Kommentar zur olympischen Mixed-Team-Premiere

Dieses Mixed-Team-Springen ist ein abermaliges Fiasko für das Damen-Skispringen

Foto: imago / Bildbyran

Der Sport geriet bei der olympischen Mixed-Team-Premiere in Peking zur Nebensache. Besonders für das Damen-Skispringen war dieser Wettkampf, wie bereits vorherige Großereignisse, ein einziges Fiasko. Ein Kommentar.

von Luis Holuch

Es ist kein Zufall, dass die tränenüberströmte Sara Takanashi über diesem Kommentar zu sehen ist. Ihr Zustand und Ausdruck steht sinnbildlich für den des Damen-Skispringens an diesem 7. Februar 2022: Es ist ein Jammer. Oder, wie Katharina Althaus es gegenüber dem ‚SID‘ ausdrückte: „Wir haben uns so darüber gefreut, dass wir einen zweiten Wettkampf hier bei Olympia haben. Die FIS hat das mit dieser Aktion zerstört. Ich finde, die haben das Damen-Skispringen zerstört.“ Und dieses befindet sich auch im Jahr 2022 immer noch im Aufbau.

Althaus trifft den Nagel auf dem Kopf, denn der Sport, insbesondere aber das Damen-Skispringen ist an diesem Tag, der eigentlich ein Feiertag hätte werden sollen, der große Verlierer. Mal wieder. 2019 wurde nach dem WM-Einzel in Seefeld über die Leistungen der Kampfrichter diskutiert, zwei Jahre später über eine Anlaufverkürzung der Jury. Und am Montag über dubiose Materialkontrollen. Der Sport? Bei den letzten drei Großereignissen in den Damen-Konkurrenzen totale Nebensache – und das ist ein neuerlicher Imageschaden für eine Disziplin, die in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat.

Problem 1: Der Zeitpunkt

Das Dilemma ist vielschichtig, dennoch hat Deutschlands Vorzeige-Springerin mit ihrem Kommentar das größte Problem an dem Eklat von Peking angesprochen: Den Zeitpunkt. Kaum ein Wettkampf war für die Zukunft des Damen-Skispringens so bedeutend wie dieser. Selten war die Bühne größer. Und was bleibt neben einem faden Beigeschmack der Überraschungs-Medaillen der Teams aus Russland und Kanada, deren Athletinnen und Athleten freilich nichts für die Misere von Norwegen, Deutschland, Japan und Österreich können, haften?

Für Beobachter, die dem Damen-Skispringen nicht so firm sind, entstand womöglich der Eindruck, dass dort geschummelt wird, wo es nur geht. Und dieser Eindruck entspricht schlicht nicht der Wahrheit. Sowohl Katharina Althaus, als auch Sara Takanashi, Daniela Iraschko-Stolz, Silje Opseth und Anna Odine Stroem sind tadellose Sportlerinnen, denen es vor allem um die Sache geht. Sie alle, wie viele vor und mit ihnen, haben auf und neben der Schanze ihren Beitrag dazu geleistet, dass die Disziplin dorthin gekommen ist. Und genau das dürfen die Ereignisse in Zhangjiakou auch nicht verdecken.

Elf Jahre springt die Silbermedaillen-Gewinnerin des Einzels nun schon in der Weltspitze, nicht einmal wurde sie disqualifiziert. Im Einzel sprangen sie und ihre Mitstreiterinnen denselben Anzug wie nun im Mixed und der soll plötzlich nicht mehr passen? Die Materialkontrollen werfen mehr Fragen auf, als dass sie Antworten geben, vor allem hinsichtlich des Prozederes. Neben Stroem berichtete auch Iraschko-Stolz, dass sie sich bei der Kontrolle anders hinstellen musste als sonst. Und schlug damit die gedankliche Brücke zum nächsten problematischen Aspekt.

Problem 2: Die Intransparenz

Disqualifikationen sind nichts unübliches im Skisprung-Zirkus und jede Nation gibt offen zu, dass sie mit dem Material am Limit ist. In dieser Hinsicht hat das Skispringen durchaus Ähnlichkeit zur Formel 1. Was diese Sportarten ebenfalls gemeinsam haben sind Anwandlungen der Intransparenz und hierür ist das Mixed-Teamspringen ein Musterbeispiel.

Denn während Internetnutzer den Live-Ticker zur Verfügung hatten, wurde vor Ort an der Schanze zunächst nichts über die Disqualifikationen vermeldet. Keine Leinwand und keine Durchsagen klärten die anwesenden Personen über die Zwischenfälle auf. Zu allem Überfluss waren nach dem ersten Durchgang sowohl in den TV-Grafiken, die auch vor Ort zu sehen waren, als auch im Live-Ticker, Japan und Österreich plötzlich doch wieder mit vier Sprüngen im Zwischenergebnis gelistet, wodurch fälschlicherweise der Eindruck vermittelt wurde, dass Takanashi und Iraschko-Stolz doch nicht disqualifiziert worden waren.

Ein weiterer Aspekt, der auch die TV-Anstalten, wie etwa das ‚ZDF‘, verwirrten, wurde durch die offizielle Startliste verursacht. Dort wurde als Materialkontrolleur nur Mika Jukkara vermerkt, sodass Moderator Norbert König und Experte Toni Innauer davon ausgingen, dass der Finne diesen Job alleine machte, bis sie erste Gesprächspartner vor dem Mikrofon hatten. Erst dadurch klärte sich auf: Wie im Weltcup auch kontrolliert Jukkara die Herren und seine polnische Kollegin Aga Baczkowska die Damen. Warum sie nicht im Protokoll vermerkt war, bleibt ein Geheimnis der FIS.

