Wind sorgt für Verzögerungen

Nur ein Durchgang: Ryoyu Kobayashi springt in Willingen zum Sieg

In nur einem Durchgang sichert sich Ryoyu Kobayashi am Samstag den Sieg beim Weltcup in Willingen. Bei wechselhaften Windbedingungen wird Severin Freund bester Deutscher, die beiden Hoffnungsträger Geiger und Eisenbichler enttäuschen.

Mit einem Sprung auf 145 Meter sicherte sich Ryoyu Kobayashi den Sieg beim ersten von zwei Einzelspringen an diesem Wochenende. Der Japaner erzielte am Samstagnachmittag auf der Mühlenkopfschanze in Willingen insgesamt 115,6 Punkte und setzte sich damit gegen Halvor Egner Granerud aus Norwegen durch, der auf 143 Meter (111,6 P.) kam. Graneruds Landsmann Marius Lindvik belegte mit 137 Metern und 107 Punkten den dritten Platz.

Wegen starken und wechselhaften Windes hatte sich der erste Durchgang in die Länge gezogen, immer wieder war die Jury gezwungen, kleinere Unterbrechungen einzulegen. Nachdem der Durchgang schon über eine Stunde angedauert hat, haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, das Finale abzusagen.

Deutschlands Hoffnungsträger enttäuschen

Aus der deutschen Mannschaft zeigte ausgerechnet Severin Freund die beste Leistung: Nachdem er aufgrund der nicht erfüllten Olympia-Norm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für Peking nicht nominiert werden konnte, belegte der Routinier mit 140 Metern einen starken vierten Platz und erzielte damit sein bislang bestes Saisonergebnis. Daneben landete auch Lokalmatador Stephan Leyhe als Sechster unter den Top Ten, die Constantin Schmid (11.) und Andreas Wellinger (12.) nur knapp verpasst haben.

Nicht wunschgemäß lief das vorletzte Kräftemessen im Vorfeld der Olympischen Winterspiele hingegen für die beiden Hoffnungsträger des DSV: Karl Geiger kam mit 120,5 Metern bei schlechten Windbedingungen nicht über den 20. Platz hinaus, Markus Eisenbichler musste sich gar mit Rang 30 zufrieden geben. Pius Paschke hätte einen zweiten Durchgang mit Platz 32 knapp verpasst.

Horngacher verärgert über Bedingungen

Stefan Horngacher reagierte speziell nach dem Sprung von Geiger wütend. Im Nachhinein konkretisierte der Bundestrainer seine Verärgerung über die Windbedingungen, bei denen der Oberstdorfer abgelassen wurde.

„Karl hat einen guten Sprung gemacht, aber zu diesem Zeitpunkt gab es am Schanzentisch fünf Meter Gegenwind. Dadurch ist er nichts in Gleiten gekommen und man muss sagen, dass es leider die Bedingungen waren“, sagte Horngacher im ‚ZDF‘ und erklärte weiter: „Dennoch bin ich mit dem gesamten Team zufrieden, sie haben tolle Sprünge gezeigt. Es war für alle ein schwieriger Wettkampf.“

Licht und Schatten bei Team Österreich

Sicherlich mehr ausgerechnet haben sich auch die Österreicher, die nur mit Daniel Huber (9.) in den Top Ten vertreten waren. Während sich Weltmeister Stefan Kraft (26.) weiterhin schwer tut, überraschte ein neuer Name: Der 19-jährige Markus Müller feierte mit Platz 18 ein gelungenes Weltcup-Debüt.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zum Weltcup in Willingen

Die Mannschaft war ohne Manuel Fettner, Daniel Tschofenig und Jan Hörl nach Willingen gereist und musste mit Clemens Aigner einen Corona-Fall sowie mit Philipp Aschenwald und Ulrich Wohlgenannt zwei Athleten in Quarantäne verkraften.

Am Sonntag startet um 13:30 Uhr zunächst der Prolog, der die Qualifikation ersetzt. Das zweite Einzelspringen als Generalprobe für die Olympischen Winterspiele ist um 15:15 Uhr (alles live bei skispringen.com) angesetzt.

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Über Marco Ries 768 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

21 Kommentare

  1. Hallo, Klaus: Ja es gibt die volle Punktezahl. Kobayashi hat 100 Weltcuppunkte gesammelt- Karl Geiger auf Platz 19 12 Punkte. Der Wettkampf gilt auch nach nur einem Durch gang als durchgeführt.

