Skifliegen in Slowenien

Markus Eisenbichler fliegt in Planica zu erstem Weltcupsieg

Markus Eisenbichler fliegt im slowenischen Planica zum ersten Weltcupsieg seiner Karriere! Der Siegsdorfer setzt sich in einem hochklassigen Skifliegen gegen Gesamtweltcup-Sieger Kobayashi durch und greift nun zur kleinen Kristallkugel.

Was lange währt, wird endlich gut. Ein Monat nachdem Markus Eisenbichler sich den Weltmeistertitel gesichert hat, verbuchte der deutsche Skispringer kurz vor Saisonschluss den ersten Weltcupsieg seiner Karriere.

In einer hochspannenden Entscheidung beim Skifliegen im slowenischen Planica setzte sich Eisenbichler mit Weiten von 238,5 und 233 Metern sowie 445 Punkten gegen den in dieser Saison dominierenden Ryoyu Kobayashi durch, der auf 242 und 220 Meter (438,1 P.) kam. Den dritten Platz belegte Piotr Zyla aus Polen mit 242 und 234 Metern (437,3 P.).

Eisenbichler zieht an Kobayashi vorbei

Nach dem ersten Durchgang deutete noch alles darauf hin, als müsse sich Eisenbichler erneut seinem japanischen Dauerrivalen geschlagen geben. Kobayashi ging mit 11,6 Punkten Vorsprung ins Finale, blieb im zweiten Durchgang dann aber deutlich hinter Eisenbichler zurück.

Eisenbichler: „Ich musste ans Limit gehen“

„Der zweite Sprung war ziemlich aggressiv, weil ich wusste, dass ich ans Limit gehen musste. Dass es dann sogar für den Sieg gereicht hat, macht mich sehr glücklich“, sagte Eisenbichler nach dem Wettbewerb.

Mit seinem ersten Sieg übernimmt der Siegsdorfer die Gesamtführung im Skiflug-Weltcup. Hauchdünne vier Punkte trennen den Deutschen von Gesamtweltcup-Sieger Kobayashi. „Es wäre beeindruckend, den Skiflug-Weltcup zu gewinnen. Für mich hat das einen ähnlichen Stellenwert wie die WM“, so Eisenbichler.

Alle DSV-Skispringer in den Punkten

Neben Eisenbichler schaffte es aus der deutschen Mannschaft auch Karl Geiger unter die Top Ten. Mit Flügen auf 227 und 226 Meter belegte der Oberstdorfer den neunten Platz.

» Re-LIVE: So lief das erste Einzel-Skifliegen in Planica

Mit Richard Freitag (15.), Constantin Schmid (23.) und Andreas Wellinger (26.) haben auch die übrigen deutschen Skispringer weitere Weltcuppunkte gesammelt.

Slowenische Flug-Spezialisten verpassen Podium

Bei strahlendem Sonnenschein sind rund 20.000 Zuschauer an die berühmte Letalnica ins „Tal der Schanzen“ gekommen. Den Skiflug-Spezialisten aus Slowenien ist es am Freitag aber nicht gelungen, vor heimischem Publikum auf dem Podium zu landen.

Dennoch fällt die slowenische Bilanz äußerst positiv aus: Newcomer Timi Zajc glänzte vor allem im ersten Durchgang mit 240 Metern und belegte am Ende den vierten Platz vor Teamkollege Domen Prevc (5.). Auch dessen älterer Bruder Peter Prevc (10.) schaffte es wieder unter die besten Zehn.

Ammann jubelt über Top-Ten-Platz

Auch der viermalige Olympiasieger Simon Ammann, der sich weiterhin ein Rücktritt nach dieser Saison offen hält, konnte sich beim Skifliegen eindrucksvoll in der Weltspitze zurückmelden – Platz sechs bedeutete am Ende das bislang beste Saisonergebnis für den Schweizer.

Daneben landeten außerdem Dawid Kubacki aus Polen (7.) unter den Top Ten. Johann Andre Forfang belegte als bester Springer einer schwachen norwegischen Mannschaft den achten Platz.

Lindvik verzichtet nach Sturz

Junioren-Weltmeister Marius Lindvik verzichtete nach einem schweren Sturz am Donnerstag auf die Teilnahme. „Ich muss einfach auf meinen Körper hören. Das war keine einfache Entscheidung“, so der Norweger.