Problem 3: Die Inkonsistenz

Zudem heißt es aus Springerinnenkreisen, dass bei der Mannschaftsführersitzung am Tag vor dem Mixed verlautbart wurde, dass die Kontrollen bei diesem Wettkampf besonders streng seien, weil vorher zu viele Verwarnungen ausgesprochen worden seien. Man entschied also hinter verschlossenen Türen, vergangene Versäumnisse zu begleichen und machte dadurch alles nur noch schlimmer. Für die Sportlerinnen und für die TV-Zuschauer, die davon erst im Nachhinein erfuhren, ebenfalls.

Und mit der Zahl an Äußerungen von involvierten Personen wächst nur mehr die Verwirrung – und damit auch das Unverständnis. So sagte Norwegens engagierter Teammanager Clas Brede Braathen der Zeitung ‚VG‘: „Für uns ist es unmöglich, die Anzüge richtig zu machen, wenn wir keine Ahnung haben, wie diese eigentlich kontrolliert werden. Es ist ein riesiger Unterschied, ob du mit den Armen über den Kopf dastehst oder diese 30 Zentimeter neben deinem Bauch hältst.“

Und es geht noch weiter: Wie kann es sein, dass Ursa Bogataj nach dem ersten Durchgang wegen zu kurzen Beins lediglich wohlgemerkt als einzige Springerin verwarnt wurde, wie sie den slowenischen Journalisten auf einer Pressekonferenz nach dem Springen verriet? Und wie kann es sein, dass die Norwegerinnen Stroem und Opseth ohne jede Verwarnung sofort disqualifiziert wurden? Das, wie auch die Tatsache, dass Jukkara laut mehreren Aussagen bei einigen Kontrollen anwesend war, obwohl dies den Regeln nach untersagt ist, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Dass ausgerechnet bei Olympia plötzlich derart viele Dinge anders sind, ist äußerst fragwürdig. Das führt die Regeln und die dort festgehaltenen Toleranzbereiche ad absurdum. Oder anders gefragt: Sollten die Regeln und deren Auslegung unabhängig vom Wettkampf nicht immer identisch sein? Und wenn sich diese Frage nicht nur Beobachter, sondern selbst Sportlerinnen und Teammitglieder stellen, ist es auch um die Glaubwürdigkeit des Sports geschehen.

Dieser Tag muss ein Erweckungserlebnis sein

Blicken wir zum Abschluss nochmal aufs große Ganze: Die Skispringer, die weitestgehend zu Nebendarstellern wurden, sendeten ein großes Zeichen der Solidarität, indem sie ihr Unverständnis in Interviews und Social-Media-Posts ausdrückten. Und gerade auf Nationenseite machen die Geschehenisse Hoffnung, dass Damen(-) und Herren(-Teams) enger zusammenrücken. Ähnlich wie in Norwegen, das im vergangenen Sommer die erste Unisex-Nationalmannschaft der Skisprung-Geschichte gründete.

Dass der Disziplin nun zum dritten Mal in Folge bei einem Großereignis und damit bei größtmöglicher Aufmerksamkeit durch Unregelmäßigkeiten im Wettkampfablauf ein solcher Bärendienst erwiesen wird, darf so nicht sein. Die Sportlerinnen geben stets ihr Bestes und nehmen vieles, was sowohl subjektiv als auch objektiv unfair ist, (zu) oft stillschweigend hin.

Doch an diesem 7. Februar wurde wieder mal eine Grenze überschritten, sodass die daheim gebliebene Olympiasiegerin von 2018, Maren Lundby, zurecht schrieb: „Will man wirklich Teil von so etwas sein?“ Das möchte keine Sportlerin und kein Beobachter und gerade deshalb ist es wichtig und richtig, dass genau das offen(siv) angesprochen und hoffentlich auch aufgearbeitet wird. Denn sonst geschehen keine Veränderungen. Und das hat die Geschichte des Damen-Skispringens leider nicht nur einmal bewiesen.

Über Luis Holuch 306 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

52 Kommentare

  1. Fakten: die Anzüge waren zu groß. Bei Sara Takanashi und Daniela Iraschko-Stolz wurde das auch von den Mannschaften bestätigt. Dazu fehlte den Deutschen wohl die Aufrichtigkeit. Es ist bekannt und oftmals sichtbar, dass viele Springer und insbesondere Springerinnen in sehr großen Anzügen springen. Es ist auch bekannt, dass immer auf der Grenze genäht wird, da mit passenden Anzügen kein Erfolg erzielt werden kann. Der Zeitpunkt: nicht glücklich, aber besser als die Betrügereien noch mal durchgehen zu lassen. Fehler bei früheren Kontrollen dürfen nicht zu Fehlern bei anderen Wettkämpfen führen. Ich erinnere an die beheizten Kufen deutscher Eiskanalrutscher, die es auch mal gab. Es lief schon alles richtig – mit der Frage, was denn vorher bei den Kontrollen falsch war!

  2. Wahrscheinlich würden die Damen mit den Anzügen der Männer auf dem Vorbau landen. Dass man die Wingsuits der Damen jahrelang toleriert hat, jetzt aber bei Olmypia den Banhammer rausholt ist ein schlechter Scherz. Besser wäre es gewesen diesen Mixed-Wettbewerb hätte es nie gegeben und dafür hätte man die Frauen auch von der Großschanze springen lassen.

