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Deutsche Skispringer brillieren in Nischni Tagil

Was für ein Tag für die deutschen Skispringer! Beim zweiten Weltcup in Nischni Tagil präsentieren sich Wellinger, Freitag und Eisenbichler so dominant wie selten zuvor. Die Ereignisse aus Russland zum Nachlesen.

17:47 Uhr: Damit verabschiedet sich skispringen.com aus Nischni Tagil, wie immer können Sie unsere ausführlichen Nachberichte im Nachgang bei uns lesen. Nächste Woche macht der Weltcup dann erstmals in Deutschland Stadion – und nach diesen Erfolgen wird in Titisee-Neustadt mit tausenden Zuschauern und einer fantastischer Stimmung zu rechnen sein. Am Freitag stehen Training und Qualifikation auf dem Plan, bevor am Wochenende ein Team- und ein Einzelspringen folgen. Bis dahin!

» Deutscher Doppelsieg! Wellinger vor Freitag

17:44 Uhr: Andreas Wellinger macht den Sieg perfekt! Der Deutsche sichert sich mit 132 und 133,5 Metern sowie 275,7 Punkten den Sieg – und erhält für seinen starken Finalsprung sogar einmal die Höchstnote von 20,0. Mit Richard Freitag (131 und 142 m; 270,9 P.) macht der DSV den Doppelsieg perfekt! Stefan Kraft aus Österreich wird mit 128 und 133,5 Metern sowie 263,5 Punkten Dritter.

17:43 Uhr: Markus Eisenbichler kommt auf starke 130 Meter, fällt damit aber zurück! Der 26-Jährige belegt in der Zwischenwertung hinter Freitag und Kraft den dritten Platz. Wellinger steht noch oben…

17:42 Uhr: Stefan Kraft bleibt mit 133,5 Metern hinter Freitag zurück. Damit steht schon jetzt fest: Es wird einen deutschen Sieger geben! Reicht es sogar zum Doppel- oder gar Dreifachsieg?

17:41 Uhr: Richard Freitag nimmt das Podium ins Visier! Der 26-jährige Deutsche legt starke 138 Meter vor, übernimmt die Spitze und gibt seinen Teamkollegen Wellinger und Eisenbichler sowie dem Österreicher Kraft eine ordentliche Aufgabe mit. Jetzt kommen die Top-3…

17:39 Uhr: Karl Geiger aus Oberstdorf gelingt auch im Finale wieder ein ordentlicher Sprung. Für ganz vorne reicht es mit 131,5 Metern zwar nicht, ein Top-Ten-Ergebnis wird es am Ende aber trotzdem sein.

» Stimmen zum Weltcup in Nischni Tagil am 3. Dezember 2017

17:33 Uhr: Simon Ammann springt wieder richtig stark, kommt auf 133,5 Meter und reiht sich damit wegen einer schlechten Landung hinter Tande, Damjan und Johannson auf dem vierten Platz ein.

17:27 Uhr: Daniel Andre Tande zeigt wieder einen erstklassigen Sprung und wird wie Johansson einige Plätze im Finale aufholen: 138,5 Meter reichen für die Führung. Die Hälfte des Feldes ist bereits gesprungen, 15 Athleten stehen noch oben.

12:25 Uhr: Guter Versuch von Stephan Leyhe! Der Willinger, der inzwischen im Schwarzwald wohnt und trainiert, kann sich nach 119,5 Meter im ersten Durchgang diesmal deutlich steigern: 132 Meter reichen für den zweiten Platz hinter Johansson.

17:23 Uhr: Der Wind weht zu kräftig, die Pfeile auf dem Windbildschirm zeigen rot. Daher muss der Slowene Anze Semenic den Startbalken zunächst wieder verlassen. Weiterhin schwierige Bedingungen hier im Ural!

17:20 Uhr: Bärenstarker Sprung von Robert Johansson! Der Norweger mit dem Zwirbelbart segelt auf 137 Meter und übernimmt damit zwischenzeitlich die klare Führung vor Teamkollege Halvor Egner Granerud. Der Deutsche Pius Paschke kann mit 123,5 Metern nicht mithalten.

17:13 Uhr: Weiter geht’s! Die Jury eröffnet den Finaldurchgang bei leichtem Schneefall aus Gate 5.

