DSV-Adler springen hinterher

Daniel Andre Tande feiert in Kuusamo zweiten Sieg in Folge

Daniel-André Tande sichert sich den zweiten Sieg beim zweiten Einzel-Weltcup der Saison. Trotz Disqualifikations-Chaos präsentieren sich die Norweger in Kuusamo bärenstark. Die DSV-Adler fliegen dagegen hinterher.

Die norwegischen Skispringer starten großer Überlegenheit und ebenso großer Probleme in den Winter. Nicht einmal eine Woche nach seinem Auftakt-Sieg kann Daniel-André Tande seinen zweiten Saisonsieg feiern – doch eigentlich wäre für die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Stöckl noch viel mehr drin gewesen. Marius Lindvik, der den zweiten Platz belegt hatte, wurde nach Ende des Wettbewerbs ebenso wie der eigentlich drittplatzierte Slowene Peter Prevc disqualifiziert.

Die Luftdurchlässigkeit der norwegischen Sprunganzüge sorgte an diesem Tag gleich mehrfach für Probleme – bereits im ersten Durchgang wurden zuvor Johann Andre Forfang und Top-Favorit Robert Johanssson wegen irregulären Materials disqualifiziert. Im Anschluss an die Materialkontrolle sah die Rangfolge auf dem Podium also ganz anders aus:

Tande konnte seinen zweiten Sieg in Folge nach Weiten von 131 und 142 Metern (282,5 P.) behalten – dahinter rückte der Österreicher Philipp Aschenwald mit Weiten von 129 und 143 Metern sowie 273,3 Punkten auf den zweiten Platz auf. Rang drei ging an den Slowenen Anze Lanisek mit 136,5 und 135 Metern (272,4 P.).

„Das ist beeindruckend. Ich hätte nie geglaubt, dass ich mit zwei Siegen in den Winter starte, weil es im Sommer noch nicht so gut lief. Mein Ziel ist es, diesen Trend fortzusetzen“, sagte Tande nach seinem Sieg.

DSV-Team offenbart Schwächen: Nur Geiger überzeugt

Der deutschen Mannschaft drohte zwischenzeitlich ein kleines Debakel. Nach dem weitgehend enttäuschenden Auftakt in Wisla sah es danach aus, als könnten erneut nur drei DSV-Skispringer den Finaldurchgang erreichen.

Am Ende profitierten der am Freitag noch gestürzte Markus Eisenbichler und Constantin Schmid von der Disqualifikation der Norweger im ersten Durchgang. Viel zu holen gab es für die deutschen Skispringer dennoch nicht. Halbwegs zufrieden sein kann am Ende einzig Karl Geiger. Der Vize-Weltmeister aus Oberstdorf belegte mit Weiten von 132,5 und 136,5 Metern den siebten Platz hinter Gesamtweltcup-Sieger Ryoyu Kobayashi aus Japan.

Weltmeister Eisenbichler kam nach einem starken Probesprung nicht über 121,5 und 114,5 Meter hinaus und belegte damit den 23. Platz. Weitere Weltcuppunkte sammelten außerdem Richard Freitag (15), Pius Paschke (20.) und Constantin Schmid (25.). Moritz Baer (31.) und Stephan Leyhe (33.) haben das Finale hingegen verpasst.

„Wir hatten heute einfach zu viele Fehler, das gibt mir zu denken. Die Winde waren auch hier sehr unterschiedlich, aber unsere Qualität war nicht besonders hoch“, urteilte Bundestrainer Stefan Horngacher in der ‚ARD‘.

Österreich mannschaftlich beeindruckend

Neben den Norwegern waren es vor allem die Österreicher, die am Samstagabend ein deutliches Ausrufezeichen setzen konnten. Eine Woche nach dem Sieg beim Auftakt in Wisla sind Stefan Kraft und Daniel Huber mit den Plätzen vier bzw. fünf nur knapp am Podium vorbeigeschrammt. Stark präsentierten sich auch Newcomer Jan Hörl, der als Achter das bislang beste Weltcup-Ergebnis seiner Karriere erzielte, sowie Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer mit Platz 16.

Zajc fällt weit zurück

Zur Halbzeit sah es noch nach dem zweiten Weltcupsieg für Timi Zajc aus. Der junge Slowene, der am Vortag die Qualifikation für sich entschieden hatte, führte das Feld nach dem ersten Durchgang mit 137,5 Metern noch an, fiel im Finaldurchgang mit 127 Metern dann aber auf den achten Platz zurück. Ebenfalls disqualifiziert wurde Zajcs Teamkollege Anze Lanisek.

Michael Hayböck ist als 36. ebenso vorzeitig ausgeschieden wie WM-Bronzemedaillengewinner Killian Peier aus der Schweiz (48.).

Auch interessant: Severin Freund muss auf seinem Weg zurück in den Weltcup erneut einen Rückschlag verkraften. Wann der ehemalige Weltmeister zurückkehren könnte, lesen Sie hier.

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Über Marco Ries 601 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

10 Kommentare

  1. Skisprungwitz zum heutigen Bewerb:

    Oben am Sprungturm macht Tande seinen Teamkollegen Lindvik darauf aufmerksam, dass dessen Anzug einen Loch hat und gibt ihm einen anderen Sprunganzug.
    Nach dem Bewerb gratuliert Lindvik Tande zum Sieg: „Danke nochmal Daniel, dass du versucht hast mir zu helfen aber der Anzug, den du mir oben am Sprungturm gegeben hast, der hatte auch ein Loch. Dein Anzug war anscheinend in Ordnung, nicht?“
    „Ja, ich hatte richtig Glück. Irgendjemand muss unsere Anzüge durchlöchert haben“, sagte Tande stirnrunzelnd.
    Später trifft sich Tande mit Prevc zum Kaffee. Prevc sagte: „Also eines versteh ich nicht Daniel! Du hast mir oben am Sprungturm gesagt, dass dein Anzug auch kaputt ist. Wieso wurdest du nicht disqualifiziert?“
    Tande trinkt seinen Kaffee in einem Zug aus und sagt dann grinsend:
    „Meiner war kaputt, aber der von Marius nicht.“

  2. Leider sind wiedermal die Kampfrichter nicht mit der besten Sicht versehen gewesen.
    Daniel Andre Tande bekommt bei seinem 2.Sprung eine 18.0 ????
    Hallo ???? Bitte ihr Kampfrichter, benotet mal wieder nach dem was Ihr seht, nicht nach dem Namen o.ä.

    • Gratulation an Philipp Aschenwald zum zweiten Platz!
      Österreich ist mannschaftlich klar die stärkste Mannschaft. 4 Springer in den Top-10 ist ein klares Signal an die anderen Nationen.

      Bester Springer aber klar Tande. Bei gar nicht so guten Windbedingungen springt er klar zum Sieg. Ihn gilt es bei den nächsten Bewerben zu schlagen!

      • Rede es dir nur schön… wenn man erst fünf Springer aus den Top Ten rausdisqualifizieren muss, damit ein paar Österreicher auf die leeren Plätze nachrücken können, ist das natürlich ungeheuer beeindruckend. Und ja, mit korrekten Anzügen wären die Pechvögel natürlich viiiiel kürzer gesprungen, träum davon…

          • Klar kommen wir damit klar, dass der liebe Nachbar sich wieder erholt nach den letzten Klaren ääh Jahren! ‚Langsam‘ trifft es aber klar besser…

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