» Event-Übersicht: Programm & Infos zur zum Saison-Finale in Planica

Am Samstag steht in Planica der letzte Team-Wettbewerb des Winters auf dem Programm. Um 9 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, um 10 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der Wettkampf.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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Über Marco Ries 590 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

29 Kommentare

  1. Ich finde es gut, dass Markus Eisenbichler seinen ersten WC-Sieg eingefahren hat und der Weltmeistertitel nicht mehr so beziehungslos im Raum herum hängt.

    Ob man seine verkrampfte Tiger-Pantomime auf dem Absprungbalken mag, oder das stilistisch dazu passende Siegerverhalten, ist tatsächlich Geschmackssache und kein Anzeichen für (mangelnde) Fairness.

    Ziemlicher Blödsinn ist es, zu behaupten, er könne ja nicht anders, weil ‚das ganze Adrenalin‘ schließlich ‚raus muss‘. Von einem Bundespolizisten darf man erwarten, dass er sich da völlig im Griff hat, sonst dürfte der Mann keine Waffe in die Hand bekommen.

    Übrigens würde man von einem Beamten auch eine differenziertere Sprache in Interviews erwarten als so ein ‚geil-mega-geilgeil‘-Gegrunze. Dass man so etwas lernen kann, wenn man sich ein bisschen Mühe gibt, hat Sven Hannawald bewiesen.

    Mir persönlich gefällt es sehr, wie z.B. Johan Andre Forfang seine Freude über einen podestwürdigen Sprung ausdrückt: ein strahlendes Lächeln wie der Sonnenaufgang über einem norwegischen Fjord.

    • Der Weltmeistertitel wäre auch ohne den gestrigen Erfolg keineswegs „beziehungslos“ gewesen. Bitte schlagen Sie die Weltcupplatzierungen des Markus Eisenbichler seit 17.11.18 nach, dann werden Sie feststellen, dass weder der zweite Platz in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee noch die drei Weltmeistertitel in Seefeld bzw. Innsbruck Zufallsprodukte waren.

    • Blödsinn ist es, Emotionen im Sport mit dem Beruf zu verknüpfen. Das sind völlig unterschiedliche Welten. Darf Ihrer Meinung nach ein Skispringer, der beruflich als Zirkusclown arbeitet, dann anderen Sportlern Torten ins Gesicht werfen, weil man es ja berufsbedingt von ihm erwarten könnte? Mir ist es schon lieber, ein Sportler lebt seine Emotionen aus. Eisenbichler schadet dadurch niemandem und hat auch noch niemanden beleidigt. Die „Clownereien“ des hier hoch gelobten Ammann, die Grimassen eines Zyla und das aufgesetzte Grinsen eines Kraft nach fast jedem Sprung sind wesentlich weniger authentisch als Eisenbichlers Freude oder Ärger nach seinen Durchgängen. Interviews von Eisenbichler als „Gegrunze“ zu bezeichnen, das ist einfach nur respektlos. Scheinbar haben Sie noch nicht viele von ihm gehört. Ich erwarte keine rhetorischen Höchstleistungen von einem Sportler, aber die Aussagen von Eisenbichler sind zumindest immer fair (im Gegensatz zu Äußerungen Krafts, z.B. die Hauptsache sei, es gewinne kein Deutscher).

      • Mir ist kein Unterschied zwischen Sportadrenalin und Berufsadrenalin bekannt. Auch kenne ich keine Dienstordnung für Zirkusclowns, die das Verhalten in der Öffentlichkeit regelt, damit dem Berufsstand nicht geschadet wird. Forschen Sie doch mal danach, meinetwegen ab 1818, Archivgekrame scheint ja so eine Art Hobby von Ihnen zu sein.

      • Wann hat denn Kraft gesagt,“ Hauptsache es gewinnt kein Deutscher“? Und wie kommt ihr darauf dass sein Lachen aufgesetzt ist? Er ist eben kein so extrovertierter Mensch wie Andere. Aber was Amman und Zyla angeht, kann ich nur zustimmen.

        • Sie finden das Interview bei spox.com oder auch bei yahoo.de. Es war am 25.02.17. Mir ist Eisenbichlers authentische Art lieber. Der schaut nämlich auch einmal grimmig, wenn’s nicht läuft und verstellt sich nicht. Verfolgen Sie einmal, zu welchen Zeitpunkten Stefan Kraft grinst. Da sind nämlich vollkommen unpassende Momente dabei. Wenn das nicht aufgesetzt und antrainiert ist, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. Wenn er das so haben möchte, mir soll’s recht sein.