16:55 Uhr: Was für eine beeindruckende Mannschaftsleistung des DSV! Mit Wellinger (1.), Eisenbichler (2.), Freitag (4.) und Geiger (6.) liegen gleich vier deutsche Skispringer unter den ersten sechs. Mit dem Österreicher Michael Hayböck (35.) und den beiden Slowenen Peter Prevc (40.) und Robert Kranjec (50.) verpassten mehrere namhafte Athleten den Sprung in die Punkteränge. Sie müssen im Finaldurchgang zuschauen. Um 17:12 Uhr soll es weitergehen!

16:51 Uhr: Auch Richard Freitag kann mit 131 Metern mithalten, bleibt aber hinter dem Österreicher Kraft. Zur Halbzeit führt somit Andreas Wellinger mit 132 Metern und 137 Punkten vor Markus Eisenbichler (134,5 m; 134,7 P.) und Stefan Kraft (128 m; 131,6 P.).

16:48 Uhr: Deutsche Doppelführung! Es läuft wie am Schnürchen für die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster in Nischni Tagil: Andreas Wellinger springt mit 132 Metern zwar kürzer als Eisenbichler, übernimmt aufgrund der Windkompensation aber die Führung!

16:47 Uhr: Stefan Kraft segelt auf starke 128 Meter, kann Eisenbichler aber nicht von der Spitze verdrängen. Der amtierende Gesamtweltcup-Sieger reiht sich an zweiter Stelle ein.

16:46 Uhr: Auch Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen sowie Kuusamo-Überraschungssieger Jernej Damjan aus Slowenien können Markus Eisenbichler mit 123,5 und 123 Metern nicht gefährlich werden. Kann der Deutsche die Führung bis zum Schluss verteidigen? Fünf Athleten stehen noch oben…

16:41 Uhr: Ganz stark! Markus Eisenbichler zeigt seine gute Form endlich auch im Wettkampf – mit 134,5 Metern übernimmt er die klare Führung! Auch der Oberstdorfer Karl Geiger darf mit 126,5 Metern wieder auf ein Top-Ergebnis hoffen, liegt hinter Eisenbichler und Kot auf dem dritten Platz.

16:37 Uhr: Pius Paschke und Stephan Leyhe können bei schwierigen Bedingungen keine Top-Sprünge zeigen. Der Willinger Stephan Leyhe wird mit 119,5 Metern Siebter, Pius Paschke springt zwar einen Meter weiter, reiht sich aber hinter ihm auf dem zehten Platz ein.

16:34 Uhr: Mit 130 Metern kann Maciej Kot aus Polen die beiden Norweger von der Spitze verdrängen. Weiterhin sind die Bedingungen nicht ganz einfach, weil der Wind unterschiedlich stark weht.

16:29 Uhr: Der viermalige Olympiasieger Simon Ammann kommt mit 123,5 Meter nicht ganz an seine starke Leistung aus dem Qualifikationsdurchgang ran, zeigt sich aber mit Platz drei zumindest halbwegs zufrieden. In Führung liegt die beiden Norweger Andreas Stjernen und Anders Fannemel mit 127 bzw. 130 Metern.

16:25 Uhr: Anders Fannemel springt auf 130 Meter und übernimmt damit die Führung, gefolgt von Rhoads und Wolny. Der Österreicher Clemens Aigner reiht sich mit 119,5 Metern an vierter Stelle ein, Michael Hayböck kommt nicht über schwache 116,5 Meter hinaus.

16:19 Uhr: Starker Sprung von William Rhoads: Der US-amerikanische Skispringer kommt auf 127 Meter und setzt sich damit an die Spitze des Feldes.

16:16 Uhr: Der Pole Jakub Wolny erzielt mit 124,5 Metern eine neue Bestweite und übernimmt damit die Führung vor Vassiliev. Manuel Poppinger aus Österreich ordnet sich mit 119,5 Metern an vierter Stelle ein.

16:10 Uhr: Bei weiterhin deutlichem, aber wechselhaftem Aufwind liegt weiterhin Dimitry Vassiliev in Führung. Hinter ihm ordnet sich der Franzose Vincent Descombes Sevoie mit 123,5 Metern auf dem zweiten Platz ein.

