DSV-Adler schrammen am Podium vorbei

Stefan Kraft triumphiert in Klingenthal

Foto: GEPA

Stefan Kraft verteidigt in Klingenthal seinen Vorsprung aus dem ersten Durchgang und feiert seinen ersten Saisonsieg. Gleich drei deutsche kratzen am Podium und sorgen beim ersten Heim-Weltcup des Winters für ein starkes Mannschaftsergebnis.

Mit Sprüngen auf 138 und 130 Meter sicherte sich Stefan Kraft den Sieg beim ersten von zwei Einzelspringen im sächsischen Klingenthal. Der Österreicher erzielte am Samstagnachmittag insgesamt 267 Punkte und setzte sich damit gegen Halvor Egner Granerud durch, der auf 136 und 137,5 Meter (261,9 P.) kam. Den dritten Platz belegte Kamil Stoch mit 132 und 133 Metern (261,9 P.), der damit für den ersten Podiumsplatz für Polen im laufenden Winter gesorgt hat

„Es ist mein erster Sieg nach langer Zeit. Es war schwierig, als Letzter oben zu stehen, aber ich habe es genossen. Wir hatten großartige Bedingungen, die Schanze war bestens präpariert und es hat viel Spaß gemacht“, sagte Kraft im Anschluss. Der 24-Jährige führte das Feld schon nach dem ersten Durchgang an – doch zu diesem Zeitpunkt sah es noch danach aus, als könnte das ÖSV in Klingenthal einen Doppelsieg feiern: Manuel Fettner lag mit bärenstarken 135,5 Metern bei seinem ersten Versuch noch knapp hinter Kraft auf dem zweiten Platz, fiel mit schwachen 125 Metern im Finale dann aber noch auf Platz 16 zurück.

Drei Deutsche kratzen am Podium

Den erhofften Podiumsplatz haben die deutschen Skispringer bei ihrem ersten Heim-Weltcup in diesem Winter zwar knapp verpasst, doch aus mannschaftlicher Hinsicht war das Team von Bundestrainer Stefan Horngacher erneut das Maß aller Dinge.

Mit 132 und 135 Metern präsentierte sich Karl Geiger gewohnt stabil und belegte punktgleich mit Markus Eisenbichler den vierten Platz – das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden hat der Oberstdorfer damit problemlos verteidigt, auch weil sein slowenischer Verfolger Anze Lanisek gerade einmal 20. wurde. Olympiasieger Andreas Wellinger wurde dahinter dank der Tagesbestweite von 139 Metern im Finaldurchgang starker Sechster.

Mit Pius Paschke als Elfter, Constantin Schmid als 13. und Stephan Leyhe als 21. haben auch die übrigen deutschen Skispringer weitere Weltcuppunkte gesammelt. „Die Mannschaft ist extrem gut gesprungen, aber im ersten Durchgang haben wir ein bisschen zu viel liegen gelassen. Aber man kann nicht immer gewinnen oder auf dem Podest sein“, urteilte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Kobayashi nur Siebter

Ryoyu Kobayashi aus Japan, nach seinem Qualifikationssieg am Freitag noch als klarer Top-Favorit gehandelt, belegte nach dem dritten Platz zur Halbzeit mit schwächeren 132 Metern im Finaldurchgang nur den Siebten Platz, gefolgt von den beiden Norwegern Robert Johansson (8.) und Marius Lindvik (9.).

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zum Weltcup in Klingenthal

Am Sonntag stellen sich die Athleten ab 14 Uhr zunächst der Qualifikation. Um 16 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt in der Vogtland-Arena dann das zweite Einzelspringen des Wochenendes.

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Über Marco Ries 773 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

7 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner. Toller Wettbewerb mit sehr ausgeglichenen Bedingungen. Kamil scheint mit dieser Anlage super zurecht zu kommen. Schon letztes Jahr hat er hier ja super performed. Die Österreicher haben seit gestern ihre Hausaufgaben perfekt erledigt. Granerud kommt zurück. Wobei ich gespannt bin, wie weit vorne er landet, wenn der Wind nicht so auf seiner Seite ist wie heute. Die Deutschen, gerade im zweiten Durchgang, wirklich super gut. Und wer hätte gedacht das der Andi Wellinger es schafft in einem Durchgang der beste zu sein. Jetzt bin ich gespannt ob er Konstanz reinbekommt. So ein Erlebnis und speziell der letzte Sprung kann ein echter Brustlöser sein und plötzlich funktioniert es wieder. Ich drücke ihm alle Daumen.

    • Weiß zufällig noch jemand wie diese Conticup-Regel war? Bekommen nicht die besten drei Nationen im Conticup einen siebten Weltcup-Startplatz? Den hätten sich doch David Siegel oder Severin Freund damit langsam verdient, oder nicht?

  2. Wenn das Wetter mitmacht, gibt es spektakuläre Tournee. Einen Favoriten auszumachen ist unmöglich. Es gibt keinen Dominator in dieser Saison. Und das ist sehr schön. Für Stefan Horngacher wird bald ein Luxus Problem, eine Mannschaft für Teamwettbewerb aufzustellen.

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