Top-Favorit bei Weitenjagd

Markus Eisenbichler gewinnt Qualifikation zur Skiflug-WM in Planica

Foto: imago / GEPA

Markus Eisenbichler unterstreicht seine Favoritenrolle bei der Skiflug-WM in Planica. Mit einem Flug auf 225,5 Meter lässt der Siegsdorfer Konkurrent Halvor Egner Granerud hinter sich und gewinnt die Qualifikation.

Mit einem Sprung auf 225,5 Meter sicherte sich Markus Eisenbichler den Sieg in der Qualifikation zur Skiflug-WM. Der 29-Jährige erzielte zum Auftakt des ersten Saisonhöhepunktes der Skispringer insgesamt 222,5 Punkte und setzte sich damit gegen den starken Österreicher Michael Hayböck durch, der nach überstandener Covid-19-Erkrankung auf die Bestweite von 242,5 Meter (216 P.) kam. Der Gesamtweltcup-Führende Halvor Egner Granerud aus Norwegen belegte mit einem Flug auf 221,5 Meter (215,6 P.) den dritten Platz.

„Das hat heute wirklich Spaß gemacht. Zum Schluss hinaus hat sich bewahrheitet, dass der Wind eher von hinten kommt. Aber das taugt mir extrem, ich konnte gleich den Rhythmus aufnehmen und drei gute Flüge machen“, freute sich Eisenbichler im Anschluss.

Geiger starker Vierter, Freund nicht dabei

Bundestrainer Stefan Horngacher betonte, dass Eisenbichler in allen drei Versuchen schlechte Bedingungen hatte: „Trotzdem war er in jedem Durchgang unter den besten drei. Das war sehr, sehr gut.“

Neben Eisenbichler unterstrich Karl Geiger mit 228 Metern, dass er zurecht als zweite große Hoffnung der deutschen Mannschaft gehandelt wird. „Der Quali-Sprung hat mir richtig gut gefallen, das hat Laune gemacht“, freute sich der Oberstdorfer, der das vergangene Weltcup-Wochenende in Nischni Tagil verpasst hat, weil seine Ehefrau ein Kind erwartet. Der werdende Vater ergänzte: „Die Pause hat sehr gut getan, aber ich freue mich, dass wir jetzt Skifliegen können.“

Daneben haben sich mit Pius Paschke (9.) und Constantin Schmid (20.) auch die übrigen deutschen Starter für den ersten Durchgang qualifiziert.

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Schon früh beendet ist die Skiflug-WM hingegen für Severin Freund, der nach dem Training von Bundestrainer Stefan Horngacher in der vierköpfigen Mannschaft keinen Startplatz erhalten hat. Während der 32-Jährige aus Planica abreisen wird, bleibt Martin Hamann als Ersatzmann in Hinblick auf die Team-Entscheidung am Sonntag dabei. „Ausschlaggebend für Schmid war, dass er ein bisschen mehr Erfahrung mitbringt und mehr Anlaufgeschwindigkeit hat. Martin Hamann wird morgen hier als Vorspringer dabei sein und somit weitere Trainingssprünge absolvieren“, begründete Stefan Horngacher seine Nominierung.

Kraft eindrucksvoll zurück, aber nicht dabei

Stefan Kraft hat nach überstandener Covid-19-Erkrankung im Training mit 239 Metern zunächst ein fulminantes Comeback gefeiert. „Kurz danach ist es im Rücken eingeschossen. Das hat sich bis in die Bauchmuskeln gezogen. Er kommt nicht einmal in die Hocke, also muss er passen“, erklärte der Sportliche Leiter Mario Stecher im Anschluss. Für das Team am Sonntag bleibt Kraft laut einer Mitteilung des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) aber eine Option.

Im Kampf um Edelmetall im Einzel ist Hayböck nach einem furiosen Flug das heißeste Eisen im Feuer des ÖSV. Nicht rund lief es hingegen für Gregor Schlierenzauer, der nach seiner Erkrankung nicht über den 28. Platz hinaus kam.

Norwegen überzeugt auch mannschaftlich

In Hinblick auf die Team-Entscheidung haben die Norweger schon am Donnerstag deutlich gemacht, dass sie die Top-Favoriten sind. Neben Granerud landeten mit Titelverteidiger Daniel-André Tande als Fünfter und Robert Johansson als Siebter zwei weitere Athleten aus der Mannschaft von Cheftrainer Alexander Stöckl unter den Top Ten. Weil er sich mental nicht bereit für das Skifliegen fühle, hat Marius Lindvik seinen Start schon im Vorfeld zurückgezogen.

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Kamil Stoch landete als bester polnischer Skispringer mit 226 Metern auf dem sechsten Platz, sein Landsmann Piotr Zyla wurde Neunter. Während Ryoyu Kobayashi (22.) weiterhin nicht zurück zu alter Stärke findet, wurde Yukiya Sato als bester Japaner Achter.

Schweiz mit Corona-Fall, Sakala disqualifiziert

Die einzigen Schweizer Gregor Deschwanden und Dominik Peter sind bereits aus Planica abgereist, weil Cheftrainer Ronny Hornschuh positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Filip Sakala aus Tschechien wurde wegen eines irregulären Sprunganzugs disqualifiziert.

 

Am Freitag wird es bei den Titelkämpfen erstmals ernst: Um 15 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, ab 16 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgen dann die ersten beiden von insgesamt vier Wertungsdurchgängen, die es bei der Einzel-Entscheidung geben wird.

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Über Marco Ries 714 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

13 Kommentare

    • Nee, dessen Glück ist aufgebraucht, hat zwei Siege und das Gelbe mehr oder weniger „unverschuldet“ bekommen. Und selbst Kornstand schlechte Bedingungen haben Eisei immer besser werden lassen Heute. Im Team sind es aber schon die Norweger die es zu schlagen gilt, wenngleich die in der Quali nur 4 Punkte Besser waren in der Summe. Wird interessant, auch wenn Geiger gut absichert!

  1. Warum ein Österreicher Trainer?die deutschen Trainer waren besser und haben die meisten Erfolge errungen,siehe Heß,für mich der beste deutsche Skisprungtrainer aller Zeiten.

  2. Die Entscheidung für Constantin Schmid ist kein Votum gegen Martin Hamann.
    Aber Schmid hat schon öfter bewiesen, dass er auch in die top Ten springen kann. Hamann hat sehr gute Anlagen und wird und muss sich noch steigern.
    Insbesondere im Mannschaftsspringen zählt auch die Konstanz, weil jeder größere Ausfall kaum noch aufzuholgen ist. Das der Bundestrainer nicht nach dem Prinzip der ehemaligen Erfolge geht, beweist er dadurch, dass Severin Freund und Andy Wellinger nicht im Kader sind. Sollte natürliche Constantin Schmid die Erwartungen nicht erfüllen und Martin Hamann, als Vorspringer, gute Ergebnisse bringen, dann ist ein Wechsel eher die Normalität.

  3. Warum hat sich Hornbacher gegen Hamann entschieden- einfach unverständlich !
    Der Sprung in Wisla, als er bei 138m gestürzt ist hat gezeigt welch großes Potential in ihm steckt.

    • War doch schon immer bei den österreichischen Trainern so, auch bei Schuster. Die mussten noch nie zu irgendeiner Entscheidung Auskunft geben.
      Ein deutscher Trainer hätte wahrscheinlich nüchtern, nach Fakten entschieden.

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