  3. Erkläre mir bitte einer… wenn wegen inkorrektem Anzuges disqualifizier wird und wenige Zeit später der Sportler mit dem gleichen Anzug wieder aufs Brett muss… theoretisch muss er dann unten erneut rausgenommen werden, was soll das. Unabhängig dass es für die Sportler ein Spießrutenlauf ist.

  4. Es wird sich hier viel darüber ‚gewundert‘, warum Bogataj trotz inkorrektem Anzug nur verwarnt wurde. Tatsächlich glaube ich nicht, dass ein zu kurzes Bein ähnliche aerodynamische Vorteile bringt wie ein Flughörnchenschnitt – eher im Gegenteil. Ich würde dann keine Betrugsabsicht unterstellen, sondern eher zu viel Sparsamkeit beim Verwenden des Anzugsstoffs. Nur so als Möglichkeit…

  5. Olympische Spiele sind für die meisten Sportler, sicher auch für Skispringer*innen ein Karrierehöhepunkt. Ob die Anzüge der 5 Springerinnen so deutlich nicht den Regeln entsprochen haben, dass sie disqualifiziert werden mussten, kann ich nicht beurteilen. Aber es ist schon mehr als merkwürdig, wenn es beim olympischen Mixedwettbewerb plötzlich 5 Springerinnen trifft, die anscheinend mit den gleichen Anzügen 2 Tage zuvor noch beim Frauenwettkampf die Plätze 2,4,6,12,15 belegt hatten, ohne disqualifiziert zu werden.
    Da stimmt doch dann offensichtlich etwas nicht, es wurde dann ja im wahrsten Sinne des Wortes mit zweierlei Maß gemessen. Regeln muss es geben und deren Einhaltung auch kontrolliert werden, aber dann doch bitte bei jedem Wettkampf, egal ob Kreismeisterschaft, Weltcup oder olympische Spiele.
    Hier hat dann doch offensichtlich die FIS versagt und es sollte Konsequenzen geben für die Verantwortlichen.
    Sofort.
    Der 7. Februar war eine Schande für den Skisport. Nicht wegen dem olympischen Skisprungmixedwettbewerb, sondern weil es bedeutet, dass vorher bei den Damen von den meisten führenden Nationen geschummelt wurde und die Kontrolleure weggeschaut haben.

  6. Ein toller Kommentar!

    Wurde nur nicht einst Miran Tepes zu den Damen geschickt, weil es wiederholt zu Auffälligkeiten bei den Herren gekommen war?

    Wird hier ein vermeintlich bestechlicher Offizieller seit Jahren vom Verband geschützt? Es war zu offensichtlich, dass er Althaus um Gold betrogen hat, 30 Sekunden warten hätten den Wettkampf nicht unnötig verlängert!

    Am besten wäre es wohl alle 4 Beteiligten die Kontrolleure und Herren an der Ampel durch Offizielle aus neutraleren Nationen (bspw Finnland, Schweden, Italien, Tschechien,Frankreich oder den Niederlanden) zu ersetzen! Es darf in meinen Augen zukünftig niemand ein Offizielles, Wettkampfentscheidendes Amt, besetzen der einer der 6 Top Nationen im Skispringen angehört! Es muss personelle Konsequenzen geben!

    Auch wenn hier vlt Regeln zum ersten Mal bei Olympia strenger kontrolliert wurden, bzw so hart wie bei den Herren kontrolliert wurden, war es der absolut falsche Zeitpunkt, hat die Namen großer Sportlerinnen unnötig mit dem Stempel Betrügerin versehen! Ich glaube den Damen nach Bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben, da die Anzüge im Einzel noch in Ordnung waren!

    Wenn ich eine strengere Umsetzung der Regeln will, mach ich das vor Olympia, in Willingen waren auch beide Kontrolleure gemeinsam vor Ort!

    Man darf das dann einfach nicht bei Olympia durchziehen, wo die Weltöffentlichkeit auf den Sport schaut! Das ist nicht fair gegenüber den Athletinnen! Diese Aktion wirft die Anerkennung des Damen Springens leider wieder um einige Jahre zurück!

  7. Der 7.2.2022 sollte als „Die Schande von Peking“ in die Geschichte des Skisports eingehen. Die Namen Sandro Pertile und Mikka Jukarra sind für immer mit der „Schande von Peking“ verbunden. Die beiden Herren müssten umgehend entlassen werden und dürften nie mehr für den Skisport tätig sein. Was die Beweggründe der beidne waren (Wettmafia, Erpressung durch den russischenn Staat – soll ja bei Finnen öfters Vorkommen oder schlicht und ergreifend Dummheit und Starrköpfigkeit) spielt hierbei keine Rolle.
    Es ist eine Zumutung für Sportler und Zuschauer, dass die FIS diese beiden Pfeifen nicht sofort feuert. Ihre Arbeit hat dem Skisport mehr geschadet als genützt und tut dies auch weiterhin. Also sofort feuern.

  8. Solche Geschichten könnten so einfach ausgeschlossen werden. Es hätte gereicht, eine Kontrolle früher planen, so dass die Athleten eventuell die Zeit hätten, sich umzuziehen. Nach der Kontrolle gäbe es keine Möglichkeit dazu.

  9. Zwischen dem Ende des Sprungs von Althaus und der Bekanntgabe der Disqualifikation liegen weniger als 12 Minuten. Die Aussage von Hüttel, dass sie 20 Minuten kontrolliert wurde, ist somit eine krasse Lüge. Das kann man in der Mediathek nachprüfen.

