Karl Geiger wird Dritter

Kamil Stoch feiert ersten Saisonsieg in Engelberg

Kamil Stoch meldet sich in Engelberg zurück in der Weltspitze. Eine Woche vor der Vierschanzentournee sichert sich der Pole in einem hochspannenden Finale den Sieg. Auch Karl Geiger landet beim ersten Einzelspringen des Wochenendes auf dem Podium.

Rechtzeitig zur Vierschanzentournee meldet sich Kamil Stoch zurück in der Weltspitze. Der polnische Superstar, der in dieser Saison bislang nur zum Auftakt in seiner Heimat Wisla auf dem Podium gestanden hatte, sicherte sich den Sieg beim ersten von zwei Einzelspringen in Engelberg.

„Ich mag die Schanze, den Ort und die Atmosphäre hier in Engelberg. Ich komme immer gerne hierher“, freute sich Kamil Stoch im Anschluss: „Natürlich macht es das umso schöner, hier den ersten Sieg in dieser Saison zu feiern.“

Der 32-Jährige erzielte auf der Groß-Titlis-Schanze am Samstagnachmittag Weiten von 138 und 136 Metern und sicherte sich damit den 34. Weltcupsieg seiner Karriereund überholte damit Jens Weißflog. Mit insgesamt 288,7 Punkten setzte sich Stoch vor 7.100 Zuschauern gegen Stefan Kraft durch, der auf 134,5 und 137,5 Meter (287 P.) kam. Eine Woche vor dem Start der 68. Vierschanzentournee bestätigte Karl Geiger seine Rolle als deutscher Hoffnungsträger. Der Oberstdorfer kam auf 133,5 und 135 Meter (287 P.) und belegte damit den dritten Platz.

Geiger: „Ich bin stolz, zum Favoritenkreis zu gehören“

Ähnlich wie im vergangenen Jahr wird Karl Geiger damit als stärkster deutscher Skispringer zum Tournee-Auftakt in seine Heimat reisen. „Ich lehne die Rolle als Mitfavorit nicht ab. Ich bin stolz, dass ich zum Favoritenkreis gehöre. Trotzdem sind es noch acht Tage und bis dahin kann sich noch alles drehen“, sagte Geiger im ‚ZDF‘.

„Ich komme von Wochenende zu Wochenende immer besser in Schwung. Im Moment funktionieren die Sprünge sehr gut. Ich habe Stabilität dabei und das macht Riesenfreude. Die kurze Weihnachtspause bis zur Vierschanzentournee wird natürlich viel entspannter, wenn man aus Engelberg mit guten Ergebnissen heimkommt“, sagte der zweitplatzierte Kraft, neuer Gesamtführender im Skisprung-Weltcup.

Fünf DSV-Skispringer sammeln Weltcuppunkte

Freuen konnte sich Bundestrainer Stefan Horngacher auch über Pius Paschke. Der 29-jährige Bayer erzielte mit 133,5 und 132 Metern sowie dem zehnten Platz das bislang beste Ergebnis seiner Karriere – trotz eines Malheurs bei der Landung: „Das war ein bisschen ärgerlich, mir ist dabei die Bindung aufgegangen. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden“, erklärte Paschke. Direkt hinter ihm wurde Constantin Schmid starker Elfter.

Der dreimalige Weltmeister Markus Eisenbichler musste sich mit 127,5 und 126 Metern mit dem 23. Platz zufrieden geben. Besser lief es für den Willinger Stephan Leyhe auf dem 19. Platz

Weiterhin auf Formsuche befindet sich Richard Freitag. Eine Woche nachdem er bei seinem „Heimspiel“ in Klingenthal ausgeschieden ist, war der Sachse nach schwachen 118 Metern und Platz 41 im Finaldurchgang erneut nur Zuschauer. Daneben ist auch Moritz Baer (35.) ohne Punkte geblieben.

Trotz Aufholjagd: Kobayashi verliert Gelbes Trikot

Ryoyu Kobayashi, der als einziger Springer der japanischen A-Mannschaft nach Engelberg gereist ist, legte mit 134,5 Metern eine starke Aufholjagd im Finaldurchgang hin und verbesserte sich von Platz elf noch auf vier. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden muss der Japaner dennoch abgeben – neuer Führender in der Weltcup-Gesamtwertung ist Stefan Kraft.

Hinter dem Gesamtweltcup-Führenden folgten die beiden besten Norweger Marius Lindvik und Johann Andre Forfang auf den Rängen fünf bzw. sechs. Komplettiert wird das starke Abschneiden der Norweger durch den neunten Platz von Robert Johansson.

Daneben landeten der Österreicher Daniel Huber (7.) und Piotr Zyla aus Polen (8.) unter den Top Ten.

Tande und Schlierenzauer scheiden aus

Daniel-André Tande, der mit zwei Siegen zum Auftakt in die Saison gestartet war, hat mit 122 Metern und Platz 33 den Sprung in den Finaldurchgang verpasst und fällt im Gesamtweltcup damit weiter zurück. Auch Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer ist es mit Platz 37 in der Zentralschweiz nicht gelungen, seinen zuletzt gezeigten Aufwärtstrend fortzusetzen.

Der Slowene Tilen Bartol wurde vor seinem ersten Wertungssprung wegen eines irregulären Sprunganzugs disqualifiziert.

» Weltcup-Kalender 2019/2020: Alle Termine im Überblick

Am Sonntag findet in Engelberg der letzte Wettbewerb vor Weihnachten statt. Um 13:30 Uhr startet zunächst die Qualifikation, um 15 Uhr (alles live bei skispringen.com) folgt das zweite Einzelspringen des Wochenendes.

Auch interessant: Severin Freund muss sein Comeback erneut verschieben. Der ehemalige Weltmeister verpasst die anstehende Vierschanzentournee, wie Bundestrainer Stefan Horngacher in Engelberg bestätigt hat.

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Über Marco Ries 645 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

10 Kommentare

  1. Glückwunsch an Kamil, war ein faires Springen.
    Und endlich mal wieder ein kompetenter Moderator, bei dem Keine Springer
    übersprochen und ignoriert werden.

    • Ja, dieser Typ geht sowas von GAR NICHT ! Allein wenn der schon anfängt, dass Springer „performen“ könnte ich den Vogel aus der Bildröhre ziehen. Hach, was sind wir wieder hip !

  2. Tolles Springen, Gratulation an Kamil!
    Sehr angenehm war auch der Kommentar auf Eurosport, ohne diesen Matze Bielek, hat es Hannawald tatsächlich geschafft sich auf den Sport zu konzentrieren. Sonst werden ja viele Springer einfach überquatscht oder Bielek macht sich über seine eignen Unzulänhlichkeiten lustig…..

  3. Endlich mal wieder ein kompetenter Kommentator bei Eurosport.
    Muss nur noch Sven Hannawald mit seinen ständigen „ein Tick zu viel“, „tendenziell“ und „verkantete Skier“ abgelöst werden.

    Glückwunsch an Stoch, war ein sehr spannendes und faires Springen heute.

    • Also ich fands eher tröge und langweilig. Hannawald hat Ahnung wie kaum ein Zweiter, das hat er heute wieder bewiesen. Aber mit Matze ist es halt viel unterhaltsamer. 🙂 Egal, jeder darf seine Meinung haben.

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