Weltcup-Auftakt in Wisla

Österreichische Skispringer feiern überraschenden Auftakt-Sieg

Foto: GEPA

Österreich zieht beim Weltcup-Auftakt in Wisla in einem spannenden Finale an den Lokalmatadoren aus Polen vorbei und sichert sich überraschend den Auftakt-Sieg. Die deutschen Skispringer tun sich bei wechselhaften Bedingungen schwer.

Die österreichischen Skispringer erleben einen Auftakt nach Maß in die Saison 2019/2020. Durchaus überraschend sicherte sich die Mannschaft mit Philipp Aschenwald, Daniel Huber, Jan Hörl und Stefan Kraft den Sieg beim ersten Team-Wettbewerb des Winters.

Das Quartett erzielte bei schwierigen und wechselhaften Bedingungen am Samstagabend in Wisla insgesamt 1018,2 Punkte und setzte sich damit gegen Norwegen (Daniel-André Tande, Thomas Aasen Markeng, Marius Lindvik, Robert Johansson; 995,7 P.) und Polen (Piotr Zyla, Jakub Wolny, Kamil Stoch, Dawid Kubacki; 990,9 P.) durch.

„Wir haben sehr viel probiert und getüftelt, im Sommer lief es noch nicht so gut. Aber bei den letzten Trainingseinheiten hat man gesehen, dass unsere Jungs gut drauf sind. Wir sind ohne große Erwartungen angereist und es ist direkt aufgegangen“, jubelte Österreichs Cheftrainer Andreas Felder im ‚ZDF‘.

Deutschland verpasst Podium klar

Die deutschen Skispringer haben sich beim ersten Kräftemessen des Winters hingegen schwer getan. Aus der Mannschaft des neuen Bundestrainers Stefan Horngacher überzeugte einzig Karl Geiger. Der Oberstdorfer kam im ersten Durchgang auf starke 130 Meter, im Finale setzte er dann schon zehn Meter früher zur Landung an. „Die Sprünge sind eigentlich auf einem guten Niveau, den zweiten habe ich leider nicht ganz erwischt“, sagte Geiger, der am Vortag bereits die Qualifikation für sich entschieden hat.

„Man braucht hier acht gute Sprünge und wir haben zu viele Fehler gemacht heute. Doch speziell Karl hat sich gut präsentiert“, bilanzierte Horngacher im Anschluss: „Ich bin nicht so unzufrieden mit dem Auftakt, im Sommer waren wir noch deutlich weiter weg. Jetzt hoffe ich, dass Karl auch die anderen mitziehen kann.“

Nach Halbzeitführung: Polen fällt zurück

Nach dem ersten Durchgang deutete noch alles auf einen Heimsieg der Polen hin, doch die wechselhaften Bedingungen bereiteten der Mannschaft des neuen Cheftrainers Michal Dolezal vor allem im zweiten Durchgang Probleme.

Österreich hingegen nutzte die Gunst der Stunde – nicht nur in Form des bereits am Freitag starken Stefan Kraft. Auch der 26-jährige Daniel Huber glänzte im Finaldurchgang mit der Tagesbestweite von 134 Metern.

Hinter Polen und vor Deutschland landete die slowenische Mannschaft mit einem starken Peter Prevc auf dem vierten Platz.

Kein klarer Überflieger

Was sich nach dem ersten Wettkampf des Winters feststellen lässt: Einen klaren Überflieger gibt es bislang nicht. Vierschanzentournee- und Gesamtweltcup-Sieger Ryoyu Kobayashi aus Japan ließ vor allem im ersten Durchgang mit 118 Metern wertvolle Meter liegen, belegte mit seiner Mannschaft am Ende den sechsten Platz.

In Hinblick auf das Einzel ist daneben auch mit Robert Johansson zu rechnen. Im Probedurchgang noch gestürzt, überzeugte der Norweger mit Sprüngen auf 129 und 130,5 Meter. Auch WM-Bronzemedaillengewinner Killian Peier aus der Schweiz gehört am Sonntag zum Favoritenkreis.

Seine Mannschaft wurde zum Saisonstart hinter Japan Siebter, gefolgt von den Finnen. Tschechien und Russland sind nach dem ersten Durchgang ausgeschieden.

» Weltcup-Kalender 2019/2020: Alle Termine im Überblick

Zum Abschluss des Auftakt-Wochenendes steht am Sonntag das erste Einzelspringen der Saison an. Um 10:30 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, um 11:30 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt der Wettkampf.

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Über Marco Ries 601 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

13 Kommentare

  1. Also Natürlich Glückwunsch an Österreich aber warum haben die Polen immer so ein Windpech ,immer wenn die deutschen kamen dann kam Aufwind aber wenn danach die Polen kam dann kam meistens gefühlte 2.0 m/s.Ich finde das echt komisch.(PS: Dieses gefühl geht mir schon 1 1/2 Jahren auf die Nerfen.

  2. Jeder, der ein bischen Ahnung hat weiß, dass auch in diesem Winter nur einer ganz oben stehen wird. Seine Flugzellenz König Kamil I. wird das Feld nach und nach in Grund und Boden springen! Die Naturdarmkrakauerskisprungtechnologie ist eine unaufhaltsame Sache, die König Kamil I. unbesiegbar machen wird!

    Und erneut…

  3. Gratulation an das österreichische Team! Zwei konstant gute Sprünge von Kraft und vor allem die Sprünge im zweiten Durchgang von Huber und Aschenwald waren für den Sieg ausschlaggebend. Das gibt Selbstvertrauen für die weitere Saison. Morgen ist da wieder ein Top-Ergebnis drin, vielleicht sogar ein Sieg. Um den wird Schlierenzauer noch nicht mitspringen, aber man darf gespannt sein, ob es für ihn diese Saison nach so langer Zeit wieder mal bergauf geht.

    Noch anzumerken: Das Springen in Wisla ist gewohnt windanfällig, daher darf man die Ergebnisse nicht überbewerten. Noch ist nicht auszumachen, welche Athleten diese Saison dominieren werden, das wird man erst nach den nächsten Bewerben sehen.

  4. Ich habe das Teamspringen gesehen und nebenbei den Live Ticker laufen lassen.Warum zeigt man nicht im Fernsehen die Windbedingen wie im Ticker. Diese Zählen und nichts anderes.Alles andere ist nach meiner Meinung Quatsch, was da gesagt wird.

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