16:01 Uhr: Los geht’s! Die Jury eröffnet den ersten Durchgang bei Aufwind aus Gate 5. Dimitry Vassiliev markiert mit 123,5 Metern eine erste Richtweite.

15:55 Uhr: Der Wind weht weiterhin ordentlich – schon jetzt scheint klar, dass es kein einfacher Wettkampf werden dürfte. Hoffentlich nehmen die äußeren Bedingungen heute keinen entscheidenden Einfluss. In wenigen Minuten geht’s los!

15:25 Uhr: Neben dem Deutschen David Siegel (52.) verpassen u.a. auch der Japaner Kento Sakuyama (51.) und der Slowene Anze Lanisek (58.) den Wettbewerb, der um 16 Uhr startet. Wie immer live bei skispringen.com!

15:41 Uhr: Bärenstarker Sprung von Daniel Andre Tande! Der Norweger knackt als einziger Springer in der Qualifikation die 130-Meter-Marke. Und wie: 134,5 Meter und 129,3 Punkte reichen für den überlegenen Quali-Sieg vor Andreas Wellinger (127,5 m; 120,5 P.) und Simon Ammann (128,5 m; 120,3 P.). Dahinter folgen Stefan Kraft aus Österreich (4.) und der Deutsche Markus Eisenbichler (5.). Vortagessieger Richard Freitag belegt den siebten Platz, Stephan Leyhe wird Achter und Pius Paschke Zehnter.

15:28 Uhr: Wow! Ganz starker Sprung von Andreas Wellinger. Der 22-jährige Deutsche springt 127,5 Meter weit und verdrängt damit Simon Ammann von der Spitze. nur noch drei Athleten stehen oben – reicht das zum Quali-Sieg?

15:23 Uhr: Markus Eisenbichler, der die Qualifikation am Freitag für sich entschieden hat, kommt auf 127 Meter. Das reicht aktuell für den zweiten Platz hinter dem weiterhin führenden Schweizer Simon Ammann.

15:17 Uhr: Pius Paschke macht es mit 123 Metern wesentlich besser als zuvor Teamkollege Siegel, der aller Voraussicht nach ausscheiden wird. Der Willinger Stephan Leyhe ordnet sich mit 122 Metern noch vor Paschke auf dem dritten Platz ein.

15:10 Uhr: Ganz starker Sprung von Simon Ammann – der viermalige Olympiasieger aus der Schweiz übernimmt mit 128,5 Metern die Führung vor dem Norweger Anders Fannemel, der zuvor auf 128 Meter gesprungen ist. Clemens Aigner aus Österreich ist Vierter.

15:03 Uhr: Weiterhin sind in Nischni Tagil keine Top-Weiten möglich – der junge Tscheche Vojtech Stursa kommt immerhin auf die bisherige Bestweite von 123 Metern und führt das Feld damit vor Tilen Bartol aus Slowenien und dem Finnen Antti Aalto an. Der Deutsche David Siegel muss mit schwachen 108 Metern um die Qualifikation noch zittern…

14:49 Uhr: Wegen der schlechteren Bedingungen reichen Vincent Descombes Sevoie aus Frankreich 113,5 Meter für die zwischenzeitliche Führung vor dem Tschechen Hlava.

14:44 Uhr: Inzwischen hat der Aufwind nachgelassen, teilweise müssen die Athleten sogar mit leichtem Rückenwind zurecht kommen. Keine einfache Situation für Jury und Athleten!

14:37 Uhr: Der Tscheche Lukas Hlava übernimmt mit 115 Metern vorerst die Führung. Schon jetzt bereitet der Wind einige Probleme, da er unterschiedlich stark weht. Ein bisschen Glück gehört heute dazu.

14:32 Uhr: Los geht’s! Die Jury eröffnet den Qualifikationsdurchgang bei teils deutlichem Aufwind aus Gate 14.

14:15 Uhr: Die ersten Vorspringer gehen in Nischni Tagil bereits vom Bakken. Die Bedingungen dürften heute aber nicht ganz einfach werden – die Meteorologen rechnen mit mehr Wind als in den vergangen Tagen.

13:28 Uhr: Der überwiegende Teil der skispringen.com-Leser glaubt im Übrigen nicht, dass Richard Freitag heute einen erneuten Sieg landen kann. Bei unserer Umfrage stimmen nur 38 Prozent für den Sachsen – die Mehrheit von 62 Prozent glaubt, Stand jetzt, dass heute ein anderer Skispringer ganz oben stehen wird.

