Sorgen bei Karl Geiger

Olympia in Peking: Favoritensterben auch am zweiten Trainingstag der Skispringer

Foto: imago / GEPA

Während die Top-Favoriten straucheln, überraschen Kamil Stoch, Peter Prevc und Lovro Kos am zweiten Trainingstag der Olympischen Winterspiele in Peking. Vor der ersten Entscheidung wachsen vor allem bei Karl Geiger die Sorgen.

Der zweite Trainingstag der Skispringer bei den Olympischen Winterspielen in Peking liegt hinter uns – und selten zuvor war es wohl so schwierig, daraus Prognosen für den Kampf um die olympischen Medaillen abzuleiten.

Denn wie schon am Vortag hat sich das Favoritensterben im Vorfeld der Entscheidung auf der Normalschanze fortgesetzt: Keiner der im Vorfeld beim Weltcup starken Athleten konnte Ambitionen auf Edelmetall anmelden – allen voran der Gesamtweltcup-Führende Karl Geiger hat sich wie schon am Vortag schwergetan und Zweifel an seiner Favoritenrolle aufkommen lassen. Immerhin konnte der Oberstdorfer in seinem letzten der insgesamt drei Sprünge die beste Leistung zeigen: Nach Platz 28 und 42 wurde er in seinem letzten Versuch mit 95 Metern immerhin Zwölfter.

Stoch, Prevc und Kos landen vorne

Deutlich besser hat sich Kamil Stoch präsentiert, der mit 101 Metern den ersten Trainingsdurchgang für sich entschieden und die folgenden danach ausgelassen hat. Im zweiten Durchgang war es Peter Prevc, der sich mit 103 Metern vor dem Österreicher Stefan Kraft (102,5 m) platziert hat. Im dritten Durchgang waren dann der Slowene Lovro Kos und Jan Hörl aus Österreich mit jeweils 104,5 Metern die besten Athleten.

Sie gesellen sich damit zu Halvor Egner Granerud, der seine Favoritenrolle schon im ersten Training am Donnerstag unterstrichen und den zweiten Trainingstag ausgelassen hat. Zahlreiche weitere Athleten haben auf einzelne der drei Durchgänge am Freitag verzichtet.

Eisenbichler einmal stark, Paschke raus

Neben Geiger haben sich auch die übrigen deutschen Skispringer noch nicht konstant auf der imposanten Schanzenanlage nahe der Stadt Zhangjiakou präsentieren können. Im zweiten Trainingsdurchgang hat Stephan Leyhe zumindest einmal die 100-Meter-Marke geknackt und den sechsten Platz belegt.

Markus Eisenbichler, neben Geiger der zweite Hoffnungsträger der deutschen Mannschaft, überzeugte nach zwei verhaltenen Sprüngen vor allem im dritten Training, als er trotz vergleichsweise schwieriger Bedingungen mit 98 Metern hinter Kos, Hörl und Cene Prevc den vierten Platz belegt hat.

Nachdem Pius Paschke in fünf der insgesamt sechs Trainingsdurchgänge an zwei Tagen jeweils schwächster DSV-Skispringer war, wird er die erste Olympia-Entscheidung verpassen. Bundestrainer Stefan Horngacher musste seine Mannschaft vor der morgigen Qualifikation auf vier Athleten verkleinern.

Österreich mit mehreren Medaillenkandidaten

Groß sind die Hoffnungen in Hinblick auf die Entscheidung am Sonntag bei den Österreichern. Mit Stefan Kraft und Jan Hörl sind gleich zwei Athleten aus der Alpenrepublik in einem der Durchgänge unter den Top-3 gelandet, was schon am Vortag auch Manuel Fettner und Daniel Huber gelungen ist.

Cheftrainer Andreas Widhölzl setzt auf ebendiese Athleten und sortiert den 19-jährigen Daniel Tschofenig aus. „Die anderen haben sich durchgesetzt. Für ihn sind es die ersten Olympischen Spiele, er sammelt hier Erfahrung. Ich glaube, er versteht das, denn wir haben vier gute Leute am Start“, erklärte Widhölzl.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zu den Olympischen Winterspielen in Peking

Am Samstag stellen sich die Athleten der Qualifikation: Um 06:15 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, bevor um 07:20 Uhr (beides MEZ / alles live bei skispringen.com) die Vorausscheidung für den Einzel-Wettbewerb am Sonntag folgt.

Über Marco Ries 770 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

17 Kommentare

  1. Was mich total abgestoßen hat war wie die chinesische Fahne am Schluss von den Soldaten (so hat es für mich ausgesehen) im Stechschritt weggebracht wurde

  2. Wir werden mit unseren Springern gute
    Ergebnisse erreichen.Alles Gute für die
    Aktiven.Noch eine Anmerkung zur Eröffnung
    Und den miesen Kommentar im ZDF.Es wird
    Leider alles schlecht geredet.

    • Hätte Horngacher sicher gerne gemacht, aber Freund hat die Olympia-Norm nicht erfüllt und dürfte deswegen nicht mit.
      Diese Olympia-Norm wird in Deutschland vorgeschrieben und der Trainer hat keine andere Wahl als dann den formschwachen Springer mitzunehmen oder gar keinen.

    • Hätte Horngacher sicher auch gemacht, aber Freund hat die Olympia-Norm nicht erfüllt.
      Diese wird vorgegeben. Darum bleiben den DSV-Trainer manchmal nichts anderes übrig, als einen formschwachen Springer mitzunehmen.

      Übrigens sehr umstritten das ganze oder andere Länder haben das nicht.

  3. Es ist oft so,wenn man sich zu sehr versteift klappt es nicht. Wie wäre es denn, wenn Sie den guten Sprung von Stephan Leyhe von 101,5 mir.nicht nur so bei läufig erwähnen als wärs nichts wert, der Mann war 2019/20 der Übeflieger der Saison 2020 bis zu seinem Sturz in Trondheim. Karl Geiger und Eisenbichler hatten nicht die Platzierung. Ich wünsche allen DSV Adlern einen guten Wettkampf, besonders aber Stephan Leyhe.

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