Überlegener Triumph im Hexenkessel

Deutsche Skispringer feiern ersten Saisonsieg in Zakopane

Die deutschen Skispringer jubeln nach einem bärenstarken Auftritt in Zakopane über den ersten Saisonsieg im Teamspringen vor Norwegen. Ein Japaner schraubt den Schanzenrekord um gleich dreieinhalb Meter nach oben.

Einen Platz auf dem Podium hatte Bundestrainer Stefan Horngacher im Vorfeld als Ziel ausgegeben, wohlwissend dass die ersten beiden Team-Wettbewerbe dieser Saison ganz und gar nicht wunschgemäß verlaufen sind. Am Ende jubelte das deutsche Quartett in Zakopane über einen überlegenen Sieg.

Das Quartett mit Contantin Schmid, Markus Eisenbichler, Stephan Leyhe und Karl Geiger erzielte auf der „Wielka Krokiew“ im Süden Polens insgesamt 1182,2 Punkte und ließen damit die Norweger (Marius Lindvik, Robert Johansson, Daniel-André Tande, Johann Andre Forfang; 1142,2 P.) hinter sich. Den dritten Platz belegte die Mannschaft aus Slowenien (Anze Lanisek, Domen Prevc, Timi Zajc, Peter Prevc; 1125 P.).

Führung schon zur Halbzeit

Das deutsche Quartett führte das Feld vor weit über 25.000 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Stadion schon nach dem ersten Durchgang mit deutlichem Vorsprung vor Norwegen und Slowenien an. Vor allem Stephan Leyhe glänzte mit 139 Metern und bestätigte damit seinen Aufwärtstrend der vergangenen Tage.

Während die anderen Nationen mit jeweils einem schwächeren Springer abgefallen sind, konnte die deutsche Mannschaft ihren Vorsprung im Finaldurchgang konsequent ausbauen. Am Ende betrug der Vorsprung auf die zweitplatzierten Norweger umgerechnet mehr als 22 Meter.

Yukiya Sato fulminant: Beeindruckender Schanzenrekord

Den mit Abstand weitesten Sprung des Tages zeigte Yukiya Sato. Der 24-jährige Japaner wusste den Aufwind und den vergleichsweise langen Anlauf zu Beginn des Finaldurchgangs perfekt auszunutzen – mit 147 Metern hat er den Schanzenrekord von Dawid Kubacki gleich um dreieinhalb Meter nach oben geschraubt. Am Ende reichte es für die Japaner (Yukiya Sato, Keiichi Sato, Junshiro Kobayashi, Ryoyu Kobayashi; 1122,5 P.) für den vierten Platz.

Polen hofft auf Einzel am Sonntag

Die heimischen Skispringer aus Polen (Piotr Zyla, Jakub Wolny, Kamil Stoch, Dawid Kubacki; 1118,6 P.) waren mit dem fünften Platz im Kampf ums Podium chancenlos und müssen auf das Einzel am Sonntag hoffen. Dann gehört Vierschanzentournee-Sieger Kubacki nach zwei starken Sprüngen auf 135 und 139,5 Meter zu den Top-Favoriten.

Dahinter landeten die Mannschaften aus Österreich (Philipp Aschenwald, Michael Hayböck, Daniel Huber, Stefan Kraft; 1114,9 P.), Tschechien (Viktor Polasek, Filip Sakala, Vojtech Stursa, Roman Koudelka; 974,6 P.) und der Schweiz (Gregor Deschwanden, Dominik Peter, Simon Ammann, Killian Peier; 965,1 P.).

Die russische Mannschaft ist nach einer Disqualifikation von Roman Sergeevich Trofimov (irregulärer Sprunganzug) nach dem ersten Durchgang ausgeschieden.

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Zum Abschluss des Wochenendes findet morgen das Einzelspringen statt. Um 15 Uhr startet zunächst der Probedurchgang, um 16 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt dann der Wettbewerb.

Auch interessant: Weiterhin muss die deutsche Mannschaft auf Severin Freund verzichten. Der ehemalige Weltmeister ist inzwischen wieder auf die Schanze zurückgekehrt und arbeitet weiterhin an seiner Rückkehr in den Weltcup – so sieht sein Comeback-Plan aus!

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Über Marco Ries 627 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

17 Kommentare

  1. Yukiya Sato hatte den Schanzenrekord von Zakopane vom letzten Winter aber bereits im Sommer geknackt gehabt, nun halt noch 2 Meter mehr als im Sommer.

  2. Alle Athleten haben heute eine tolle Show geboten. Die einzige die heute Versagt haben waren die Punktrichter. Ihre Leistung heute war durch die Bank unter aller Sau.

  3. „Die heimischen Skispringer aus Polen (Piotr Zyla, Jakub Wolny, Kamil Stoch, Dawid Kubacki; 1118,6 P.) waren mit dem fünften Platz im Kampf ums Podium chancenlos“
    3. Slovenien 1125,0 P.| 5. Polen 1118,6
    6,4 Punkte für den 3. Rang, sind ca. 3,5 Meter.
    Ist meiner Meinung nach nicht als chancenlos zu bezeichnen 🙂

  4. Toll zu sehen, wie die Arbeit von Horngacher, der auch nach schwächerem Start nie die Ruhe verlor, immer mehr auszahlt. Erst war „nur“ Geiger in Topform, dann Schmidt, dann Leyhe und heute der Mannschaftssieg. Ich bin sicher, er bringt auch Eisenbichler noch zur alten Stärke. Nur bei Freitag bleibt wohl nur die Hoffnung.

  5. Vor knapp einem Jahr in Willingen: POL gewinnt mit fast 80 Punkten Abstand vor GER, übrigens mit demselben Team wie heute. Im deutschen Team gab es jetzt nur eine Änderung, Constantin statt Richi. Denkt mal drüber nach…

    • Genau vor einem Jahr gewinnt Deutschland auch in Zakopane und das obwohl ein Deutscher stürzt. Auch nur mit einer Änderung, weil der Siegel immer noch fehlt. So viel geändert hat sich nicht. Die Schanze passt halt zum deutschen Sprungstil.

  6. Glückwunsch an Deutschland und schade für Polen, dass derzeit ein guter vierter Springer fehlt. Auch Zyla als dritter Springer war heute nicht wirklich konkurrenzfähig.

    • Ja, Polen hat diese Saison nur 3 erstzunehmende Springer, alle anderen
      sind in einer katastrofalen Formkrise. Vom Nachwuchs kommt momentan auch nichts konkurrenzfähiges nach und wenn man sich überlegt, dass Stoch und Zyla die 30 schon überschritten haben (Kubacki wird dieses Jahr 30) bin ich gespannt wie der polnische Skisprungverband das alles für die Zukunft in den Griff bekommen will.

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