FIS stellt Neuerung vor

Sensor-Technik soll das Skispringen revolutionieren

Mit einer neuartigen Sensor-Technik soll das Skispringen für Fernsehzuschauer verständlicher machen. Die neu erhobenen Daten stehen ab der kommenden Weltcup-Saison aber auch den Mannschaften zur Verfügung.

Wie der Internationale Skiverband (FIS) im Rahmen des ‚Forum Nordicum‘ in Seefeld mitteilte, soll ab der kommenden Weltcup-Saison eine neuartige Sensor-Technik neue Einblicke ins Skispringen ermöglichen. Möglich wird dies durch Sensoren, die an den Skiern der Skispringer befestigt werden und während des gesamten Sprungs verschiedene Daten sammeln – getestet wurde die Technik im vergangenen Jahr erstmals bei der Vierschanzentournee.

Neu ist, dass neben dem Absprung nun weitere Informationen auch für die Fernsehzuschauer aufbereitet werden: Neben der Geschwindigkeit beim Absprung soll in Zukunft auch die Geschwindigkeit nach 20 Metern Flug sowie bei der Landung angezeigt werden. Zusätzlich sollen die Zuschauer in einer neuen TV-Grafik Informationen über die Höhe überhalb des Aufsprunghangs sowie den Winkel zwischen den Skiern erhalten.

Neue TV-Grafiken bei Vierschanzentournee und WM

„Diese Grafiken stehen allen Fernsehsendern zur Verfügung, die für die Übertragung verantwortlich sind. Es wird von ihnen abhängen, ob sie diesen Service während des Wettbewerbs nutzen“, sagte FIS-Renndirektor Walter Hofer gegenüber ’skijumping.pl‘. Bei der Vierschanzentournee sowie der Nordischen Ski-WM in Seefeld soll das System auf jeden Fall zum Einsatz kommen und im internationalen Fernsehbild zu sehen sein.

Weitere Daten für Mannschaften

Nicht alle mittels der Sensor-Techik erhobenen Daten werden in das Fernsehbild einfließen. Stattdessen geht es den Verantwortlichen vor allem darum, den Athleten und Trainern neue Erkenntnisse zu liefern.

» Alle Termine im Überblick: Weltcup-Kalender 2018/2019 (Herren)

So sollen die Mannschaften in Zukunft Zugriff auf alle Daten erhalten – neben den im Fernsehbild angezeigten Informationen sind das der Anstellwinkel der Skier, die Rotation sowie die horizontale und vertikale Geschwindigkeit. Diese Daten werden während der Flugphase alle 20 Meter ermittelt.

Die deutsche Mannschaft hat eine ähnliche Technik durch eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) bereits eingesetzt. Für viele kleinere Nationen ist die Technik hingegen Neuland – sie könnten also in besonderem Maße davon profitieren, weitere Informationen auch von den Konkurrenten zu erhalten.

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Über Marco Ries 509 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

9 Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe das Gefühl, dass der Zuschauer ein Wenig oder auch mehr überfordert sein wird. Das Geschehen auf der Schanze ist ja allein wichtig. Ich meine, dass die bisherigen Infos vollkommen ausreichend sind. Es muss ja nicht alles übertechnisiert werden, nur um zu beweisen, dass man mit der Zeit geht.

  2. @Hwald
    Das ist tatsächlich eine gute und sogar realistische Idee. Aufgrund der nun erhobene Daten wie die angesprochenen Winkel zueinander lässt sich ein mathematisches Modell ableiten, welches die Skibewegungen zueinander und im generellen mit einem Ideal abgleicht. Zusammen mit den äußeren Bedingungen und der Weite im Vergleich zum K-Punkt und Aufsprung-Winkel kann das dann objektiv geglättet werden. Dafür würden aber deutlich mehr Messpunkte benötigt als nur alle 20 m – wenigstens 50-20cm schätze ich. Und ein weiterer Sensor am Gesäß um im Zusammenspiel mit Linken und rechten Fuß und der Höhe des Pos die Landung abzuleiten.

  3. Für die Trainer absolut wichtig.Der Zuschauer ist nur an der Weite und
    Haltung interessiert.Für den Zuschauer wird unser schönes Skispringen
    Noch komplizierter.Lasst uns lieber für eine gute Ausbildung der
    Reporter sorgen.Zum Beispiel Ausbildung zum Kampfrichter.

  4. Wenn die Zuschauer alle Informationen über den Sprung erhalten,können endlich die unerträglichen Interviews zwischen den Durchgängen wegfallen. Jeder weiß ohnehin im Voraus, was geantwortet wird, und die Springer könnten sich besser erholen.

  5. Bitte keinen 2. Videobeweis wie im Fußball !
    Lasst das Skispringen wie es ist. Windregeln etc. machen es sicher fairer aber auch deutlich komplizierter.
    Das reicht.
    Für die Trainer sicher wichtige Daten, für den Zuschauer eher weniger, er kann eh nichts daran ändern.

  6. Ich finde ja, dass das TV Bild nicht noch mehr überladen werden soll. Bei jedem Springer dann die ganzen Einblendungen und wiederholungen und was weiß noch. Ich hoffe Eurosport macht das nicht mit. Bei den öffentlich rechtlichen ist es mir egal. Dort kann man eh die Übertragungen vergessen.

  7. Gut fände ich, dass die 5 Punktrichter durch diese Technik auch ersetzt würden. Die Bewertungen waren bei vielen WC nicht nachvollziehbar. Immer wieder ist die nationale Brille im Vordergrund.Es kann nicht angehen, dass 17.5 bis 19.0 beim gleichen Sprung vergeben werden! Usw

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