  2. Bravo Severin. Podest wäre natürlich Wahnsinn. Aber Platz 4 ist auch wahnsinnig gut. Ich hoffe das er seine Form behält und in Lahti weiter macht. Eigentlich auch seine Schanze. Und dann kommt Oslo und Vikersund ( fall norwegische Regierung Skisprung Zirkus ins Land lässt). Dort hat Severin 2015 auch Erfolge gefeiert. Ich hoffe das ich noch Möglichkeit bekomme, noch einmal Severin in Oberstdorf live im März fliegen zu sehen.

    • Hallo, Klaus: Ja es gibt die volle Punktezahl. Kobayashi hat 100 Weltcuppunkte gesammelt- Karl Geiger auf Platz 19 12 Punkte. Der Wettkampf gilt auch nach nur einem Durch gang als durchgeführt.

  3. Sehr schwierige und wechselhafte Bedingungen heute.
    Richtige Entscheidung den 2.Durchgang zu canceln, bevor es komplett irregulär wird.
    Daher ist der Ausgang heute nur bedingt aussagekräftig.

    Vielleicht sieht es ja morgen besser aus.

    Trotzdem Glückwunsch an Kobayashi, Granerud und Lindvik zu den Podestplätzen.
    Starke Leistung auch wieder von Severin Freund. Zwar Schade, dass es für die Olympia-Nominierung zu spät ist. Aber er scheint ja nicht arg traurig zu sein, nicht nach China zu müssen.
    Skiflug-WM ist sein Hauptziel.

  4. Horngacher war zu Recht ziemlich sauer was die Bedingungen bei Geiger’s Sprung abgeht.
    Was das Thema Freund, paschke und Olympia angeht, klar wäre Freund momentan die bessere Wahl gewesen,aber Horngacher musste wohl zu einem bestimmten Zeitpunkt die Nominierung bekannt gegeben und Freund hatte die geforderte Norm zu dem Zeitpunkt nicht

  5. Wo bleiben denn die Kommentare der Geiger-und Eisei-Fans ?
    Bei Erfolgen wird rumgeprotzt, bei Versagen herrscht Schweigen.
    Aber der Wind macht ja nichts, nur Leistung zählt

    • „Die Weltcupwertung ist ja durch Corona eh Wettbewerbsverzerrung,speziell durch die Ausfälle von Kobayashi am Anfang und danach Lindvik.Die sollte man für diese Saison abschaffen.“

    • Naja wo bleibt denn dein Kommentar dazu, dass Kobayashi und die Norweger nur Windglück gehabt haben…
      Hätte Geiger dieses Glück gehabt, wärst du wieder steil gegangen…

      Will damit nicht sagen, dass es unverdient ist und Geiger benachteiligt war. Aber heute gehörte einfach Glück dazu und dann muss man halt auch die Bedingungen nutzen. Das haben die drei gemacht. Auch Severin hat die Bedingungen perfekt für sich genutzt. Eiseis Sprung war einfach nicht gut.
      Aber Lanisek hat direkt danach gezeigt, dass in dieser Phase auch mal gar nichts ging.

      • Lindvik hatte fast die gleichen Bedingungen wie Karl Geiger und auch noch einige Springer. Kamil Stoch hatte die absolute Arschkarte.
        Also mit dem Pech mal nicht so übertreiben.

        • Ich glaube bei den Böen die da heute waren, kann man gar nicht sagen wer welche Bedingungen hatte. Auch die Windpunkte wechselten so schnell. Die Springer die damit am besten umgegangen sind standen am Ende zurecht vorne.

    • Eigentlich würde ich einen Vogel, wie Dir nicht antworten, mir geht dein Gelaber auf den Sack…die Jungs sind eine Schanze heruntergesprungen, wo du beim Anblick schon pipi in die Hosen machen würdest…ich habe Respekt vor jedem Einzelnen, egal welcher Platz…aber heute habe ich mich mal so richtig für Severin Freund gefreut, der vor vielen Jahren Deutschland aus der Finsternis des deutschen Skispringens auf die Sonnenseite gebracht hat, deshalb tun mir auch die Finnen und die Schweden besonders leid…denk mal über den Müll nach, den Du von Dir gibst..

    • Was soll man dazu sagen, außer dass sie beschissene Bedingungen hatten und vor allem bei Geiger war es halt ungünstig, das solcher Wind war, aber nicht lange genug gewartet wurde

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