Kraft wird erneut Weltmeister, Silber an Wellinger

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Stefan Kraft ist auch auf der Großschanze der beste Skispringer dieser WM: Der Österreicher sichert sich auch auf der Großschanze den Weltmeistertitel. Andreas Wellinger sichert sich erneut Silber, Bronze geht an den Polen Piotr Zyla.

Mit zwei Sprüngen auf 127,5 Metern sowie 279,3 Punkten sicherte sich Stefan Kraft am Donnerstagabend im finnischen Lahti seinen zweiten Weltmeistertitel. Der 23-jährige Österreicher, der am vergangenen Wochenende schon auf der Normalschanze triumphierte, setzte sich in einem hochspannenden Wettbewerb vor rund 20.000 Zuschauern mit knappem Vorsprung gegen den Deutschen Andreas Wellinger durch, der mit 127,5 und 129 Metern (278 P.) erneut die Silbermedaille gewinnt. Piotr Zyla sicherte sich mit 127,5 und der Tagesbestweite von 131 Metern (276,7 P.) die Bronzemedaille – es ist das erste Edelmetall für Polen bei diesen Titelkämpfen.





Den Grundstein zu seinem zweiten Weltmeistertitel innerhalb von nur fünf Tagen legte Kraft schon im ersten Wertungsdurchgang. Zur Halbzeit lag der Österreicher mit einem knappen Vorsprung von nur 0,9 Punkten vor Wellinger und dem Norweger Andreas Stjernen in Führung. Im Finale war es dann der Pole Zyla, der mit der Höchstweite eine starke Aufholdjagd hinlegte und sich vom sechsten Platz nach vorne katapultieren konnte.

Wellinger scheitert an den Haltungsnoten

Krafts Vorsprung auf den erneut zweitplatzierten Wellinger fiel mit 1,3 Punkten erneut knapp aus – am Ende haben nicht nur die Sprungweiten, sondern vor allem die Haltungsnoten entschieden. „Stefan war zweimal knapp vor mir, aber es ist auch geil hier Silber feiern zu können. Ich weiß auch nicht genau, warum Stefan um zwei Punkte höhere Noten erhält – aber im Moment ist mir das ziemlich egal“, erklärte Wellinger nach dem Wettkampf.

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Markus Eisenbichler, Bronzemedaillen-Gewinner von der Normalschanze, kam mit 125,5 und 123,5 Metern diesmal nicht über den 13. Platz hinaus. Der Willinger Stephan Leyhe lag nach dem ersten Durchgang mit 125 Metern noch aussichtsreich auf dem neunten Platz, fiel mit schwachen 117,5 Metern im Finale dann aber auf Position 13 zurück.  Der Sachse Richard Freitag komplettierte das mannschaftlich gute Ergebnis des DSV-Quartetts als 16.

Polen mannschaftlich bärenstark

Bevor am Samstag die letzten WM-Medaillen im Team-Wettbewerb vergeben werden, demonstrierten vor allem die polnischen Skispringer ihre Mannschaftsstärke. Alle vier Springer aus der Mannschaft von Cheftrainer Cheftrainer Stefan Horngacher landeten unter den Top Ten – Maciej Kot, der Gesamtweltcup-Führende Kamil Stoch und Dawid Kubacki belegten die Plätze sechs bis acht.

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Weiterhin ohne Medaillen bleiben hingegen die Norweger, die sich auf der Großschanze jedoch deutlich besser geschlagen haben als auf der Normalschanze in der vergangenen Woche. Andreas Stjernen und Anders Fannemel verpassten auf den Plätzen vier und fünf die Medaillenränge nur knapp, Daniel Andre Tande wurde Zehnter. Komplettiert wird das starke Abschneiden der Norweger durch Johann Andre Forfang als Zwölfter.

Hayböck verpasst Top Ten, nur zwei Slowenen im Finale

Mit Ausnahme des alles überragenden Stefan Kraft gab es für die österreichischen Skispringer bei der vorletzten WM-Entscheidung nicht viel zu holen. Michael Hayböck wurde mit 121,5 und 128 Metern als zweitbester Österreicher Elfter, der im Training noch starke Manuel Fettner belegte den 18. Platz. Der 24-jährige Markus Schiffner, dem Österreichs Chefcoach Heinz Kuttin gegenüber Rekord-Weltcupsieger Gregor Schlierenzauer auf der Großschanze den Vorzug gewährte, wurde 22.

