Erstmals Weltcups auf Matten?

So soll der Saison-Kalender 2022/2023 aussehen

Foto: GEPA

Mit der Veröffentlichung der vorläufigen Kalender bekommt die Saison 2022/2023 nun einen ersten Rahmen. Fest steht bereits jetzt: Diese Saison wird auch terminlich außergewöhnlich werden.

Nachdem in den ersten Tagen der FIS-Frühjahrsmeetings viel um das Drumherum diskutiert wurde, gibt es nun erste Pläne, wie die Saison 2022/2023 verlaufen könnte. Am späten Mittwochabend veröffentlichte der Internationale Skiverband die vorläufigen Kalender für die Saison – und vor allem der Weltcup-Kalender hat es in sich. Während der Sommer-Grand-Prix im bekannten Gewand erscheint, warten im Weltcup einige Neuerungen, Äußergewöhnlichkeiten und womöglich auch Pausen auf die Springerinnen und Springer und Fans.

Im Vergleich zum ersten Entwurf aus dem September 2021 hat sich im Sommer-Grand-Prix nicht viel getan, einzig die Absage Hinterzartens sticht dort ins Auge. Mit Ausnahme des Springens in Hinzenbach, das auf den 25. September fällt, sollen Damen und Herren alle Stationen gemeinsam bestreiten. Eröffnet werden soll der Grand-Prix vom 22. bis 24. Juli in Wisla, analog zum letzten Jahr. Am ersten August-Wochenende wartet pro Geschlecht je ein Springen in Courchevel.

Nach einem Monat Pause sollen dann in Schtschutschinsk und Almaty (beides Kasachstan) je zwei Springen stattfinden, diese müssen jedoch noch bestätigt werden. Am Wochenende darauf sind im rumänischen Rasnov je ein Einzel und ein Mixed-Team angesetzt. Das Finale steigt dann vom 30. September bis 2. Oktober in der Vogtland Arena in Klingenthal, ebenfalls mit einem Mixed-Team und einem Einzel. Somit kommen im Idealfall zwei Mixed-Team- und zehn Herren- respektive neun Damen-Einzelspringen zusammen. Abgesegnet werden die Pläne beim FIS-Kongress im Mai.

Weltcup-Auftakt in Wisla auf Matten?

Für großes Aufsehen sorgt hingegen die Ansetzung des Weltcup-Auftakts. Dieser könnte vom 4. bis 6. November 2022 stattfinden und damit so früh wie noch nie im Kalenderjahr. Doch damit der Besonderheiten noch nicht genug: Diese Springen könnten in einer Hybrid-Version stattfinden, in der auf Eisspur angefahren und auf Matten gelandet wird. Als Austragungsort ist Wisla im Gespräch, das zwischen 2017 und 2020 den Weltcup-Auftakt austrug. „Das betreffende Datum ist noch nicht final. Die FIS ist mit der Idee auf uns zugekommen“, erklärte Jan Winkiel, der Generalsekretär des polnischen Verbands (PZN) bei ’skijumping.pl‘.

Man wolle nun abwarten, ob an der Idee festgehalten wird, so Winkiel weiter: „Wenn dem nicht so ist, wandern die Wettkämpfe an den Anfang des Dezembers. Dass Wisla im November den Auftakt organisiert, hängt auch damit zusammen, dass dann auch die Damen Teil des Ganzen werden.“ Deren Saisonstart ist aktuell auf den 3. bis 5. Dezember in Lillehammer terminiert. Ein Damen-Weltcup in Wisla wäre der erste auf polnischem Boden, der Termin ebenfalls der früheste in der Historie.

Fußball-WM könnte Weltcup-Pausen verursachen

Der weitere Blick auf den Kalender bestätigt eine Aussage, die FIS-Renndirektor Sandro Pertile jüngst gegenüber ’skijumping.pl‘ getätigt hatte: „Die nächste Saison wird auch durch die Fußball-WM im November und Dezember beeinflusst.“ Das zeigt sich zunächst daran, dass nach Wisla zwei freie Wochenenden aufscheinen, ehe es dann vom 25. bis 27. November in Ruka weitergehen soll. Die nächste Station, Titisee-Neustadt, ist erst aufgrund des offenen Wisla-Termins für den 9. bis 11. Dezember terminiert. Vor Weihnachten geht es dann nach Engelberg.

Ebenso traditionell geht es zwischen den Jahren zur Vierschanzentournee nach Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen. In Zakopane steigt dann am 15. Januar 2023 das erste von nur drei Teamspringen der Saison, ehe drei Einzel in Sapporo anstehen. Am letzten Januar-Wochenende gibt es dann das erste Skifliegen der Saison, nämlich am Kulm. Der Februar wird dann mit dem „Kult-Weltcup“ in Willingen eingeläutet, bevor die Rückkehr des Skisprung-Weltcups nach Nordamerika anstehen könnte, denn Iron Mountain in den USA ist ein Kandidat für das folgende Wochenende.