    • Herr Hüttel will mit solchen Aussagen von seiner bzw. der Vorantwortung seiner Trainer wirklich nur ablenken.
      Damit kaschiert man die Mitverantwortung.
      Blauäugig in einen olympischen Wettkampf zu gehen, noch dazu einen Teamwettbewerb, ist mehr als fahrlässig, wenn sich anscheinend vorher strengere Kontrollen andeuteten.
      Ausbaden musste es Frau Althaus.

  10. Top Beitrag. Leider bleibt das Gefühl, dass hier noch viel mehr ungeklärt ist, als wir uns denken können. Ich habe Angst, um unseren eigentlich so wunderbaren Wintersport.

    Besonders pikant; keine Disqualifizierung für Slowenien, nachdem schon im Damen-Einzel eine nicht nachvollziehbare Entscheidung durch (wieder mal) Miran Tepes getroffen wurde. Freue mich trotzdem für alle bisherigen Medaillengewinner.

    • Betrug bleibt Betrug!!!Super Sache von Mika Alle Achtung!!!! Ich habe vor paar Jahren hier Kommentar erfasst über Herren Anzüge bei Ski Springen bei 4 Schanzen!!! Der Sepp Gratzer war auf ein Auge blind damals alle Deutsche Japan und Norweger Ski Springer haben Anzüge viel zu gross gehabt. Und das ist klar Vorteil gegen über andere Springe: Das der Trainer Stefan Horngacher als Kasperletheater nennt ist für mich unfair hoch 10. Er war damals Chef Trainer bei Polen Team hat als erste gemeckert über Anzüge!!! Dass die Frauen haben eine Materialkontrolleurin die keine Ahnung gehabt hat darum hat Mika zu Recht die Frauen disqualifiziert. Normalweise soll bei Olympischen Spielen immer Fair Play in Vordergrund stehen!!! Die aller Kommentar was hier geschrieben über Olympische Gedanke, politischen Skandals, Was für eine Schweinerei und das Beste ist von Sven Hannawald die Kommentare bei ZDF sind absolut Absurd. Mika Jukkara hat nur sein Job gemacht und das war korrekt bei Olympiade!! Jetzt muss er nur den Geiger und Ryoyu Kobayashi bei nächsten Springen disqualifiziert wegen Oberschenkeln Band die beide benutzen, das ist auch nicht erlaubt.

    • Wurde nicht eben genau dieser Miran Tepes einst zu den Damen geschickt, weil es wiederholt zu Auffälligkeiten bei den Herren gekommen war? Wird hier ein vermeintlich bestechlicher Offizieller seit Jahren vom Verband geschützt? Am besten wäre es wohl alle 4 Beteiligten die Kontrolleure und Herren an der Ampel durch Offizielle aus neutraleren Nationen (bspw Finnland, Schweden, Italien, Frankreich oder den Niederlanden) zu ersetzen! Es darf in meinen Augen zukünftig niemand ein Offizielles, Wettkampfentscheidendes Amt, besetzen der einer der 6 Top Nationen im Skispringen angehört!

  11. Für mich gehört der ganze Wettbewerb anuliert, da hier seitens der FIS in das Ergebnis eingegriffen wurde.
    Wir haben hier einen Kontrolleur bei den Herren, der ja schon des Öfteren negativ aufgefallen ist und die Regeln wohl anders interpretiert als seine Kollegin.
    Wie kann das sein? Normalerweise erwarte ich, dass beide die gleiche Ausbildung haben und nach den gleichen Regeln kontrollieren.
    Das hat die FIS nicht nicht geschafft.
    Offenbar ist es so, dass bei den Damen – wohl auf Druck des Kontrolleurs der Herren – plötzlich anders gemessen wurde als bisher. Fragt sich natürlich warum dieser Mensch überhaupt anwesend war – das allein ist ein absolutes NoGo.
    Und wenn die Damen mit den Armen bisher 30cm neben dem Körper vermessen wurden und nun mit den Armen über dem Kopf, ist natürlich auch klar, dass die Werte anders sind.
    Die Verbände haben sich sicherlich an den den jeweiligen FIS Kontrolleur orientiert und entsprechend die Anzüge geschneidert.
    Daher ist es an der FIS dafür zu sorgen das solche übereifrigen Personen , an anderer Stelle eingesetzt werden, und einheitliche Kriterien, am besten mit Schaubildern geschaffen werden.
    Man hat heute so viele Möglichkeiten, nur nutzen muss man sie auch.

  12. Hi Leute es wurden nicht nur die Deutschen, Norwegerinnen kontrolliert auch die Sloweninnen da passte alles seht euch bitte mal die Aufnahme an als die Katarina Althaus auf dem Balken saß, dann wisst Ihr weshalb Sie disqualifiziert wurde.Also ganz ruhig verhalten und regelkomforme Anzüge springen in Zukunft, aber da ist man vorne nicht dabei so sieht es nämlich aus.Das ist die Wahrheit ich war lange genug dabei ich kann das beurteilen.

  13. Ich kann mich den Kommentaren zuvor nur anschließen. Die Athletinnen und Atlethen bereiten sich länger als ein Jahr auf Olympia vor, und dann kommen von der FIS nur LUSCHEN wie der Materialkontroleur zum Einsatz.
    Das fordert auf jeden Fall personelle Konsequenzen bei der FIS.
    Das ist ja nicht das einzige Desaster vom Frauen-Skispringen. Katharina Althaus ist beim Einzel Wettbewerb auch um Gold betrogen worden. Sie musste bei schlechten Bedingungen starten. Und wer war der Kampfrichter, der die Ampel auf grün schaltet.Ein Slowene. Sagt doch Alles.