13:12 Uhr: Für Richard Freitag geht es heute um nicht weniger, als die Verteidigung der Gesamtführung im Weltcup. „Momentan macht mir Skispringen tierisch Spaß. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich jetzt erstmals das Gelbe Trikot tragen darf und werde darum kämpfen, es zu verteidigen“, lautet die deutliche Kampfansage des 26-jährigen Wahl-Oberstdorfers.

12:33 Uhr: Die deutschen Skispringer wollen auch am zweiten Wettkampftag in Nischni Tagil um das Podium und den Sieg mitmischen. Die Skispringerinnen haben heute Morgen in Lillehammer schon einmal gut vorgelegt – dort sicherte sich die Oberstdorferin Katharina Althaus den Sieg auf der Großschanze!

10:01 Uhr: Gemeldet sind für heute insgesamt 70 Athleten aus 17 Nationen. Sie alle müssen entsprechend der Regeländerung, die vor Saisonbeginn offiziell beschlossen wurde, in der Qualifikation an den Start gehen – die besten 50 qualifizieren sich für den Wettkampf, der um 16 Uhr deutscher Zeit startet.

09:56 Uhr: Guten Morgen nach Deutschland! In Nischni Tagil ist es fast 14 Uhr und langsam machen sich die Skispringer für den zweiten Einzel-Weltcup an diesem Wochenende bereit. In viereinhalb Stunden wird es ernst – dann müssen sich alle Athleten zunächst der Qualifikation stellen.

14 Kommentare

    • Trotz der wieder einmal unverdient hohen Noten – im Vergleich zu Freitag und Wellinger hätte Kraft maximal eine 18,5 im Schnitt verdient – reicht es nicht mehr für Kraft. Da können die Punktrichter Unsinn werten so viel sie wollen und das ist gut so!

      • Ich weiß nicht, was dein Problem ist.
        Krafts Landung ist absolut sauber. Außerdem ist setzt er einen runden und sehr stilvollen Telemark, nicht zu vergleichen mit Wellinger

        • Mein Problem schildere ich wie folgt: Im letzten Jahr musste ich von den österreichischen Experten hier lernen, dass ein Telemark im hohen Weitenbereich wesentlich wertvoller ist, als im mittleren oder niedrigen Weitenbereich. Dann sollte man die erzielten Weiten heute vielleicht einmal vergleichen. Von einem „runden“ Telemark habe ich noch nicht gehört. Da aber Kraft doch kleiner als Wellinger ist, dürfte er auch weniger Probleme haben, einen „tiefen“ Telemark zu setzen. Abgesehen davon habe ich nicht nur mit Wellinger sondern auch mit Freitag verglichen. Soweit mir bekannt ist, zählt auch die Ausfahrt noch zur Wertung. Krafts Ausfahrt lässt darauf schließen, dass er wohl Magenprobleme hat und schnellstens ein gewisses Örtchen aufsuchen möchte. Zum Schluss schließlich werden wohl nicht nur die Landung, sondern auch die Absprungdynamik samt Erreichen der Flughaltung und der Luftfahrt bewertet. Während Kraft da derzeit eher an einen Fieseler Storch erinnert, kann man Freitag und Wellinger zurecht als A380 bezeichnen. Natürlich kann sich aber noch Einiges ändern, die Saison ist noch lang und man kennt den jeweiligen Trainingsaufbau nicht.

          • Zu deiner Info: Wellinger hatte für seinen 2. Sprung sogar einmal eine 20.0 bekommen. Wo wird Kraft da bevorzugt?

          • Also erstens: Die Ausfahrt zählt nut bis zur Sturzlinie. Da gibts bei Kraft absolut nichts auszusetzen.
            Und für die Luftfahrt gibts auch nur Abzüge,wenn die verwackelt ist. Mir egal, mit welchem Vogel du Krafts Flug vergleichst, meiner Meinung ist Krafts Sprungstil sehr ästhetisch und der von Wellinger eher steif.

