Eisenbichler verpasst Podium erneut

Granerud vor Tande: Norwegischer Doppelsieg in Titisee-Neustadt

Foto: Andre Ivancic

Die norwegischen Skispringer bejubeln in Titisee-Neustadt einen Doppelsieg: Halvor Egner Granerud gewinnt vor dem überraschend starken Daniel-André Tande. Markus Eisenbichler wackelt bei der Landung und vergibt im Schwarzwald erneut den erhofften Podiumsplatz.

Mit Sprüngen auf 140 und 138 Meter sicherte sich Halvor Egner Granerud den Sieg beim zweiten Einzelspringen in Titisee-Neustadt. Der Norweger erzielte am Sonntagabend insgesamt 299,4 Punkte und setzte sich damit knapp gegen Landsmann Daniel-André Tande durch, der auf 138,5 und 138 Meter (297 P.) kam. Den dritten Platz belegte der Österreicher Stefan Kraft mit 138 und 136 Metern sowie 291,3 Punkten.

Schon nach dem ersten Durchgang sah es nach einem norwegischen Doppelsieg aus, doch speziell Daniel-André Tande galt zuletzt immer wieder als Wackelkandidat innerhalb der norwegischen Mannschaft. Am Ende wurde es noch einmal richtig spannend – doch 2,4 Punkte Vorsprung bescherten dem Gesamtweltcup-Sieger schließlich den Sieg vor seinem Teamkollegen. Stefan Kraft zog im Finale noch an Markus Eisenbichler vorbei.

Wackelige Landung: Eisenbichler wieder Vierter

Der lag nach dem ersten Durchgang nämlich noch hinter den beiden Norwegern an dritter Stelle, kassierte für eine wackelige Landung im Finaldurchgang nach einem Sprung auf 135,5 Meter aber einige Punktanzüge. „Es ärgert mich schon ein bisschen, dass es wieder der vierte Platz geworden ist. Aber generell bin ich zufrieden, ich habe das Selbstvertrauen wieder gefunden. Natürlich wär ich heute gerne auf dem Podest gestanden und das war auch drin, aber ich hatte einen Fehler im zweiten Flug“, analysierte Eisenbichler.

Karl Geiger landete nach dem enttäuschenden 25. Platz vom Vortag diesmal mit 134 und 130,5 Metern auf Rang elf. „Heute war es schon verbessert. Ich bin zufrieden mit dem Wettkampf, weil ich weiß, dass mir die Schanze nicht auf den Leib geschneidert ist. Hier muss man sich echt reinfuchsen, aber heute war es definitiv ein Schritt in die richtige Richtung“, urteilte Karl Geiger im Anschluss.

Horngacher sieht Fortschritte

Weitere Weltcuppunkte haben aus der deutschen Mannschaft außerdem Pius Paschke (12.) und Severin Freund (24.) gesammelt. Constantin Schmid und Martin Hamann sind mit den Plätzen 32 bzw. 39 vorzeitig ausgeschieden.

„Noch nicht ganz zufrieden“ lautete das Urteil von Bundestrainer Stefan Horngacher nach dem Wochenende in seiner Heimat Titisee-Neustadt, aber: „Ich habe einige Fortschritte gesehen. Wir müssen in den nächsten Springen konsequent weiterarbeiten, damit wir dann wieder ganz nach vorne kommen.“

Vierschanzentournee-Sieger Stoch enttäuscht

Vortagessieger Kamil Stoch ist es am zweiten Wettkampftag des Wochenendes nicht gelungen, im Kampf um die vorderen Plätze mitzumischen. Bei schwierigen Bedingungen lag der Vierschanzentournee-Sieger zur Halbzeit nur an 25. Stelle, konnte sich im Finale mit 131 Metern aber zumindest noch auf den 17. Platz verbessern.

Bester Pole wurde diesmal Dawid Kubacki, der mit 134 und 137 Metern hinter dem drittbesten Norweger Marius Lindvik (5.) auf dem sechsten Platz landete. Aus der Mannschaft von Cheftrainer Michal Dolezal schaffte es eine Woche vor dem Heim-Weltcup in Zakopane auch Jakub Wolny (9.) überraschend unter die besten Zehn.

Daneben waren mit Ryoyu Kobayashi (7.) und Yukiya Sato (8.) erneut auch zwei Japaner unter den Top Ten vertreten, die vom Österreicher Daniel Huber (10.) komplettiert wurden.

» Weltcup-Kalender 2020/2021: Alle Termine im Überblick

Fortgesetzt wird der Skisprung-Weltcup am kommenden Wochenende in der Heimat des Vierschanzentournee-Siegers: Im polnischen Zakopane stehen ein Einzel- und ein Team-Wettbewerb auf dem Programm, bereits am Freitag finden Training und Qualifikation statt.

Auch interessant: Bei der zurückliegenden Vierschanzentournee gab es nicht nur Gewinner, sondern auch einige Verlierer. Alle Details gibt’s in unserer Tournee-Analyse!

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Über Marco Ries 706 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

40 Kommentare

  1. Also jetzt mal im Ernst. Das war gestern ein sehr spannendes Springen mit einem verdienten Sieger. Vor allem freut es mich, dass Tande wieder vorne dabei ist. Das hat er sich hart erarbeitet.
    Kamil Stoch hatte heute nicht nur schlechte Bedingungen, sondern auch einen sehr schlechten Tag erwischt. Sowas passiert und gleicht sich über die Saison auch wieder aus. Das wird ihn nicht umwerfen.
    Eisenbichler zeigt auch wieder einen Aufwärtstrend. Ich hoffe, dass er sich weiter steigern kann.
    Geiger hat sich im Vergleich zu Samstag deutlich gesteigert. Aber mehr war an diesem Wochenende auf dieser Schanze nicht drin.
    So und jetzt wo ich mal seriös kommentiere, kann ich es euch ja sagen: ich bin devot und es ist mein größter Wunsch von Kamil dominiert zu werden. Ich denke ihr wisst was ich meine;-)

  2. Interessanter Wettkampf mit tollen Sprüngen, was will man mehr…..
    Und es haben auch nicht die Falschen gewonnen. Mal schauen, wer beim nächsten
    Springen die Nase vorne hat. Ich gönne es den Springern aus allen Nationen….

