Turbulenter Weltcup in Slowenien

Sara Takanashi beendet Maren Lundbys Siegesserie

Turbulente Windbedingungen und lange Wartezeiten diktieren den Tag in Ljubno, der am Ende in Sara Takanashi eine glückliche Siegerin findet. Mit Juliane Seyfarth jubelt auch eine Deutsche.

Es brauchte ein vom Wind diktiertes und durch Verzögerungen geprägtes Springen, doch nun ist es passiert: Maren Lundbys Siegesserie wurde gestoppt. Und das durch die Frau, deren Rekordserie sie jagte – Sara Takanashi. Im fast zweieinhalb Stunden langen Wettkampf am letzten Tag in Ljubno feierte die Japanerin dank Sprüngen auf 89 und 82,5 Metern und 223,9 Punkten ihren ersten Saison- und 56. Weltcupsieg. Lundby musste sich als Zweite (82,5 und 85 m; 221,8 Punkte) um 2,1 Punkte geschlagen geben. Ihren sechsten Podestplatz feierte die Dritte, Juliane Seyfarth, die 85 und 86 Meter sprang und 216,8 Punkte erzielte.

Knapp das Podest verfehlte die beste Slowenin Nika Kriznar. Nur 0,9 Punkte, nicht einmal ein halber Meter also fehlten der 18-Jährigen aufs Treppchen. Hinter ihr reihten sich mit Lidiia Iakovleva und Sofia Tikhonova gleich zwei Russinnen ein. Während es für Iakovleva bereits das zehnte Top-Ten-Ergebnis war, war es für Tikhonova das fünfte ihrer Laufbahn. Freuen konnte sich auch Lara Malsiner – die Italienerin stellte mit Rang sieben ihr bestes Weltcupergebnis ein. Die Ränge acht und neun belegten mit Alexandra Kustova und Ursa Bogataj eine weitere Russin und Slowenin.

Dämpfer für Althaus – Erfolgserlebnisse für Underdogs

Für Katharina Althaus hingegen war das Ergebnis mit Platz zehn ein Rückschlag im Kampf um den Sieg im Gesamtweltcup. Sie erwischte im zweiten Durchgang nicht den Sprung, den sie nach dem heruntergestuften Anlauf (Gate 12 statt 14) gebraucht hätte. Auch Eva Pinkelnig fiel nach der Anlaufverkürzung mit Windpech noch auf Rang 13 und damit hinter Carina Vogt (Zwölfte) zurück und so wurde Chiara Hölzl als Elfte beste Österreicherin. Anna Rupprecht wurde 17., vor der zweiten Italienerin in den Punkten, Elena Runggaldier. Mit Jacqueline Seifriedsberger (20.) holte zumindest eine dritte Österreicherin Punkte.

Die einzige Französin im Finale war erneut Josephine Pagnier, die als 19. so gut wie noch nie ein Weltcupspringen beendete. Wie schon am Freitag war auch Polen in den Punkterängen vertreten, erst zum vierten Mal überhaupt und zum ersten Mal mit gleich zwei Springerinnen: Kinga Rajda und Kamila Karpiel sprangen auf die Plätze 25 und 26. Gewissermaßen eine Duplizität dieser Ereignisse gab es auch für Tschechien: Erstmals in dieser Saison war mit Zdenka Pesatova eine Springerin des Teams in den Punkten (Rang 30), dies zum nun vierten Mal in ihrer Laufbahn.

Verschiebungen über Verschiebungen

Die für 12:45 Uhr angesetzte Qualifikation wurde zwar pünktlich gestartet, dann aber 51 Minuten später abgebrochen. Unter wechselhaften und teils böigen Windverhältnissen waren bis dato nur 17 Springerinnen vom Bakken gegangen. Zu diesem Zeitpunkt war die Ungarin Virag Vörös, die als Sechste gestartet war, wegen zu großer Schuhe disqualifiziert worden. Doch die Disqualifikation war dann mit dem Abbruch der Qualifikation hinfällig. Um 14 Uhr sollte der erste Durchgang (mit allen 59 gemeldeten Athletinnen) starten, doch nachdem sich fünf Minuten nichts tat, wurde die Startzeit um zehn Minuten verschoben. Nachdem auch zu diesem Zeitpunkt keine Besserung eintrat, wurde erneut verschoben – diesmal auf 14:30 Uhr.

Um 14:34 Uhr bekam schließlich die italienische Weltcup-Debütantin Arianna Sieff die Startfreigabe. Nicht an den Start gingen Ingebjoerg Saglien Braaten aus Norwegen und die Rumänin Andreea Diana Trambitas. Aleksandra Barantceva aus Russland wurde bereits zum dritten Mal in diesem Winter disqualifiziert. Keinen Finaldurchgang gab es auch für Svenja Würth, die um 0,1 Punkte den 30. Rang verpasste und auch Pauline Heßler, der als 34. auch nur 1,8 Zähler fehlten. Mit Maja Vtic und Spela Rogelj verpassten auch zwei Sloweninnen die Top 30. Neben einer Durchgangsdauer von einer Stunde und 20 Minuten wurde aufgrund der komplizierten Windbedingungen (zwischen einem halben Meter Rückenwind und 2,29 Metern Aufwind) aus gleich vier unterschiedlichen Anlauflängen gesprungen. Insgesamt dauerte das Springen zwei Stunden und 15 Minuten.

» Event-Übersicht: Infos & Zeitplan zum Damen-Weltcup

Trotz der gerissenen Siegesserie baut Maren Lundby ihren Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus. Sie führt das Tableau mit 1168 Punkten an, mittlerweile liegen zwischen ihr und Katharina Althaus (943) auf Platz zwei 225 Punkte. Sara Takanashi löst mit ihren 806 Punkten Juliane Seyfarth (746) auf Position drei ab.

Für die Damen geht die Reise im Weltcup in der kommenden Woche nach Deutschland weiter. In Oberstdorf finden auf der Großschanze ab Freitag zwei Qualifikationen und zwei Einzelwettbewerbe statt (alles live bei skispringen.com).

Über Luis Holuch 53 Artikel
Ist seit Kindesbeinen an sport- und skisprungverrückt. Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig.

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