    • Ich bin nicht der Wintersport Experte nur ein Fan, für mich müssten alle fis organisieren lebenslang gesperrt werden und kein Amt mehr aufnehmen dürfen. Die haben in Russland Doping vergehen vertuscht in China wird wohl auch erst Jahre später klar sein das Corona Test positiv manipuliert wurde.

  14. Guten Tag.
    Es ist an der Zeit, dass der wütende Mob seine Fackeln und Mistgabeln aus der Hand legt und die Hetzjagd auf FIS und Kontrolleure/Innen beendet. Ja, auch ich war sauer. Sehr. Aber es lohnt sich, das Gesamtbild verstehen zu wollen.
    Dem finnische Kontrolleur Jukkara wird glaubhaft bescheinig, durch strenge Kontrollen der Anzüge das Männer-Skispringen deutlich fairer gemacht zu haben. Eine positive Leistung. Die Kontrolleurin Frau Baczkowska ist kein „polnischer Racheengel“ welcher wegen des „Schuhthemas“ die Olympiade „abfackelt“ sondern eine seriöse, honorige Dame. Und die FIS ist nicht automatisch unfähig oder dumm weil es halt nur Funktionäre sind. Einige Fakten: Die Anzüge beispielsweise der Kanadierinnen waren offensichtlich in Ordnung. Bezüglich der Anzüge der disqualifizierten Damen spricht man von teilweise 10cm+. Mehrere erfahrene Kommentatoren sprachen davon, mit blosem Auge zu erkennen, dass da etwas nicht stimmt. Dies ist bereits mehrfach im Weltcup auffällig geworden. Rückblickend gab es offensichtlich tatsächlich eine enorme Wettbewerbsverzerrung bei den Damen. Es wurde „auf Teufel komm raus“ getrickst bei den Damen-Anzügen und die Regeln wurden offensichtlich untragbar überdehnt ausgelegt bzw. klar gebrochen. Und deswegen ist z.B. die Medaille für das kanadische Mixed-Team auch völlig gerechtfertigt. Den sportlichen Wert abzusprechen ist ignorant. Die Teams wurden sogar VOR !!! dem Mixed-Wettbewerb darüber informiert, dass die Regeln mit Nachdruck kontrolliert werden. Es gab im Vorfeld eine große Anzahl an Verwarnungen bezüglich der Damen-Anzüge. Alles wurde ignoriert. Der Zeitpunkt des Desasters war schmerzhaft. Aber alles ist weit von einer „Zerstörung“ des Frauen-Skispringens entfernt. Das Gegenteil ist der Fall. Die Regeln werden ab sofort ernst genommen und damit das Frauen-Skispringen geadelt und aufgewertet. Das bisherige wegschauen hat diesen Sport klein und unglaubwürdig gemacht. Es gibt nun genügend Nasen von Verantwortungsträgern an welche sich die Besitzer nun selber fassen können. Ein typischer Vorfall a la „lernen durch Schmerzen“. Im Sinne des Sports mittel- und langfristig richtig und notwendig. Löscht die Fackeln. Legt die Mistgabeln nieder.

    • Erklärt immer noch die selektive Behandlung.
      Wenn durchgreifen, dann bei allen.
      Auch bei der Slowenin.
      Dazu hast du nichts geschrieben.
      Ein Schelm wer Böses denkt.

    • Nein, eine Fackel habe ich nicht zur Hand und die Mistgabel hatte ich das letzte Mal vor Monaten in der Hand. An ihrem Kommentar, der viel sachlichen Inhalt hat, stört mich vor allem eine Aussage. Die 10cm+. Ich persönlich habe starke Zweifel, das die Anzüge teilweise die Vorgaben derart überschritten würden. Was ich auch nicht in Einklang mit Ihrem Kommentar bringen kann, sind die emotionalen Reaktionen von Takahashi und Iraschko Stolz, nicht nur unmittelbar nach der Disqualifikation, sondern auch vor und nach ihren zweiten Sprüngen. Ich gehe davon aus, das die beiden hier Anzüge trugen, die ähnlich geschneidert waren wie die ersten. Eine Vermutung von ihr, die ich nicht beweisen kann, aber für mich naheliegend ist. Bei solch einem Ereignis solch einen Ausgang herbei geführt zu haben, diese Frage muss sich die FIS gefallen lassen und auch selber stellen. Dieser Tag wird in die Geschichtsbücher für alle Ewigkeit eingehen, den damit verbundenen Imageschaden wird folglich die FIS für immer begleiten. Allein, den eigentlich betroffenen wird das kein Trost sein, die Tränen bleiben

    • @Aufwind: Danke! Dem ist nichts hinzuzufügen!!! Ausser noch soviel: Sowohl Japan als auch Östereich haben bereits zugegeben dass die Anzüge zu gross waren. Dafür Respekt!

    • Bin Ihrer Meinung, dass hier keine Verschwörung vorliegt.

      Ihre Auslegung für die Wirkung auf den Skisprungsport halte ich aber für völlig verfehlt, und dass sogar wenn im Frauenspringen prinzipiell mit regelunkonformen Anzügen gesprungen würde (mag sein). Das alles, der Zeitpunkt, die Art und Weise und die Inkonsequenz, kann dem Frauenskisprung nachhaltig schaden.

