Zniszczol vergibt Halbzeitführung

Heimsieg am Mühlenkopf! Andreas Wellinger triumphiert in Willingen

Foto: imago / Eibner

Andreas Wellinger sorgt mit einem Heimsieg für den perfekten Abschluss der Skisprung-Party beim Weltcup in Willingen. Neben ihm auf dem Podium stehen ein alter Bekannter und ein Eidgenosse.

„Oh wie ist das schön“ dröhnte in voller Lautstärke aus den Boxen und die 12.200 Zuschauer stimmten mit ein – aus gutem Grund: Mit 139 und 149 Metern und 237,6 Punkten gewann Andreas Wellinger am Sonntagabend zum zweiten Mal in dieser Saison und zum zweiten Mal in seiner Karriere in Willingen. Zwei Punkte hinter dem DSV-Adler landete Ryoyu Kobayashi mit 144,5 und 146 Metern und 235,6 Punkten auf Rang zwei, zum bereits sechsten Mal in diesem Winter. Überraschender Dritter wurde der Schweizer Gregor Deschwanden mit 145 und 152 Metern und 231,8 Punkten.

„Es war ein schwieriges Wochenende mit viel Wind und Regen, aber auch mit einem fantastischen Publikum“, bilanzierte Wellinger nach dem Springen und gestand: „Es war eine verdammt lange Wartezeit vor meinem zweiten Sprung, aber ich bin sehr glücklich, dass ich hier gewinnen und das Wochenende so abschließen konnte.“ Gleich zwei Mal wartete er vor seinem Finalsprung vergeblich auf eine grüne Startampel und musste den Balken dementsprechend wieder verlassen, bevor er sich mit der höchsten Punktzahl des Durchgangs von Rang sieben nach ganz vorne kämpfte.

Foubert bringt Frankreich zurück in die Weltcuppunkte

Bester ÖSV-Adler wurde Daniel Tschofenig als Vierter, der seinen sechsten Platz vom Vortag bestätigen konnte. Stefan Kraft rehabilitierte sich nach seinem Nuller vom Samstag als Sechster, verlor aber im Gesamtweltcup 50 Punkte auf Wellinger. Dazwischen landete mit Marius Lindvik der beste Norweger auf Rang sieben. Mit der Top-Weite des Tages von 153 Metern segelte Timi Zajc im Finale von Rang zwölf auf sieben und wurde somit bester Slowene vor dem besten Polen Aleksander Zniszczol. Für diesen war es ein bittersüßes Ergebnis, da er nach dem ersten Sprung noch mehr als zehn Meter vor dem Rest des Feldes lag, diesen Vorsprung aber nicht halten konnte.

Umso größer war derweil die Freude bei Roman Koudelka, der als Neunter nicht nur sein persönlich bestes Ergebnis, sondern auch das beste tschechische Einzelergebnis seit vier Jahren erzielte. Die Top Ten komplettierte Kobayashis Teamkollege Ren Nikaido. Lokalmatador Stephan Leyhe wurde als Elfter zweibester DSV-Skispringer, außer ihm konnten lediglich Pius Paschke und Philipp Raimund auf den Positionen 25 und 26 punkten. Felix Hoffmann schied als 36. vorzeitig aus.

Auch Österreich brachte mit Jan Hörl (Zwölfter) und Michael Hayböck (15.) nur vier seiner sechs Springer unter die besten 30. Die beiden Norweger Robin Pedersen und Robert Johansson sammelten als 17. und 19. ihre ersten Punkte in diesem Winter. Ein außergewöhnliches weil inzwischen seltenes Ergebnis erzielte unterdessen Valentin Foubert. Der Franzose holte mit Platz 23 nicht nur seine ersten Weltcuppunkte, sondern auch die ersten für sein Land seit Jonathan Learoyds 25. Platz am Osloer Holmenkollen am 11. März 2018.

Prominente Ausfälle in Quali und Durchgang eins

Wie schon am Vortag verpasste Karl Geiger den zweiten Durchgang, diesmal fehlten ihm als 31. 0,5 Punkte. Doch damit war er längst nicht der einzige namhafte Springer, den dieses Schicksal ereilte: Auch Domen Prevc musste als 33. vorzeitig seine Sachen packen, genauso wie der Dritte des Vortags Kristoffer Eriksen Sundal als 38. und Manuel Fettner auf Rang 39. Neben ihm schied mit dem 45., Daniel Huber, sogar noch ein zweiter ÖSV-Springer nach dem ersten Sprung aus.

Auch in der Qualifikation zuvor, die Marius Lindvik gewann, litt ein Großteil des Feldes unter den wechselhaften Windbedingungen. Besonders hart traf es dabei Simon Ammann, den Halbzeitführenden des Vortags Antti Aalto, Piotr Zyla und Junshiro Kobayashi, die die Ränge 51 bis 54 belegten und somit gar nicht erst in den Wettkampf kamen.

» Weltcup-Kalender 2023/2024: Alle Termine im Überblick (Herren)

Am kommenden Wochenende macht der Skisprung-Weltcup dann in Lake Placid (USA) Station. Dort finden vom 9. bis 11. Februar zwei Einzel- und ein Super-Team-Springen statt (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 526 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

13 Kommentare

  1. Glückwunsch Andreas Wellinger.
    Der Rest des deutschen Teams war genauso enttäuschend wie die letzten Wochen…. Stefan Leyhe kämpft zum Glück etwas gegen den negativ Trend an.
    Komischerweise geht dieser negative Trend bis in den coc auch da lassen die Leistungen immer mehr nach. Ist schon seltsam, wie kann es passieren das in der ganzen Mannschaft plötzlich bis auf wenige Ausnahmen nichts mehr geht?

  2. Stark Wellinger, er hat es verdient Für mich einer der Sympathischen Springer. Auch schön zusehen das Robert Johansson wieder gut dabei ist. ZNISZCZOL muss dringend seine Nerven zum Schluss in den Griff bekommen das ist ein echtes Problem bei ihm.

  3. Stark Wellinger, er hat es verdient Für mich einer der Sympathischen Springer. Auch schön zusehen das Robert Johansson wieder gut dabei ist. ZNISZCZOL muss dringend seine Nerven zum Schluss in den Griff bekommen das ist ein echtes Problem bei ihm.

  4. Ein Top Sonntag, Glückwunsch an Deschwanden, Ryoyu Kobayashi und Natürlich zum ersten Platz Andi Wellinger 🙂 auch Super Organisierung vom Willinger Team und an an die Freiwilligen Helfer ein Dickes Dankeschön.

  5. Gratulation ans ARD für diese grandiose Leistung! Aber wenigstens hat „Stefan Wellinger“ abgeliefert.
    Für Zniszczol fand ich es schade, dass der zweite so danebenging. Er hätte es verdient gehabt

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