DSV-Skispringer verpassen Podium

Sieg mit Riesenvorsprung: Dawid Kubacki dominiert in Titisee-Neustadt

Foto: imago / Eibner

Dawid Kubacki fliegt in Titisee-Neustadt der Konkurrenz davon und feiert mit umgerechnet mehr als 14 Metern Vorsprung seinen dritten Saisonsieg. Karl Geiger wird erneut bester Deutscher und verpasst das Podium nur knapp.

Mit Sprüngen auf 139,5 und 143 Meter sicherte sich Dawid Kubacki den Sieg beim zweiten Einzelspringen des langen Skisprung-Wochenendes in Titisee-Neustadt. Der Pole erzielte am Sonntagnachmittag insgesamt 309,7 Punkte und setzte sich damit gegen den Slowenen Anze Lanisek durch, der auf 132,5 und 138,5 Meter (284 P.) kam. Den dritten Platz belegte Stefan Kraft aus Österreich mit 131 und 141,5 Metern (283,1 P.).

Den Grundstein zum achten Weltcupsieg seiner Karriere und den dritten in dieser Saison legte Kubacki schon im ersten Durchgang. Mit 12,6 Punkten Vorsprung ist der 32-Jährige ins Finale gestartet und konnte diesen trotz vergleichsweise schwieriger Windbedingungen sogar noch auf 25,7 Zähler – umgerechnet mehr als 14 Meter – ausbauen.

Geiger verpasst Podest nur knapp

Mit Weiten von 132 und 138 Metern war Karl Geiger wie schon am Freitag bester deutscher Skispringer. Nach dem achten Platz zur Halbzeit steigerte sich der Oberstdorfer im Finaldurchgang auf den fünften Platz, den er punktgleich mit dem zur Halbzeit noch zweitplatzierten Halvor Egner Granerud aus Norwegen belegt hat.

„Ich nehme eine große Portion Selbstbewusstsein mit. Ich hätte nicht gedacht, dass es schon ein so gutes Wochenende wird. Das Feld ist extrem stark, daher bin ich mit meiner Leistung mega-happy“, analysierte Geiger, der schon am Freitag für den ersten deutschen Podestplatz in dieser Saison gesorgt hat.

Markus Eisenbichler wusste vor allem im zweiten Durchgang mit 135,5 Metern zu überzeugen und belegte am Ende den neunten Platz. „Der zweite Sprung war besser als der erste, aber in der ersten Phase des Sprungs fühle ich mich noch immer nicht ganz wohl. Das Ergebnis nehme ich mit und merke, dass es von Tag zu Tag ein bisschen besser geht“, sagte Eisenbichler dem ‚ZDF‘.

Horngacher: „Noch ein bisschen entfernt von der Spitze“

Weitere Weltcuppunkte sammelten aus der Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher auch Pius Paschke (13.), Stephan Leyhe (15.), Constantin Schmid (21.) und Andreas Wellinger (27.). „Wir haben einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht an diesem Wochenende. Wir sind noch ein bisschen entfernt von der absoluten Spitze, aber es geht in die richtige Richtung“, analysierte Horngacher.

Nicht nur in der Spitze unschlagbar, sondern auch dahinter breit aufgestellt hat sich einmal mehr die polnische Mannschaft präsentiert. Neben dem überragenden Kubacki überzeugten auch Piotr Zyla als Vierter sowie Kamil Stoch: Zwei Tage nach seinem enttäuschenden Aus mit Platz 40 im ersten Durchgang hat sich der Superstar der Polen mit dem achten Platz hinter Norwegens Robert Johansson (7.) erfolgreich zurückgemeldet.

Lindvik scheidet vorzeitig aus

Mit Marius Lindvik aus Norwegen (35.) und Daniel Tschofenig aus Österreich (33.) sind zwei prominente Namen schon nach dem ersten Durchgang ausgeschieden. Der Tscheche Radek Rydl und Muhammet Irfan Cintimar aus der Türkei wurden schon in der zuvor durchgeführten Qualifikation wegen irregulärer Sprunganzüge disqualifiziert.

» Weltcup-Kalender 2022/2023 (Herren): Alle Termine im Überblick

Fortgesetzt wird der Weltcup der Skispringer am kommenden Wochenende in Engelberg, wo am Freitag die Qualifikation auf dem Programm steht und am Wochenende dann zwei Einzelspringen stattfinden. Die Wettbewerbe in der Schweiz sind zugleich Generalprobe für die Vierschanzentournee.

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Über Marco Ries 791 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

3 Kommentare

  1. Ich habe mir Einzelspringen in ZDF angesehen, da ich die fachmännischen Kommentare von Toni Innauer mag. Als sich herausgestellt hat, dass Deutsche keine Spitzenplätze belegt haben, hat ZDF überhaupt keine Ergebnisse gezeigt. Es gab doch die Tafel mit den Ergebnissen, aber nur 1 sek. lang. Ich nenne es Nationalismus pur.

    • Aha, DAS ist also Nationalismus – und auch noch pur!

      Ganz im Ernst, Zeitplanung im TV-Sender ist ein Kapitel für sich, und aus so einem Detail würde ich mal nichts Spezielles heraus lesen wollen. Unabhängig davon: die Enttäuschung über den ausbleibenden Spitzenerfolg beim Heimwettbewerb sollte eigentlich jeder nachvollziehen können. Aber so schlecht wars nun auch wieder nicht, auf jeden Fall eine positive Entwicklung über die letzten Wochen. Wir bleiben dran!

  2. Hallo zusammen,
    ich bin auf der Suche nach den Leuten aus unsere Skispringen-Community von 1999/2000. An diese (Nick-)Namen, kann ich mich noch erinnern:
    Schitti, Cordu/Grillwurst, Jannefan, Ansch, AnjaE, Disch(neichung), Hotte, Oxymoron, Tanja, Toni – aber es waren auf jeden Fall noch einige mehr!
    Ich fände es super, wenn wir uns nach so langer Zeit mal wieder zu einem Springen treffen würden. Zur Kontaktaufnahme hätte ich jetzt vorgeschlagen, dass ihr mir eine DM per Insta schickt (uvb2605) und dann sehen wir weiter, welche Plattform sich dann anbietet 😉 Ich würde mich riiiiiiesig freuen, wenn das irgendwie klappen würde!
    GLG, Uli

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