      A) Die bisherigen Ergebnisse im Frauenspringen werden nun ins schlechte Licht gerückt, was aber die Tatsachen stark verzerrt. Carina Vogt, Maren Lundby, Sara Takanashi, Daniela Iraschko-Stolz, Katharina Althaus: Das sind die Medaillengewinner der vergangenen olympischen Spiele. Drei davon wurden diesmal disqualifiziert, die anderen beiden gehören zu den „Betrügernationen“. Sollte man jetzt hinterfragen, ob diese Medaillen gerechtfertigt waren, oder war das nicht alles nur durch Betrug erkauft? Der unbedarfte Zuschauer kann sich jetzt diese Frage stellen, den ganzen Frauenskisprungsport in den Dreck ziehen und hier alle als Betrügerbande abstempeln. Dabei (ob nun große Anzüge hin oder her) sind das allesamt herausragende Sportler und wunderbare Skispringer, die ihre Erfolge bei Olympia, WM und Weltcup durchaus verdient haben.
      Hätten die Russen und Slowenen, die auch bei den Einzelwettbewerben 2014 und 2018 dicht hinter den Betrügernationen lagen, nicht noch mehr Medaillen verdient? So sieht das jetzt nach diesem Desaster nämlich aus. Da aber – und das wird schon seit Jahren von den Kommentatoren und Experten angemerkt – bei den Frauen prinzipiell mit größeren Anzügen gesprungen wird (man sieht doch bei jeder dieses „Schrittsegel“), braucht sich diese Frage nicht zu stellen. Die oben genannten Damen hätten so oder so Medaillen verdient und geholt.

      B) Zur polnischen Kontrolleurin: Das als honorig und seriös zu bezeichnen ist doch schon etwas lächerlich. Ihre Aussage nach dem Springen: „Was soll ich denn machen, wenn jemand mit einem zehn Zentimeter zu großen Anzug springt? Also Bitte! Das sieht man ja schon mit bloßem Auge?“, macht sie völlig unglaubwürdig. Das sieht man mit bloßem Auge, aber erst jetzt beim Mixed-Wettbewerb? Nicht bei den zig Weltcupspringen zuvor, nicht beim Einzelspringen. Das sieht man mit bloßem Auge aber man muss 20 Minuten dafür nachmessen? Die Dame wirkt jetzt völlig inkonsequent und rückgratlos. Wenn diese Regelverstöße so klar und deutlich sind und ihr diese ein solcher Dorn im Auge sind, dann soll sie doch bitte bei Saisonbeginn handeln. Konsequent bei den ersten Weltcupspringen gleich alle Springer raus, die sie erwischt. Und das durchziehen, bis die Regeln eingehalten werden. Aber das JETZT zu machen… ohne Worte. Das war doch entweder eine Kurzschlusshandlung, weil man sich vor dem männlichen Kontrolleur nicht die Blöße geben wollte oder man von diesem eingeschüchtert wurde oder aber die Dame hat absolut kein Durchsetzungsvermögen und brauchte nun die Autorität von Jukkara, um die Regeln endlich einmal durchzusetzen. In jedem Fall ist die Frau damit in der falschen Position. Und nur wegen der eigenen Inkompetenz, den Kontrolljob durchzuführen (oder weil es ihr vorher einfach Wurscht war, was ich eher glaube), hier diesen so wichtigen Wettbewerb zu instrumentalisieren… das geht einfach nicht. Das ist Inkonsequenz, das ist Willkür, das ist Unglaubwürdigkeit und keine nachhaltige Verbesserung der Lage. Bei sowas muss man mit Fingerspitzengefühl ran und die Regeleinhaltung vorher konsequent erzwingen, damit sie auf der großen Bühne dann da ist.

      C) Darauf aufbauend stellt sich natürlich die Frage, wie man das ausgerechnet beim Mixed-Wettbewerb machen kann. Der ganze Sinn hinter diesem Wettbewerb ist es, das Frauenspringen weiter auszubauen, damit in Zukunft ein Frauen-Mannschafsspringen und irgendwann hoffentlich auch ein Großschanzenspringen folgen können. Beim Mixed-Wettbewerb wird die größere Strahlkraft der männlichen Springer genutzt, um den Frauen eine größere Bühne zu verschaffen. Dieses Desaster hier bringt aber durch genau diese größere Bühne auch einen größeren Schaden mit sich. Wie sieht das denn jetzt aus? Die Männer springen regelkonform aber beim neuen Wettbewerb wird durch die Frauen getrickst bis zum geht nicht mehr. Dadurch wird das Frauenspringen ggü. den Männern deutlich abgewertet. Es sieht aus als könnten sie es ohne Tricksereien nicht so gut wie die Männer, als müssten sie das so machen. Der unbedarfte Zuschauer… siehe A).

      D) Und darauf folgt natürlich die nächste Frage: Haben die Männer das verdient? Karl Geiger gelang sein erster wirklich guter Sprung auf der Schanze, Manuel Fettner springt die Olympischen Spiele seines Lebens, Ryoyu Kobayashi ist in Topform. Was könnten die dafür, wenn tatsächlich im Frauenspringen prinzipiell getrickst würde? Warum wurde nicht der Einzelwettbewerb für diese Retourkutsche instrumentalisiert, damit die Männer zwei Tage später nicht darunter leiden müssen. Das wäre auch verfehlt gewesen aber hätte wenigstens nicht die Männer für die Fehlleistungen der Kontrolleurin(!) während des Weltcups bestraft. Das man hier die Männer so vorführt, nur weil die Kontrolleurin ihren Job nicht vernünftig machen kann oder vorher nicht wollte, ist eine absolute Beleidigung.

      Letztendlich: Man hat das Frauenspringen lächerlich gemacht, die Kontrolleure haben sich lächerlich gemacht und die FIS hat sich lächerlich gemacht. Und nicht nur lächerlich, sondern auch nachhaltig unglaubwürdig.

  15. Das wird ja immer skandalöser! Wenn die Slowenin nur verwarnt wurde und die anderen gleich disqualifiziert, dann ist das für mich eine ganz klare Wettbewerbsverzerrung und Betrug.