          • Auch Stefan Kraft schaut total niedergeschlagen aus wenn sein Sprung sch….gelaufen ist. Und schon mal etwas von Galgenhumor gehört??? Wie schauen sie denn aus wenn sie anderen zu verstehen geben wollen“ ging halt nicht besser“? Mal vor den Spiegel stellen und ausprobieren,dann sehen sie auf ihren Lippen auch ein entschuldigendes Lächeln. Ganz normal. Aber wenn ich mich freue zeige ich nicht jedem meine Mandeln. Und danke für den Hinweis,das Interview hab ich nämlich wirklich nicht gesehen.

          • Danke für den Hinweis,das Interview werd ich mir anschauen das hab ich nämlich wirklich nicht gesehen. Ich weiß ja nicht ob sie schon mal etwas von Galgenhumor gehört haben, aber manchmal habin Menschen ein entschuldigendes Lachen auf den Lippen wenn es mal sch…..lecht gelaufen ist. Einfach mal vor dem Spiegel ausprobieren. Ich für meinen Teil zeige nicht der ganzen Welt meine Mandeln wenn ich mich freue.

  2. Monika.Erst einmal Beleidigungen haben hier nichts zusuchen. Freue mich für Markus Eisenbichler. Monika du hast wie schon gesagt von anderen Usern klar hier die Meinung gesagt bekommen. Solche Worte wie Missgeburt haben hier nichts zu suchen. Das ist sehr beleidigend. Markus Eisenbichler ist nicht nur ein Skispringer sondern auch ein Mensch wie jeder andere der das Recht aus der Welt zu sein und das Leben im Sport als auch privat hat zu genießen.

  3. Dann hau doch ab aus Deutschland,Wenn du es Scheise findest.Du bist ja ein totales Naiverl.Hast du überhaupt eine Ahnung vom Sport?
    Wahrscheinlich nur vom dumm und blöd daherreden.Dein Kommentar ist total verzichtbar.

  4. Also mal ehrlich ob einem ein Springer sympathisch ist oder nicht, das müsst ihr schon den Leuten selbst überlassen. Ich find den Eisenbichler auch total unsympathisch,gerade weil er seine Klappe immer so aufreißen muss. Ich will seine Mandeln echt nicht sehen. Andere Springer können sich doch auch freuen ohne dass der Kameramann Angst haben muss „gefressen“ zu werden.

      • Es gibt mehr Springer als Kraft, die einfach nur vor Freude strahlen. Aber um die Frage zu beantworten: JA das Lachen und Strahlen eines Stefan Kraft ist mir 1000 mal lieber.

    • Der Eisi hat endlich zugeschlagen, Respekt vor dieser Leistung, vor allem der zweite Sprung.
      Man muss aber fairerweise sagen, dass der Ryo einfach zu spät war im zweiten, ansonsten denke ich ist er stärker und auch für mich beim letzten Einzel klarer Favorit vor Eisi. Wir lassen uns mal überraschen und hoffe auf faire Bedingungen.

  5. Ich freue mich sehr für Eisei. Der zeigt sich im Gegensatz zu einigen Zuschauern immer als Sportsmann, auch wenn’s knapp ist und er voller Adrenalin ist.

  6. Große Freude, mein Sympathieträger und Lieblingsspringer Simon Ammann erzielt ein top Ergebnis mit Platz 6. Ihm noch viel Glück und beste Ergebnisse für die letzten beiden Wettkampftage dieser Saison.
    Nicht zu ertragen, dass dieser unsympathische Typ Eisenbischler diesen Wettkampf gewinnt.

    • Ich freue mich auch sehr für Simmi – vor allem weil ihn seine Landsleute schon gerne mal abschreiben (ich lebe in der Schweiz und muss den Schwachsinn dann ab und zu lesen). Aber der Sportsmann Simon würde sich schütteln wenn er Ihren Kommentar liest Monika. Sehr unsportlich es Eisenbichler nicht zu gönnen. So Kommentare haben bei so einem schönen Sport nicht zu suchen….

    • Unfair, Markus Eisenbichler als Unsympath zu bezeichnen. Er zeigt halt seine Freude und brüllt sie heraus. Bei soviel Adrenalin nach solchen Sprüngen ist das für mich verständlich. Was soll daran unsympathisch sein?

    • Daran musst du dich evtl. gewöhnen. Wenn du nicht ertragen kannst, dass außer ein Schweizer, evtl. ein Springer einer anderen Nation gewinnt, dann musst du daraus für dich die Konsequenzen ziehen. Geh in den Stadtpark und heul doch.

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