Polnische Skispringer gewinnen erstmals WM-Gold

Die polnischen Skispringer gewinnen erstmals in der Geschichte Team-Gold bei der WM. Zyla, Kubacki, Kot und Stoch setzen sich in einem spannenden aber nicht ganz fairen Wettkampf gegen Norwegen und Österreich durch. Das DSV-Quartett geht leer aus.

Team Polen wurde bei der letzten WM-Entscheidung der Skispringer im finnischen Lahti seiner Favoritenrolle gerecht. Die Mannschaft, die in der Besetzung Piotr Zyla, Dawid Kubacki, Maciej Kot und Kamil Stoch angetreten ist, leistete sich trotz des wechselhaften Windes keine Blöße und sicherte sich mit insgesamt 1104,2 Punkten erstmals Gold. Das Team von Cheftrainer Stefan Horngacher, das zu Saisonbeginn in Klingenthal erstmals überhaupt einen Team-Weltcup für sich entscheiden konnte, setzte sich in einem hochspannenden Wettbewerb gegen die Norweger (Anders Fannemel, Johann Andre Forfang, Daniel Andre Tande, Andreas Stjernen; 1078,5 P.) durch. Das österreichische Quartett mit Michael Hayböck, Manuel Fettner, Gregor Schlierenzauer und Stefan Kraft holte mit 1068,9 Punkten Bronze.

Wind nimmt im Finale Einfluss, Forfang springt Schanzenrekord

Nach dem ersten Durchgang lag die polnische Mannschaft noch vor Österreich und Deutschland in Führung. Im Finaldurchgang nahm dann jedoch der Wind mehr Einfluss, die wechselhaften Bedingungen bekamen zunächst vor allem die Norweger und Deutschen zu spüren.





Norwegens Startspringer Anders Fannemel kam zunächst nicht über 112,5 Meter hinaus, kurz darauf erzielte Johann Andre Forfang bei starkem Aufwind und viel Anlauf mit 138 Metern einen neuen Schanzenrekord. Tragische Figur des DSV-Quartetts wurde Stephan Leyhe – bei turbulenten Bedingungen kam der Willinger nicht über 103,5 Meter hinaus. Damit fiel Deutschland hinter Norwegen auf den vierten Platz zurück. Selbst der zweifache Silbermedaillen-Gewinner Andreas Wellinger konnte mit 130,5 und 119,5 Metern nicht mehr ausrichten – die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster kam am Ende mit insgesamt 1052,9 Punkten nicht über den undankbaren vierten Platz hinaus.

Schuster: „Man muss diesen Springern auch mal Fehler zugestehen“

„Wir hatten heute sechs gute Sprünge, haben aber zwei Fehler gemacht. Es ist eine junge Mannschaft, die eine tolle WM hingelegt hat und daraus lernen wird. Man muss diesen jungen Springern auch mal Fehler zugestehen“, gab sich Bundestrainer Werner Schuster zum Abschluss der Titelkämpfe versöhnlich. Deutliche Worte fand hingegen Markus Eisenbichler: „Dieser Tag muss erstmal verdaut werden. Dass die Jury solche Sachen macht und ein paar Springer bei diesen Bedingungen runterschickt, verstehe ich einfach nicht.“

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Die slowenische Mannschaft mit Jurij Tepes, Anze Lanisek, Jernej Damjan und Peter Prevc bleibt bei diesen Weltmeisterschaften weiterhin ohne Medaille. Die Mannschaft von Cheftrainer Goran Janus kam trotz eines starken ersten Sprungs von Prevc auf 127,5 Meter mit insgesamt 941,6 Punkten nicht über den fünften Platz hinaus.

Finnland überrascht als Sechster, Schweiz scheidet aus

Die heimische Mannschaft aus Finnland, die in der Besetzung Jarkko Määttä, Ville Larinto, Antti Aalto und Janne Ahonen angetreten ist, schaffte zur Freude der rund 30.000 Zuschauer an der Salpausselkä-Schanze mit insgesamt 926,5 Punkten auf einen überraschend starken sechsten Platz. Dahinter folgten die Teams aus Japan (Taku Takeuchi, Ryoyu Kobayashi, Noriaki Kasai, Daiki Ito; 922,7 P.) und Tschechien (Viktor Polasek, Tomas Vancura, Jakub Janda, Roman Koudelka), die mit jeweils 922,7 Punkten ex aequo Siebter wurden.





Die Mannschaften aus Russland (Alexey Romashov, Denis Kornilov, Dimitry Vassiliev, Evgeniy Klimov; 473,4 P.), der Schweiz (Gregor Deschwanden, Andreas Schuler, Killian Peier, Simon Ammann; 453 P.), den USA (Casey Larson, William Rhoads, Michael Glasder, Kevin Bickner; 365,1 P.) und Kasachstan (Roman Nogin, Alexey Korolev, Nikolay Karpenko, Ilya Kratov; 192,3 P.) haben den Einzug in den Finaldurchgang verpasst.

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Die Nordische Ski-WM ist für die Skispringer damit beendet – der Weltcup aber noch lange nicht: Schon am kommenden Wochenende startet mit „Raw Air“ eine neue Skisprungserie, die sechs Wettkämpfe innerhalb von nur zehn Tagen umfasst. Gesprungen wird dann in Oslo, Lillehammer, Trondheim und Vikersund.

Über Marco Ries 378 Artikel
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6 Kommentare

  1. Die Deutschen brauchen sich nicht aufregen. Die hatten im Einzel mehr als genug Glück. Wellinger hat zwei mal Silber gewonnen, während Kraft sich mit Gold begnügen musste.

  2. Man muss schon sagen Polnische Team bei 4 Skispringer in alle besser. Glueck Wunsch. Das Austria Team auf 2 Platz war auch Super . Mein Tipp auf NS oder GS war auch sehr gut

  3. Es wurde noch nicht offiziell bekannt gegeben aber:
    Die Haltungsnoten werden nächste Saison abgeschafft.
    Die FIS hat das bereits entschieden.

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