Als Generalprobe für die Nordische Ski-WM, die vom 21. Februar bis 5. März in Planica stattfindet, steht dann noch Rasnov auf dem Plan, wo (analog zu Willingen) auch ein Mixed-Team stattfinden könnte. Nach dem größten Saison-Highlight steht dann die „Raw Air“ auf dem Programm, die erstmals seit 2019 wieder in vollem Umfang in Oslo, Lillehammer, Trondheim (nach Schanzen-Neubau) und Vikersund stattfinden soll. Lahti rückt vom ersten auf das dritte März-Wochenende, ehe dann vom 30. März bis 2. April das Finale in Planica steigen soll. Beim Weltcup-Finale, dem letzten Wettkampf der Saison, soll zukünftig die Startreihenfolge entsprechend des Standes im Gesamtweltcup (statt bisher des Skiflug-Weltcupstands) umgedreht werden.

Damen-Weltcup-Kalender noch unvollständig

Während im Herren-Kalender einzig Iron Mountain fraglich ist, sind im Damen-Kalender derzeit noch drei Wochenenden unbesetzt. Anfang Dezember steht der gewohnte Stopp in Lillehammer auf dem Programm, am folgenden Wochenende gastieren die Skispringerinnen gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen in Titisee-Neustadt. Das Wochenende vom 16. bis 18. Dezember soll einen weiteren Weltcup beinhalten, ein Ausrichter steht derzeit aber noch nicht fest. In den letzten beiden Jahren fand zum gleichen Termin ein Springen in Ramsau am Dachstein statt.

Dass dieses nicht aufscheint, hat womöglich auch damit zu tun, dass Villach am 28. und 29. Dezember in den Kalender rückt. Die Alpenarena soll der Austragungsort der ersten beiden Springen des Silvester-Tournaments sein, das am 31. Dezember 2022 und 1. Januar 2023 in Ljubno seine zweite Ausgabe beendet. An den beiden darauffolgenden Wochenenden soll dann die Rückkehr nach Japan nach zwei Jahren Pause folgen mit zwei Großschanzen-Springen in Sapporo sowie zwei Einzeln und einem Teamspringen in Zao. Für das dritte Januar-Wochenende sucht die FIS noch nach einem Ausrichter.

Es folgt ein Deutschland-Doppelpack mit dem ersten Weltcup in Hinterzarten seit 2017, auf der dann fertiggestellten Rothaus-Schanze. Nach der erneuten Zusammenkunft mit den Herren in Willingen folgt zunächst der Weltcup in Hinzenbach, ehe es zur WM-Generalprobe nach Rasnov geht. Bei der WM selbst gibt es das identische Programm wie in Oberstdorf 2021 (Einzel auf Normal- und Großschanze, Team- und Mixed-Team-Springen auf der Normalschanze).

Das Programm bei der „Raw Air“ ist auf Großschanzen-Seite mit dem der Herren identisch, in Vikersund soll dann die Premiereim Skifliegen steigen. Womöglich gibt es dort sogar zwei Wettkämpfe, wenngleich diese nicht Bestandteil des Weltcups sein werden. Das Saisonfinale ist auf den 24. März terminiert und soll ein Großschanzen-Springen in Lahti sein, was zugleich eine Neuheit wäre. Mit derzeit geplanten 28, möglicherweise 29 Einzel- einem oder zwei Mixed-Team-Springen und einem Team-Springen ist der Kalender so voll wie noch nie.

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Über Luis Holuch 320 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und auch die Continentalcup-Finals in der Nordischen Kombination.

3 Kommentare

  1. Einerseits als Skisprungfan freue ich mich auf viele Bewerbe. Anderseits irgendwann ist das zu viel. Im April Skifliegen? Mit der Spur in Planica? Es kann funktionieren, wenn kalt wird, kann auch in die Hose gehen, wenn zu warm wird. Den Sportlern wird einiges zugemutet, was die Reisen angeht. Und wenn man Gesamtweltcup gewinnen will, kann man eigentlich nichts auslassen. Die letzte Season war schon anstrengend. Man hat gesehen:viele waren in Planica einfach ausgelaugt. Und Raw Air war noch kürzere Version. Im nächsten gibt es volle Raw Air.

  2. Das ist doch Käse,dass man dem blöden Fußball ausweichen muss.Sollen sich doch die Trottel nach dem Wintersport richten!!!
    Denn für mich währe klar was ich kucken würde

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