Nach Gelber Karte

„Immer im Hinterkopf“: Slowenien-Cheftrainer spricht über die Sorge um Nika Prevc

Foto: Iztok Dimc

Slowenien will im Winter ohne Disqualifikation bleiben. Frauen-Cheftrainer Jurij Tepes erklärt, was die Anzug-Warnung für das Team bedeutet.

Jurij Tepes geht in seine dritte Wintersaison als Cheftrainer der slowenischen Skispringerinnen, und ein Thema hat sich in die Vorbereitung gedrängt: die Anzüge. „Unser Ziel ist, dass wir ohne eine einzige Disqualifikation durch die Saison kommen“, sagte er dem slowenischen Fernsehen ‚RTV SLO‘.

Tepes über Nika Prevc: „Die Karte wird im Kopf bleiben“

Hintergrund ist die Gelbe Karte von Nika Prevc. Die Slowenin war im Sommer beim Continentalcup in Hinterzarten disqualifiziert worden, weil ihr Anzug nicht ausreichend luftdurchlässig war. Nach den seit 1. Juli geänderten FIS-Regeln bleibt eine solche Karte zwölf Monate gültig. Bei einem zweiten Verstoß droht die Rote Karte mit Disqualifikation und Sperre für die nächsten beiden Wettkämpfe.

Tepes macht keinen Hehl daraus, dass das nicht spurlos an der zweifachen Gesamtweltcup-Siegerin vorbeigeht: „Diese Karte wird mit Sicherheit die ganze Zeit irgendwo im Hinterkopf sein.“ Prevc habe schon zu Beginn des Sommers „einige Probleme“ gehabt. Der Verband akzeptierte die Disqualifikation, legte gegen die Karte aber zunächst Protest ein, weil der Verstoß nicht absichtlich gewesen sei. Die Jury lehnte ab.

Prevc selbst: „Kein Spielraum mehr für Fehler“

Prevc nimmt die Verantwortung auf sich. Der Anzug habe in Slowenien den Vorgaben entsprochen, sagte sie ‚RTV SLO‘: „Der Anzug ist trotzdem meiner und jeder ist für seine Ausrüstung verantwortlich. Ich dachte, er sei in Ordnung, aber wie es aussieht, habe ich nicht gut genug kontrolliert.“ Härter als die Disqualifikation treffe sie die Karte: „Die Disqualifikation war nicht so sehr ein Schlag wie diese Karte, weil ich jetzt keinen Spielraum mehr für Fehler habe.“

Im Männerteam traf es zuletzt ihren Bruder Domen, der in Klingenthal nach Rang zwei disqualifiziert wurde, weil sein Anzug im Oberschenkelbereich 1,5 Zentimeter zu weit war. Auch er trägt eine Gelbe Karte in den Winter. Cheftrainer Robert Hrgota sagte der Zeitung ‚Dnevnik‘: „Natürlich sage ich das ein bisschen im Scherz, aber in der Situation ist manches schwer zu akzeptieren.“

Volle Quote, Rückkehrerin Bodlaj

Sportlich sieht Tepes sein Team besser aufgestellt als zuletzt. Gesundheitsprobleme hatten den Kader in den vergangenen beiden Saisons geschwächt. Mit Taja Bodlaj kehrt nun eine Springerin zurück, die regelmäßig punkten könne.

Beim Weltcup-Auftakt am 20. November in Lillehammer kann Slowenien mit der vollen Quote von sechs Springerinnen antreten. Zuvor werden die Athletinnen aber in Klingenthal starten, wo am 24. und 25. Oktober das Finale des Sommer-Grand-Prix ansteht.

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