Finale in Trondheim

Maren Lundby macht Gesamtsieg bei Raw-Air-Premiere perfekt

Maren Lundby macht den Gesamtsieg bei der ersten Damen-Ausgabe der „Raw Air“ perfekt. Die norwegische Lokalmatadorin springt beim Finale in Trondheim souverän zum Sieg. Deutschland jubelt über Platz zwei und drei in der Gesamtwertung.

Mit Sprüngen auf 133 und 133,5 Meter sicherte sich Maren Lundby den Sieg beim letzten Wettbewerb im Rahmen der Raw-Air-Tour. Die Norwegerin erzielte am Donnerstagmittag in Trondheim insgesamt 274,1 Punkte und setzte sich damit gegen Juliane Seyfarth (131 und 137,5 m; 261 P.) und Eva Pinkelnig (132,5 und 128 m; 257,9 P.) durch.

Für die Norwegerin ist es somit nicht nur der 24. Weltcupsieg, sondern ein weiterer Titel. „Die Raw Air war mein zweites großes Ziel in dieser Saison und es bedeutet mir sehr viel, sie nun gewonnen zu haben. Gerade vor heimischem Publikum und nach dieser intensiven Woche“, sagte die glücklichere Siegerin nach dem Wettkampf. Seyfarth, die im zweiten Durchgang Schanzenrekord sprang, stand nun zum neunten Mal in der laufenden Saison auf dem Podest und war dementsprechend zufrieden: „Das war ein super Gefühl. Ich bin über diesen Sprung und den zweiten Platz sehr zufrieden.“ Für die Österreicherin Pinkelnig war es der zweite Podestplatz binnen drei Tagen.

ÖSV-Team überzeugt, Vogt enttäuscht

Vierte, aber bereits mit 13,2 Punkten Rückstand auf das Podest, wurde Daniela Iraschko-Stolz, die mit genau diesem Platz auch in der „Raw Air“-Gesamtwertung Vorlieb nehmen muss. Katharina Althaus haderte ein wenig mit ihrem zweiten Sprung und wurde Fünfte, vor Sara Takanashi. Rang sieben ging an die drittbeste Österreicherin Chiara Hölzl. Achte wurde die beste Slowenin Nika Kriznar, die sich dank eines gelungenen zweiten Sprungs noch von Rang 13 vorarbeitete. Mit Yuki Ito auf Rang neun gelang einer weiteren Japanerin ein Top-Ten-Ergebnis. Den letzten Platz in eben diesen Top Ten belegte Lundbys Landsfrau Anna Odine Stroem.

Beste Russin wurde Alexandra Kustova mit Platz elf. Ein neuerlich unbefriedigendes Ergebnis gab es hingegen für Carina Vogt. Auch an diesem Tag bekam sie ihre Dysbalancen am Absprung und in der Luft nicht in den Griff und fiel im Finale sogar von Rang zwölf auf 17 zurück. Freude gab es wiederum im französischen Lager, denn Josephine Pagnier toppte ihr bestes Karriereresultat (Platz 15 in Lillehammer) nochmals und belegte heute Rang 13.

Italien solide, auch die „Kleinen“ punkten

Jacqueline Seifriedsberger musste Lara Malsiner im zweiten Durchgang noch an sich vorbei lassen, so wurde es am Ende Rang 18 für die Österreicherin und 15 für die Italienerin. Letztere lag diesmal einen Platz vor Teamkollegin Elena Runggaldier. Die vierte Deutsche, Svenja Würth, belegte nach einem schwächeren zweiten Sprung den 28. Platz. Somit gab es am Ende zwar Weltcuppunkte, aber kein Preisgeld für die Baiersbronnerin.

Julia Kykkänen, Daniela Haralambie und Nita Englund sammelten mit Platz 27 und 29 für Finnland, Rumänien und die USA ebenfalls Punkte. Die Tschechin Stepanka Ptackova wurde noch vor ihrem Sprung im ersten Durchgang aufgrund eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert. Es ist bereits die vierte Disqualifikation im Saisonverlauf für die 16-Jährige aus Liberec.

Preisgelder gehen an Lundby, Althaus und Seyfarth

In der Endabrechnung der „Raw Air“ ergibt sich folgendes Bild: Maren Lundby ist die Siegerin dieser Premierenausgabe. In den insgesamt neun gewerteten Durchgängen erzielte sie 1144,6 Punkte und sichert sich damit 35.000 Euro Siegprämie. Der mit 15.000 Euro dotierte zweite Platz geht an Katharina Althaus mit 1088,1 Punkten. Juliane Seyfarth (1066,3) zog dank ihres phänomenalen zweiten Sprungs doch noch an Daniela Iraschko-Stolz (1055,9) vorbei und sicherte sich somit den dritten Platz und 5.000 Euro.

Im Gesamtweltcup beträgt Maren Lundbys Vorsprung auf Katharina Althaus nun 355 Punkte. Die Norwegerin führt mit 1613 Punkten vor der Deutschen (1258) und kann somit bereits am Samstag ihre Titelverteidigung im Gesamtweltcup vorzeitig perfekt machen. Juliane Seyfarth hat mit 1071 Punkten ihren dritten Platz gefestigt; 47 Punkte liegt sie nun vor Sara Takanashi.

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Am morgigen Freitag reisen die Skispringerinnen schon weiter ins russische Nischni Tagil. Dort steht dann die erste Hälfte die ebenfalls neugeschaffene „Blue Bird“-Tour auf dem Programm. Für diese wurde der Ablauf kurzfristig angepasst, sodass erst ab Samstag gesprungen wird. Dann stehen um 10:15 Uhr (alle Zeiten in MEZ) das Training, um 12 Uhr die Qualifikation und schließlich um 13 Uhr (alles live bei skispringen.com) der erste Einzelwettkampf auf der Normalschanze auf dem Plan.

Über Luis Holuch 53 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

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