Coach zieht Zusage zurück

Kehrtwende! Heinz Kuttin wechselt doch nicht nach Frankreich

Foto: GEPA

Paukenschlag in Frankreich: Heinz Kuttin zieht seine Zusage zurück und wird nun doch nicht Chefcoach der Skispringer. Für beide Seiten ergibt sich eine neue Situation.

Vor gerade einmal vier Tagen hatte der französische Verband (FFS) die Verpflichtung von Heinz Kuttin als neuen Chefcoach für das Herren-Skisprungteam verkündet. Doch aus der Zusammenarbeit wird nun doch nichts mehr, denn wie Sportdirektor Jerome Laheurte gegenüber ‚L’Équipe‘ bestätigte, zog der Österreicher seine Zusage nun zurück.

„Wir hatten bereits seit dem 12. April eine mündliche Vereinbarung, danach haben wir auch formal alles in die Wege geleitet. Er hat den Vertrag zugeschickt bekommen und wir haben nur darauf gewartet, dass er ihn uns zurückschickt. Doch dann rief er mich am Mittwoch [6. Mai, Anm. d. Red.] an, um mir mitzuteilen, dass er nicht zu uns kommen würde“, erkläre Laheurte gegenüber der Sportzeitung.

Kuttin nimmt anderes Angebot an

Grund für diese plötzliche Kehrtwende ist, dass dem 49-Jährigen ein anderes Angebot, von „einer der führenden Skisprungnationen“ vorliegt, wie es heißt. Um welche Nation es sich dabei handelt, ist nicht bekannt. „Er sagte, es tue ihm sehr leid, er könne dieses Angebot nicht ablehnen“, so Laheurte.

Der Sportdirektor äußerte: „Es ist wirklich ein Schock für uns. Wir fühlen uns menschlich hintergangen und auch ein wenig verletzt. Aber wir können nichts tun.“ Während Kuttin also nach seinem zweijährigen Engagement in China, das im März nach der Junioren-WM zu Ende ging, wohl einen neuen Arbeitgeber findet, geht für Laheurte und seine Kollegen die Suche nach einem neuen Cheftrainer also weiter.

Verband sucht weiter

Obwohl sich in der abgelaufenen Saison weder Jonathan Learoyd noch Mathis Contamine für einen Weltcup qualifizieren konnten, besitzt das kleine Team doch Potenzial. Contamine belegte bei der Junioren-WM als bester Franzose Rang zehn, zudem kam die Mannschaft mit Rang sieben immerhin in den zweiten Durchgang.

Jedoch steht der Verband nun unter Zeitdruck. Denn am 12. Mai, also bereits am kommenden Dienstag, möchte der Verband die Kadereinteilungen für die Saison 2020/2021 bekannt geben.

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Über Luis Holuch 137 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-Weltmeisterschaften 2020 in Oberwiesenthal.

9 Kommentare

  1. Heinz Kuttin ist ab nächster Saison für die deutschen nordischen Kombinierer in der Teildisziplin Springen zuständig. Ronny Ackermann muss gehen – offensichtlich, weil die deutschen Kombinierer in der vergangenen Saison massive Probleme im Springen hatten. Und zur Heim-WM in Oberstdorf will man das Feld ja nicht komplett den Norwegern überlassen.

  2. Ich finde dies auch nicht sehr nett von Herrn Kuttin! Aber es stimmt schon, ein Vertrag kommt erst mit der Unterzeichnung zustande. Vorher hat man jedes Recht sich noch umzuentscheiden. Ist auch bei jedem Kauf(vertrag) so…

  3. Ich tippe auf Norwegen. Vielleicht möchten die Nachwuchsspringer mal mit jemand anderem trainieren als mit Stoeckel. Die Ergebnisse waren ja in letzter Zeit auch nicht so überzeugend, und die Nummer mit den Unterkünften in Oberstdorf ist vielleicht auch nicht so gut angekommen.

    • Herr Stöckl hat ein vorzügliches Renommee.

      Er gilt als ausgesprochen gutmütig und kompetent, er ist äußerst beliebt, der Vorfall in Oberstdorf zeigt aber, das man auch den Gutmütigsten zur Weißglut treiben kann.

      Schuld daran trug der Veranstalter und nicht Herr Stöckl.

      Man kann das natürlich nicht völlig ausschließen, aber ich glaube nicht daran, das Norwegen ein Interesse an einem Tausch mit Herrn Kuttin hat.

  4. Ich denke nicht, dass man als Skisprung Cheftrainer im Geld schwimmt auch nicht bei den Top Nationen. Außerdem war es laut Artikel nur eine fernmündliche Vereinbarung. Bin auf jedenfall gespannt für welches Team er sich entschieden hat. Kommen eigentlich nur Polen oder Slowenien in Frage.

      • Horngacher hatte bei den Polen ein Jahreseinkommen von umgerechnet 120.000 Euro brutto. Das sind je nach Steuerklasse bestenfalls 6.500 Euro und ich denke nicht, dass er in Deutschland oder Österreich viel mehr bekommt.

  5. Das liebe Geld also. Traurig, dass er sich deswegen nicht an Vereinbarungen hält und dem französischen Verband gegenüber sich so zu verhalten, macht’s noch tragischer.

    Aber gut, vielleicht findet Frankreich ja einen erfolgreichen und zugleich sympathischen Trainer. Beides hätte hier bezweifelt werden müssen

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