit 138 und 135 Metern auf dem achten Platz, Teamkollege Piotr Zyla wurde Elfter. Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch wurde gar nur 20.

Kobayashi verteidigt Gelbes Trikot

Mit dem Norweger Andreas Stjernen (31.), dem Finnen Janne Ahonen (34.), dem Slowenen Anze Lanisek (36.) und dem Österreicher Markus Schiffner (40.) sind mehrere namhafte Athleten vorzeitig ausgeschieden.

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Wisla-Sieger Junshiro Kobayashi belegte in Kuusamo zwar nur den zehnten Platz, verteidigt mit insgesamt 126 Punkten aber das Gelbe Trikot vor Damjan (100) und Tande (95).

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Fortgesetzt wird der Weltcup der Skispringer am kommenden Wochenende in Russland: Am Samstag und Sonntag stehen in Nischni Tagil zwei Einzelspringen auf dem Plan, schon am Freitag finden Training und Qualifikation statt.

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Über Marco Ries 503 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

6 Kommentare

  1. In der schwarzen Nacht glitt ein Geist aus nordischem Skisprungmagie durch die finnischen Wälder und sang in gleicher Weise wie die Wälder sangen.
    Und dann trank er seinen Kaffee aus, malte die finnische Weisheit in den Schnee und zeigte dem Nordstern den Stinkefinger.

  2. Trotz zweier Mannschaftsbewerbe haben gerade einmal 9 Nationen bisher gepunktet. Von einer internationalen Sportart kann man zumindest diese Saison noch nicht reden.

    Was ist mit den Tschechen los?

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