    @Silvio, du hast Recht, ist schon etwas grenzwertig, was hier abläuft.

  3. Heute haben die Norweger stark zurück geschlagen.
    Glückwunsch zum heutigen Doppelsieg von Granerud und Tande.
    Stefan Kraft endlich auch mal wieder auf dem Podest.
    Markus Eisenbichler mit 2 guten Sprüngen wird sehr guter Vierter.
    Tendenz wieder steigend.

    Die übrigen Deutschen wieder mit Licht und Schatten.

    Ich glaube alle Springer freuen sich nach dem Stress der letzten 2 Wochen mal auf die verdiente kleine Pause.

    Würde einigen Schmierfinken hier auch mal gut tun.
    Das ist teilweise unterste Schublade, was hier geschrieben wird.

  4. Könnt ihr eigentlich auch normal schreiben, ohne Beleidigungen und Beschimpfungen?
    Die Hymne wurde wohl gestern wegen eines technischen Problems nicht gespielt, das wurde dem polnischen Team auch so übermittelt und sich dafür entschuldigt.

    • ich muss sagen das ich traurig bin was hier alles geschrieben wird…
      es soll um skispringen gehen und ich bin über jedes skispringen froh das wir sehen können dieses Jahr weil irgendwie ist es schön ein bisschen Normalität in dieser Zeit. Und ich fieber für alle mit die gut springen freue mich für tande wenn gut läuft wie heute hatte es nicht leicht die letzte zeit. Eigentlich für jeden und i glaub skispringen freuen sich a sind ja alle zusammen eine Skisprung familie. drum versteh ich den neid und des missgunst vieler Fans nicht. sollten selbst oben stehen und es besser machen..

  5. Wir allen freuen uns hier mit den so sympathischen norwegischen Springern!
    Gratulation auch an Zyla und Stoch. Die beiden haben ihrem Niveau entsprechend zwei tolle Sprünge gezeigt, obwohl sie viel Glück mit dem Wind hatten, den andere nicht hatten!

    Liebe Grüße an Peter-Karl und Susanne

    • Jetzt kann „König“ Kamil mal nachvollziehen,wie es Granerud reihenweise erging und welche tollen Sprünge (außer der 1.in Innsbruck ) er trotzdem gemacht hat.
      Nervig ist das Gelaber wegen der Hymne.
      Das wäre sicher selbst Kamil Stoch peinlich.
      Ein Lacher waren auch die 3×18 für Eisenbichler im zweiten Sprung.
      Tomaten auf den Augen oder Prominentenbonus.
      Bin gespannt, was in Zakopane so abgehen wird.

  6. Wartet ab,Zakopane kommt,da wird bei den Deutschen und Norwegern von polnischem Gesundheitsamt corona festgestellt und beide Mannschaften werden disqualifiziert:-)

  7. Also wenn man eine Hymne spielt soll man auch die andere spielen ob das Polen ist oder eine andere ist egal . Menschlich oder fair ist das auf keinen Fall

  8. Ey Leute ,bevor ihr hatet,jeder skispringer hat nen kack tag wie Stoch heute dazu auch noch 2× die schlechtesten Bedingungen aber es ist halt so. Granerud ,Tande und Kraft haben ihre Stärken gezeigt und sind gut gesprungen ebenso wie Eisenbichler ,er ist auch gut gesprungen.Also spart euch eure Hate Kommentare 😉
    PS:Bin selber von Kamil Stoch ein Fan.
    LG Maik

    • Heute die Hymne gespielt typisch deutsch so macht man sich eben ungeliebt hoffe die Polen machen das auch glaube aber nicht dass ein deutscher in Zakopane gewinnt.
      Erst die Tests dann die Hymne die deutschen wollen immer die besten sein wenn einer mal besser ist dann versucht man das mit der Unfairness

      • Meine Fresse. Immer dieses rumgenerve von wegen die Deutschen. Echt ihr geht einem richtig auf den Sack. Die Veranstalter haben sich öffentlich und in aller Form entschuldigt das die Technik versagt hat.

        Ich denke keiner aus dem polnischen Team hat ein Problem. Nur dusselig Fans machen ein Ding draus. Genau so mit dem Test. Es gibt nun mal falsche Tests, 720 Tests wurden gemacht, 2 waren falsch. Das macht 0.2% Fehlerquotient. Deutlich unter dem Fehlerquotient dieses Tests. Der Fehler liegt in dem Fall am Test (Labor). Nachdem der Fehler entdeckt wurde, hat der Veranstalter alles ermöglicht damit das polnische Team antreten konnte. Wo verdammt nochmal ist dein bescheuertes Problem.

        Keinem Veranstalter, keinem Sender, keinem Sponsor, weder der FIS, noch dem DSV ist auch nur ansatzweise geholfen, wenn eine Mannschaft nicht springen darf. Im Gegenteil. Eine Zeremonie ohne Musik ist für jeden Veranstalter totaler Mist. An Leuten wie dir sieht man wie so was wie Querdenker und Verschwörungstheorien entstehen. Einfach mal nachdenken und Gehirn anschalten bevor man so einen Müll von sich gibt.

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