Karl Geiger wird Gesamt-Dritter

Dawid Kubacki fliegt fulminant zum Vierschanzentournee-Sieg

Foto: GEPA

Dawid Kubacki verewigt sich mit seinem ersten Saisonsieg in den Geschichtsbüchern. Der Pole sichert sich in Bischofshofen den Tages- und Gesamtsieg bei der 68. Vierschanzentournee. Karl Geiger fliegt auf Platz zwei und wird Gesamt-Dritter.

Dawid Kubacki verewigt sich in den Geschichtsbüchern des Skispringens. Mit Flügen auf 143 und 140,5 Meter sicherte sich der Pole am Dreikönigstag in Bischofshofen seinen ersten Saisonsieg und gleichzeitig den Gesamtsieg bei der 68. Vierschanzentournee. Kubacki erzielte am Montagabend insgesamt 300,9 Punkte und setzte sich in einem spannenden Wettbewerb vor 15.000 Zuschauern an der Paul-Außerleitner-Schanze gegen Karl Geiger durch, der auf 140 und 136 Meter (291 P.) kam. Dritter wurde Marius Lindvik mit 139 und 137 Metern (289,4 P.).

Für Kubacki war es der erste Weltcupsieg in dieser Saison und erst der zweite seiner Karriere. Der 29-Jährige galt lange Zeit als „Sommer-König“ unter den Skispringern, konnte seine starken Leistungen im Winter aber selten bestätigen. Nun der große Triumph beim Skisprung-Klassiker – als erst dritter Pole nach Adam Malysz (2000/2001) und Kamil Stoch (2016/2017 und 2017/2018) gewinnt er die Vierschanzentournee.

„Es war ein sehr harter Tag. Ich habe sehr arbeiten müssen, um mich auf meine Sache auf der Schanze zu konzentrieren. Ich bin sehr glücklich, dass es so aufgegangen ist und dass ich klar im Kopf geblieben bin“, jubelte Kubacki im Anschluss.

Geiger von Newcomer Lindvik knapp geschlagen

Es war erneut ein weiterer hochklassiger Wettkampf zum Abschluss dieser Tournee, die trotz der zwischenzeitlichen Enttäuschung während des Bergiselspringens von Innsbruck ein versöhnliches Ende für die deutsche Mannschaft gefunden hat. Zum dritten Mal bei dieser Tournee belegte Karl Geiger den zweiten Platz der Tageswertung, im Kampf um den zweiten Platz der Gesamtwertung musste sich der 26-Jährige aber Lindvik hauchdünn geschlagen geben.

„Es war auf jeden Fall die schönste Tournee, so gut war ich noch nie. Vor allem das Springen daheim in Oberstdorf war ein ganz besonderer Moment, das werde ich nie vergessen“, bilanzierte Karl Geiger im Anschluss.

Horngacher: „Dawid hat sich das verdient“

Zufriedenheit herrschte auch beim Bundestrainer Stefan Horngacher. „Speziell mit Karl bin ich natürlich sehr zufrieden. Er hat eine super Tournee gesprungen, ist in eine super Form gekommen. Der Rest der Mannschaft hat ebenfalls einige Sprünge gezeigt, wo man sieht, welches Potenziell vorhanden ist“, so Horngacher nach dem Finale in Bischofshofen. In Hinblick auf Gesamtsieger Kubacki, den er bis zur vergangenen Saison trainiert hat, ergänzte der heutige Bundestrainer: „Dawid hat das super durchgezogen heute. Er war der beste Springer am heutigen Tag und hat es sich verdient.“

Hinter Geiger zeigte aus dem DSV-Team Markus Eisenbichler noch die ansprechendste Leistung. Der dreimalige Weltmeister belegte mit 137 und 130 Metern den 14. Platz. Weitere Weltcuppunkte sammelten außerdem Stephan Leyhe (18.), Constantin Schmid (20.) und Pius Paschke (28.).

Kraft schrammt am Podium vorbei

Qualifikationssieger Stefan Kraft belegte als bester Österreicher mit 138 und 137 Metern den vierten Platz. Insgesamt acht Skispringer der Alpenrepublik – darunter auch Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer als 17. – haben vor heimischem Publikum den Finaldurchgang erreicht.

Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi ist es beim Finale hingegen nicht mehr gelungen, im Kampf um die vorderen Plätze einzugreifen. Mit 135,5 und 138 Metern belegte der Japaner noch hinter Peter Prevc (5.) und Daniel-André Tande (6.) den siebten Platz, gefolgt von Teamkollege Daiki Ito (8.). Auch Domen Prevc (9.) und Philipp Aschenwald (10.) schafften den Sprung unter die Top Ten der Tageswertung.

Kobayashi verpasst Tournee-Podium

Am Ende der 68. Vierschanzentournee war es mit insgesamt 1131,6 Punkten ein doch deutlicher Sieg von Kubacki – der Pole liegt in der Endwertung 20,6 Punkte vor Lindvik (111 P.) und 23,2 Punkte vor Geiger (1108,4). Ryoyu Kobayashi (1096), vor der Tournee als klarer Top-Favorit gehandelt, belegte am Ende den vierten Platz.

» Weltcup-Kalender 2019/2020: Alle Termine im Überblick

Auch nach der Tournee gibt es für die Skispringer keine Verschnaufpause. Schon am kommenden Wochenende wird der Weltcup im italienischen Val di Fiemme fortgesetzt. Bereits am Freitag stehen das Training und die Qualifikation auf dem Programm.

Auch interessant: Alexander Stöckl äußert im Vorfeld des Neujahrsspringens heftige Kritik an der Organisation. Jetzt meldet sich das Organisationskomitee von Garmisch-Partenkirchen zu Wort – und widerspricht dem norwegischen Cheftrainer!

skispringen.com-Newsletter

Aktuelle Nachrichten, spannende Hintergrund-Informationen und Veranstaltungs-Hinweise per E-Mail abonnieren. Weitere Informationen zum Newsletter und Datenschutz

Über Marco Ries 637 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

12 Kommentare

  1. Windbedingungen waren heute fair. David Kubacki am Ende zurecht ganz oben. Tolle Leistung auch von Marius Lindvik. Der springt eine tolle Saison bisher. Karl Geiger darf ich am Ende über einen Gesamtpodestplatz freuen und bestätigt seine starke Saison bisher. War insgesamt eine packende , spannende Tournee.

  2. Du bist der beste man überragend deine Sprünge heute und in der ganzen tournee auch wenn Geiger in Innsbruck die guten Verhältnisse hätte wie du wäre er trotzdem nicht vor dir.du bist einfach der wahre Gewinner

  3. Eigentlich sollten doch alle sehr zufrieden sein:
    Kubacki hat gezeigt, dass man auch als zurückhaltender und in sich gekehrter Mensch ein Sieger werden kann. Geiger hat sich hervorragend wieder auf Spur gebracht und einen dicken Erfolg eingefahren. Vierschanzenfrischling Lindvik ist die ganze Zeit dran geblieben, einfach nur bravo!

    Dass Ryoyu zum Schluss beleidigt hingeschmissen hat, kann man ein bisschen kritisieren. Stefan Kraft war abgelenkt, er hat gleich die Quittung bekommen für sein Amüsement über Teamkamerad Stefan Huber, der noch mal im Auslauf herum schlitterte. Übrigens nicht als einziger, es war schon eine Show…

    Sieger der Herzen: Familie Prevc!

  4. Kubacki absolut überrrragggend gesprungen überragend unfassbar stark heute keiner hat jemals eine Hauch chance gehabt ihn zu schlagen keinerrrrrr

  5. Hier die richtige Rangfolge wenn es bei allen Springen fair zugegangen wäre und alle Springer richtig bewertet worden wären:
    1. Lindvik
    2. Geiger
    3. Kobayashi
    4. Kraft
    5. Kubacki

  6. Klasse Leistung von dawid. Der konstanteste Springer hat am Ende verdient gewonnen. Ah ja. Und wieder mal ein Pole. Gruss an alle deutschen und Norweger. Ihr wart klasse gegner und hat die Tournee spannend gehalten

  7. Da sieht man mal,wie sich die ganzen möchtegern-Experten um Jens und Semiramis auskennen, die hier immer ihre mentalen Ergüsse zum besten geben. Offensichtlich nicht sonderlich gut *lach*. Glückwunsch an Kubacki

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*