Karl Geiger schrammt am Podest vorbei

Vierschanzentournee: Halvor Egner Granerud gewinnt Auftakt in Oberstdorf

Foto: imago / GEPA

Halvor Egner Granerud ist der überragende Mann beim Auftakt der 71. Vierschanzentournee. Die 25.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Oberstdorf jubeln aber auch über starke Leistungen von Karl Geiger und Andreas Wellinger.

Mit Sprüngen auf 142,5 und 139 Meter sicherte sich Halvor Egner Granerud den Sieg beim Auftaktspringen der 71. Vierschanzentournee. Der Norweger erzielte am Donnerstagabend in Oberstdorf insgesamt 312,4 Punkte und setzte sich damit gegen Piotr Zyla durch, der auf 132,5 und 137 Meter (299 P.) kam. Den dritten Platz belegte Zylas im Vorfeld als Top-Favorit gehandelte Landsmann Dawid Kubacki mit 140,5 und 136 Metern (294,9 P.).

Den Grundstein zum Sieg beim Auftaktspringen legte Granerud schon im ersten Durchgang. Nachdem er am Mittwoch bereits die Qualifikation für sich entschieden hat, lag der 26-Jährige schon nach dem ersten Durchgang vor den beiden Polen in Führung. Im Finale konnte er trotz wechselhafter Windbedingungen und mehreren Unterbrechungen seinen Vorsprung auf Zyla und Kubacki sogar weiter ausbauen auf 13,4 Punkte – umgerechnet also mehr als sieben Meter.

Geiger schrammt am Podest vorbei

Doch auch der im Vorfeld als Außenseiter gehandelte DSV-Mannschaft ist ein gelungener Start in die 71. Ausgabe der Skisprung-Traditionsveranstaltung gelungen. Allen voran Lokalmatador Karl Geiger überzeugte in seiner Heimat vor 25.000 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Stadion an der Schattenbergschanze mit 136,5 und 134 Metern sowie dem vierten Platz.

„Ich sehe den vierten Platz positiv. Meine Sprünge waren sehr gut, ich habe genau das gemacht, was ich mir vorgenommen habe“, analysierte Geiger im Anschluss. Andreas Wellinger, zur Halbzeit noch an vierter Stelle gelegen, beendete den Wettkampf nach einem schwächeren Finalsprung auf 132 Meter als Sechster.

» Weltcup-Kalender 2022/2023 (Herren): Alle Termine im Überblick

Frustriert hat sich hingegen Markus Eisenbichler gezeigt, der sich im K.o.-Duell mit dem Türken Fatih Arda Ipcioglu geschlagen geben musste und als 33. den Finaldurchgang von Oberstdorf erstmals seit 2015 verpasst hat. „Ich muss jetzt mit den Trainern reden, ob es Sinn macht, mich hier weiterhin zu quälen“, sagte der sechsmalige Weltmeister im ‚ZDF‘ und erwägt einen vorzeitigen Ausstieg aus der Vierschanzentournee.

Besser lief es hingegen für Youngster Philipp Raimund (14.), Stephan Leyhe (20.) und Constantin Schmid (29.), die beim letzten Wettkampf vor dem Jahreswechsel weitere Weltcuppunkte gesammelt haben. Neben Eisenbichler ist auch Pius Paschke in seinem K.o.-Duell mit dem Österreicher Jan Hörl gescheitert und mit Platz 41 nach dem ersten Durchgang ausgeschieden.

Kraft bester Österreicher

Der gesundheitlich angeschlagene Stefan Kraft, der sich im ersten Durchgang knapp Karl Geiger im K.o.-Duell geschlagen geben musste und das Finale über die Lucky-Loser-Regelung erreicht hat, belegte als bester Österreicher mit 133,5 und 138 Metern hinter dem Deutschen den fünften Platz. Sein Landsmann Daniel Tschofenig wurde hinter dem Slowenen Lovro Kos (7.) überraschend Achter.

„Es war durchwachsen für uns. Krafti hat einen guten Job gemacht, er hat bei der Anreise wirklich gekränkelt. Aber auch Daniel Tschofenig ist wirklich sehr gut gesprungen. Nur der Rest waren nicht ganz am Punkt“, analysierte Cheftrainer Andreas Widhölzl.

Komplettiert wurden die Top Ten am Donnerstagabend vom polnischen Superstar Kamil Stoch (9.) und dem Slowenen Anze Lanisek (10.). Beide dürften es angesichts des schon beträchtlichen Rückstand auf Sieger Granerud schwer haben, im Kampf um den goldenen Adler noch mitzumischen. So auch Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi aus Japan, der nicht über einen 15. Platz hinausgekommen ist.

» Event-Übersicht: Zeitplan & Infos zum Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Nach einem Ruhetag am Freitag wird die Vierschanzentournee am 31. Dezember in Garmisch-Partenkirchen fortgesetzt. Dann steht um 11:45 Uhr zunächst das offizielle Training auf dem Programm, bevor um 14 Uhr (alles live bei skispringen.com) die Qualifikation für das traditionsreiche Neujahrsspringen startet.

Auch interessant: Vor der 71. Vierschanzentournee wirft skispringen.com einen Blick zurück: Die 70-jährige Geschichte des Skisprung-Highlights zum Jahreswechsel hat zahlreiche Kuriositäten und Anekdoten geschrieben.

skispringen.com-Newsletter

Aktuelle Nachrichten, spannende Hintergrund-Informationen und Veranstaltungs-Hinweise per E-Mail abonnieren. Weitere Informationen zum Newsletter und Datenschutz

Über Marco Ries 791 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

4 Kommentare

  1. Granerud war nicht zu schlagen in Obestdorf.Entweder ist er im Stande alle 4 Wettbewerbe zu gewinnen oder …alles vermaseln…oder nur das Turnier zu gewinnen ohne Grand Slam…also wie ueblich eninige Sportler in jedem Turnier.hehe

  2. Eisei braucht dringend eine Pause, in dieser Form bringt das Nix im Weltcup weiter zu machen, lieber Trainieren und in Top Form zur WM zurück kommen. Glückwunsch an den überragenden Granerud (von Wegen der hätte keine Nerven). Super auch die Top Ergebnisse von Andereas, Karl, Phillip und Krafti. Ich hoffe das sich Anze Lanisek und Fetti noch steigern können.

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*