  16. Was ich nicht verstehe

    Es wird vor dem Sprung kontrolliert, also müsste die Disqualifikation doch auch vor dem Sprung erfolgen?
    Dann bräuchte der Springer doch garnicht aufs Brettl.

    • Meines Wissens wird vor dem Sprung nur geprüft, ob der Schritt zu tief ist. Nach dem Sprung werden weitere Maße geprüft, aber auch andere Eigenschaften wie bspw. die Durchlässigkeit des Materials.

    • Richtig und was ich nicht verstehe, disqualifiziert, darf dann aber mit dem gleichen Anzug in den zweiten Durchgang und dann wird dieser Anzug nicht bemängelt… mir fehlt da jede Logik.

  17. Naja, der Zeitpunkt ist falsch. Aber man muss auch sagen, dass Toni Innauer schon das ganze Jahr die Anzüge der Damen als zu groß moniert. Im ORF hat Mario Stecher ausgesagt, dass es ihm bei manchen Weltcup Springen so vor kam, als ob er im Zeltverleih sei. Das heißt für mich, dass die Kontrollen vor Olympia nicht streng genug waren. Aber das bei Olympia zu ändern, ist der absolut falsche Zeitpunkt.

  18. Ja – sämtliche Kommentare hierüber sprechen mir aus der Seele. Und ich glaube u. wie ihr sicher alle auch, unter Walter Hofer u. Sepp Gratzer hätte es so etwas niemals gegeben ! Es ist einfach nur beschämend für die FIS, wie die hervorragende Arbeit dieser Beiden nun von ihren Nachfolgern weitergeführt u. eigentlich – sorry – in den Dreck getreten wird.

  19. Toller Kommentar
    Wer auch immer zuständig ist sollte sich schämen. Koffer packen und heim. Das hat mit Sport nichts mehr zu tun. Ich wäre schon gar nicht in so ein Land geflogen, wo der Sport mit den Füßen getreten wird.
    So schade.

  20. Grundsätzlich wurde mit dem Beitrag (und den bisherigen Kommentaren) vieles bis alles richtig zusammengefasst. Ein ABER habe ich aber trotzdem: ich bin wirklich kein Spezialist weder für Anzugschneiderei noch für Materialkontrolle…. aber selbst ich meinte bei diversen Übertragungen von Damen-Skispringen zu erkennen, dass die Anzüge der Ladies sehr augenscheinlich von dem abweichen, was man im Herren-Skispringen so sieht. „Pluderhosen“ und „Luftsack im Schritt“ sieht man bei den Männern so schon seit Jahren nicht mehr. Und wenn für die Damen eigentlich die gleichen Vorgaben gelten, müsste man von Verbandsseite da dann einfach auch korrekter arbeiten. Das Problem ist wohl, dass bei den Frauen bisher nicht so streng kontrolliert wurde. Und dann ist es so wie überall: gib den Leuten den Freiraum zum tricksen bzw. seriöser formuliert „ausreizen“ – und sie tun es auch. Das Argument „sie hatten den gleichen Anzug an wie vorgestern“ ist also einerseits verständlich – weil sie da wie sonst auch immer durchkamen. Man kann es aber natürlich auch umdrehen und sagen: eigentlich was unser Anzug vorgestern schon nicht korrekt (wenn streng kontrolliert worden wäre). Und dass man offenbar korrekte Anzüge auch tragen kann, haben ja die Frauen aus Kanada, Polen, Russland, Tschechien & Slowenien (wobei Verwarnung schon wieder seltsam ist…) bewiesen. Ich bin aber bei der Argumentation dabei, dass es schädlich und ungerecht ist, dann ausgerechnet beim Team-Wettbewerb Olympia die große „Kontroletti-Keule“ rauszuholen.

    • Hallo Hellas Skiteam,

      die Damen habe tatsächlich im schritt mehr Luft als die Herren und auch an der Hüfte eine andere Toleranz, nämlich 4 statt der 3 cm. dafür haben Damen mit Brüsten schwirigketen den Anzug zu schliessen und dann noch zu atmen.

      • Hallo Daniela,

        danke für die Konkretisierung. Inzwischen sind ja 2 Tage vergangen und ich habe auch ein paar andere Publikationen gelesen. Grundsätzlich hat sich meine Meinung dabei verfestigt: viele Frauen sind auch schon bisher mit unerlaubtem Material gesprungen – es wurde eben nur nicht genau hingeschaut (warum eigentlich ???). Dann genau bei Olympia ein Exempel zu statuieren ist strange, da man die „Trickser“ ja vorher in Sicherheit gewogen hat. Aber getrickst wurde offensichtlich. Und dann ist die zweite moralische Frage, ob man nicht die Springerinnen, die sich korrekt verhalten haben (Kanadierinnen, Russinen, Polinnen, Tschechinnen und wohl auch die Sloweninnen) benachteiligt, wenn man alle durchwinkt. In der Summe bleibt für mich aber der falsche Zeitpunkt – ich hätte „strenge Verwarnungen“ (und nachbessern) ausgesprochen und keine Disqualifikationen durchgeführt.

  21. Die ganzen Winterspiele sind doch dieses Jahr absolut fragwürdig. Die Wettbewerbe werden doch ohnehin schon durch die coronabedingten Ausfälle von Topathleten verzerrt und was bei dem Mixed Wettbewerb abgegangen ist, setzt wirklich dem Ganzen nur noch die Krone auf. Das die FIS so eine Lachnummer bei einem Großereignis abzieht, ist eine absolute Schande. Diese Veranstaltung kann man dann wirklich nur noch als „Olympisches Winterkasperltheater“ bezeichnen. Das Frauenskispringen, das finanziell und medial ohnehin schon immer im Schatten der Herren stand, hat man damit extrem ins Lächerliche gezogen und dem ganzen Sport wirklich einen Bärendienst erwiesen.