Nur zwei Slowenen im Finale

Die sonst so starken slowenischen Skispringer bleiben beim Saisonhöhepunkt weiterhin ohne Edelmetal. Lediglich zwei Skispringer aus der Mannschaft von Cheftrainer Goran Janus schafften den Sprung in den Finaldurchgang – doch weder Pter Prevc (9.), noch Jernej Damjan (21.) konnten im Kampf um die vorderen Plätze mitmischen.

Überraschend stark präsentierten sich hingegen die heimischen Skispringer aus Finnland. Ausgerechnet der 21-jährige Qualifikationssieger Antti Aalto verpasste als einziger Finne mit Platz 31 denkbar knapp den Sprung ins Finale – mit Janne Ahonen (23.), Ville Larinto (26.) und  Jarkko Määttä (27.) schafften es diesmal jedoch immerhin drei Skispringer aus dem Gastgeberland unter die Top-30.





Oldie Noriaki Kasai aus Japan verpasste als 32. ebenso wie die beiden Slowenen Jurij Tepes (34.) und Anze Lanisek (36.) den Sprung ins Finale.

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Bevor am Samstag mit dem Team-Wettbewerb auf der Großschanze die letzte Entscheidung bei der diesjährigen Nordischen Ski-WM in Lahti auf dem Programm steht, findet am Freitag ab 16:30 Uhr (MEZ / live bei skispringen.com) ein weiteres Training statt.

15 Kommentare

    • So ein Schwachsinn. Dafür wurde die Windregel eingeführt und das mit Recht. Zyla hatte im 2. DG den besten Wind mit Stoch zusammen, Stjernen im 1.DG. Kraft und Wellinger hatten eher miesen Wind.

    • Wieso? Der Kraft kriegt bessere Haltungsnoten, weil er eine bessere Figur hat, wenn man nicht schwul ist, kann man sowieso nicht Punkterichter werden.

  1. Ist doch schon die letzten Springen so gewesen. Kraft hält die Arme weg vom Körper und zappelt in der Luft wie ein Lämmerschwanz. Nie und nimmer 18.5 oder besser. Wellinger wird klar benachteiligt in letzter Zeit.

    • Was willst du eigentlich?
      Die Punkterichter geben sicher ihr bestes! Beim Kraft is er halt 19,5 cm lang geworden und beim Wellinger halt nur 18,5 cm.

      Meiner wird meistens viel länger, aber nur beim Damenskispringen.

      • Was bist du für ein Heinz? Hier geht es um Haltungspunkte. Hier will keiner deine Sch…länge wissen, du perverse S…! Geh auf irgend ein Pornoportal und gib dort deine dummen Sprüche ab. Du hast doch von Skispringen null Ahnung!

  2. Ist eigentlich niemandem aufgefallen, dass der österreichische Punktrichter zwischendurch öfter mal die Note 20 vergeben hat? Kasai z.B. hat für seinen Sprung von ihm die 20 bekommen. Die Springer vor und nach ihm auch. Technischer Defekt oder wie erklärt man sich das?

  3. Sorry aber ich verstehe diese ganze Diskussion nicht.
    Die Kampfrichter haben seit Anfang der Saison die Vorgabe einen tiefen und weichen Telemark deutlich höher zu bewerten als einen normalen Telemark.
    Kraft landet ihn butterweich und Wellinger steht wie ein Stock von daher ganz klar Sieg für Kraft

    • Bei den Punkterichtern ist es genau umgekehrt:
      Bei Wellinger haben sie ihn butterweich und bei Kraft steht er wie ein Stock.

      • Der Punktrichter aus Austria war bei Kasai und Dito Sprung auf WC.
        Darum kam diese Note 20 !!!! 3 Minuten Lage es gibt kein Wechsel Person bei Punktrichter. Der Beweis ist Internationale Protokoll .

  4. Kann mir mal jemand verraten, wieso die Kommentare von diesem
    Ärgerwürstchen überhaupt freigeschaltet werden.? Ich zitiere:

    „Meiner wird meistens viel länger, aber nur beim Damenskispringen.“

    Hallo Moderatoren, geht’s noch..?

    Ansonsten teile ich die Auffassung von Herrn Schuster, fragwürdige
    Entscheidung. Nachdem der österreichische Kampfrichter 2x die
    20 nacheinander gezückt hat und sonst immer eher zu niedrig
    angesetzt wird, sollte das mal thematisiert werden. Soll aber nicht
    heißen, dass ich dem Krafti den Sieg nicht gönne, aber manchmal
    hab‘ ich den Eindruck, die Kampfrichter sind blind oder erfüllen
    irgendjemandes Vorgaben. Das wäre sehr schade.

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