          • @AlSdlV-S: Sie schrieben: „Außerdem ist setzt er einen runden und sehr stilvollen Telemark, nicht zu vergleichen mit Wellinger.“ Wenn Ihrer Meinung nach Kraft den wesentlich besseren Telemark setzt als Wellinger, dann müsste es also bei Wellinger Abzüge geben. Hat Ihrer Meinung nach also der Punktrichter aus Slowenien „Tomaten auf den Augen“? Er hat nämlich scheinbar an Wellingers Landung nichts auszusetzen. Sie sollten außerdem genau lesen, was ich geschrieben habe. Ich habe nicht die Noten Wellingers und Freitags kritisiert, sondern die im Vergleich dazu zu hohen Noten Krafts.
            @Arno: Sehen Sie sich bitte die Landung und die Ausfahrt Krafts vor der Sturzlinie von vorne (Frontkamera) an. Man kann die Ski verkanten oder plan aufsetzten und gerade oder schräg ausfahren. Krafts Sprungstil ist nur geprägt durch Geschwindigkeit. Wellinger setzt auf eine Mischung aus Höhe und Geschwindigkeit, vor allem hat er im Flug eher eine „Bananenhaltung“, ähnlich wie früher Hannawald. Der Unterschied zwischen Kraft und Wellinger aber auch zwischen Kraft und Freitag besteht insbesondere in den Bewegungen während der Luftfahrt. Bei Freitag und Wellinger sind derzeit nahezu keine Arm- oder Skibewegungen zu bemängeln, Kraft korrigiert sowohl mit Armen als auch Ski, was im Endeffekt aktuell zu geringeren Weiten führt.

  1. @Kegelbruder

    Ich hab mir Krafts 133,5 m Flug noch mal angeschaut. Das sind absolut minimale Unsicherheiten, die sind bei Wellinger und Freitag genauso vorhanden und kaum Punkteabzüge wert.

    Außerdem finde ich den Telemark von Kraft ästhetischer, aber das ist nun mal meine Sichtweise.

    Außerdem: Kraft hat in Kuusamo bei Schanzenrekord einen Telemark gesetzt?Wenn er wirklich zu hoch bewertet wird, wieso hat er da nicht 20.0 bekommen?!

    • In Ruka hätte ich gegen eine 20.0 von Kraft nichts einzuwenden gehabt. Es war zwar bei der Ladung eine minimale Aufkantung des linken Skis zu erkennen, die bei Kraft öfter zu beobachten ist. In diesem Weitenbereich aber überhaupt einen Telemark zu setzen, das verdient durchaus Höchstnoten. Heute aber waren beide Sprünge Krafts im Vergleich zu anderen Athleten (nicht nur im Vergleich zu Freitag und Wellinger) durchaus fehlerhaft, was sich dann auch durch die fehlende Weite bemerkbar machte. Ästhetik ist immer Ansichtssache. Wenn hier aber geschrieben wird, Wellingers Telemark sei mit dem von Kraft nicht vergleichbar, dann ist doch wohl die Qualität gemeint. Und qualitativ dürfte zur Zeit bei Wellinger wenig auszusetzen sein, bei Freitag schon gar nicht. Tendenziell gab und gibt es immer Springer, die meiner Meinung nach generell zu hoch bewertet werden. Da scheint die aktuelle Leistung relativ egal zu sein. Früher war das beste Beispiel Weißflog, auch Freund und Prevc konnten sich mehr als andere Springer erlauben. Derzeit zähle ich Stoch und Kraft zu den Sportlern, die oft (nicht immer) im Vergleich zu anderen Springern zu gute Noten erhalten. Eine 19.5 für Stoch war heute wohl ein Witz, wurde aber dennoch gezogen. Mir scheint, es gibt bei den Bewertungen einen gewissen „Erfolgsbonus“. Traditionell schmeichelhaft hoch werden auch grundsätzlich die Norweger beurteilt, hier herrscht wohl noch ein „Vergangenheitsdenken“ vor, frei nach dem Motto: Ein Norweger springt immer schön.

  2. Ich wäre da an Ihrer Stelle etwas vorsichtig. Die Punkterichter haben nun mal ihre Bewertungskriterien, aber eine völlig objektive Bewertung ist nun mal nicht möglich. Sie können nicht behaupten, dass irgendjemand bevorzugt wird. Viel eher haben die Punkterichter eben nicht die haargleiche Sichtweise wie Sie, was die Benotung betrifft.

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