  22. Top Kommentar! Respekt und auf den Punkt gebracht, was schief gelaufen ist.
    Zeitpunkt, Intransparenz, Inkonsitenz.
    Gibts eigentlich seitens der FIS irgendein Statement? Oder hüllen die sich mit Schweigen zu?

  23. Seb Kratzer hat sich heute beim ZDF sehr kritisch über Mika Jukkara geäußert, ihm fehle es an Fingerspitzengefühl und das er eigentlich nicht mehr tragbar in dieser Position ist, er habe in wenigen Monaten alles eingerissen was Kratzer in 20 Jahren aufgebaut hat.

    • Ist komplett falsch. Andreas Windhölzl meinte bereits Gratzer sei alles andere als ordentlich und komplett nachlässig, vor allem wenn es um das Equipment der „größeren“ Nationen ginge. Alle durchwinken ist noch schlimmer als alle zu disqualifizieren.

    • @ Richard Donnerstag:Soweit ich weiss hat Herr Gratzer selbst noch seinen Nachfolger eingearbeitet… Ich finde es sehr befremdlich wie er auf den Finnen jetzt einhaut. Das ist so als ob Herr Hofer seinen Nachfolger Herrn Pertile als Oberverantwortlichen nun so angehen würde. Tut Herr Hofer aber nicht. Und ich finde auch dass man so etwas einfach nicht tut! Das ist ganz schlechter Stil!

  24. Stimme voll und ganz mit dem Kommentar zu.
    Bei dem Punkt Intransparenz würde ich darüber hinaus noch hinzufügen, dass man bei so selektiv erscheinenden DSQ dann eben doch auch offen legen sollte, wer alles kontrolliert wurde.
    So macht man sich extrem angreifbar.
    Und dass Bogataj verwarnt wurde und nicht DSQ wie alle anderen ist dann einfach nur ein schlechter Witz.

  25. Ich habe auch echt mit den armen Athletinnen mitgefiebert.Eine Schande ist das!
    Am besten alle! Regeln abschaffen was das Material angeht. Die stärksten Springer regeln sowieso den Anlauf. Dann muss es eben noch die eine oder andere Luke weiter runter gehen.

    • Bei vielen Schanzen sind die Weltcup-Springer schon jetzt im untersten Bereich. Dann müsste man alle Schanzen umbauen, um neue Luken hinzuzufügen. Das wäre kaum finanzierbar, sodass viele Schanzen wegfallen würden.

  26. Ich kann mich nur anschließen…
    Wie hier mit den Sportlerinnen und Sportlern umgegangen wird, ist eine Schande!
    Vielen Dank für den Beitrag. Trotz aller Skepsis den Austragungsort betreffend sind sie voller Hoffnung angereist, und nun so was…
    Ich hätte für jeden Skispringer und jede Skispringerin Verständnis, die sich für eine frühzeitige Rückreise entscheidet, um sich auf den Weltcup zu konzentrieren.
    Ich hoffe auf offene Worte aller Beteiligten.

  27. Toller Kommentar, der das ganze Desaster auch ganzheitlich einordnet. Es muss drastische Konsequenzen geben bei der FIS, evtl. auch personeller Natur.

  28. Viele, vielen Dank für diesen Beitrag, Luis! Es ist so wichtig, dass dieser ganze Skandal transparent und öffentlich aufgearbeitet wird. Denn was hier passiert ist, ist gegenüber keiner Sportlerin und keinem Team gerecht. Zum einen für diejenigen, welche disqualifiziert wurden: tadellose Sportlerinnen, geschätzt, immer fair, leidenschaftliche Skispringerinnen, die Jahre auf dieses Ereignis hingearbeitet haben.
    Zum anderen für die Teams: Es ist ja zu allem Überfluss nicht „nur“ ein Einzelwettbewerb, wo jede*r Sportler*in individuell betroffen ist, sondern es hängt gleich ein ganz Team dran, was die Sportlerinnen zusätzlich straft, da es ihnen das Gefühl gibt, es für das gesamte Team vermasselt zu haben. Und auch die Teams, die nicht von den Disqualifikationen betroffen sind, sind nicht zu vergessen. Natürlich ist es toll für einen Außenseiter wie Kanada, sich den Traum einer olympischen Medaille zu erfüllen. Und ein bärenstarkes Team wie Slowenien hätte Gold höchstwahrscheinlich so oder so gewonnen. Aber diese Teams haben keine Schuld in irgendeiner Form, und trotzdem sind ihre tollen Leistungen von den Disqualifikationen überschattet.
    Und das führt im Grunde zu deiner Schlussfolgerung: der ganze Sport leidet. Das Damenskispringen, das so lange für seine Anerkennung kämpfen musste und das immer noch muss. Ein Sport, der bei Olympia immer noch nur halb so viele Wettkämpfe hat wie die männlichen Kollegen. Ein Sport, der endlich einen weiteren Wettkampf bekommt und nun wird dieses historisches Ereignis, das mit einem spannenden, sportlichen Wettkampf gefeiert werden sollte, von so etwas überschattet… Es tut mir unglaublich leid für alle Sportler*innen und ich freue mich schon auf wieder faire, spannende und transparente Wettkämpfe dieser wunderbaren Sportart!

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*