Selina Freitag starke Zweite

Nika Prevc triumphiert bei Two-Nights-Tour in Garmisch-Partenkirchen

Foto: imago / Sven Simon

Mit deutlichem Vorsprung sichert sich Nika Prevc den Sieg zum Start der Two-Nights-Tour in Garmisch-Partenkirchen. Aus der deutschen Mannschaft glänzt vor allem Selina Freitag – doch auch zwei weitere Deutsche landen unter den Top Ten.

Mit Sprüngen auf 136,5 und 134,5 Meter (271,1 P.) sicherte sich Nika Prevc überlegen den Sieg beim Auftakt der dritten Ausgabe der Two-Nights-Tour. Die Slowenin erzielte an Silvester auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen insgesamt 271,1 Punkte und setzte sich damit gegen Selina Freitag durch, die auf 127 und 135,5 Meter (248 P.) kam. Den dritten Platz belegte Qualifikationssiegerin Nozomi Maruyama aus Japan mit 127 und 133,5 Metern (244,1 P.).

Den Grundstein zu ihrem fünften Saisonsieg legte die Slowenin schon im ersten Durchgang: Zur Halbzeit führte Prevc das Feld vor Freitag und der drittplatzierten Österreicherin Lisa Eder an. Im Finale konnte die 20-jährige Prevc ihren Vorsprung dann sogar noch weiter auf 23,1 Punkte ausbauen.

„Ich bin mit beiden Sprüngen sehr zufrieden, weil sie deutlich besser waren als gestern“, analysierte Prevc und erklärte weiter: „Mit so einer Ausgangsposition kann ich deutlich entspannter nach Oberstdorf reisen.“

Prevc als einzige Two-Nights-Gesamtsiegerin?

Mit ihrem Sieg in Oberstdorf hat Prevc nun beste Aussichten, nach 2023/2024 und 2024/2025 ihren dritten Gesamtsieg bei der Tour zu feiern, der der Vorläufer für eine mögliche Vierschanzentournee der Frauen darstellen soll. Gut möglich also, dass sie die einzige Siegerin der Wettkampfserie bleiben wird – denn ab der kommenden Saison soll es endlich eine gesamte Frauen-Tournee geben. Weil am Bergisel in Innsbruck der Bau einer Flutlichtanlage geplant ist, wollen die Organisatoren zur 75. Vierschanzentournee im kommenden Jahr eine Teilnahme der Frauen an den Qualifikationstagen der Männer ermöglichen.

Lisa Eder konnte ihren dritten Zwischenrang nach dem ersten Durchgang nicht verteidigen, wurde aber starke Vierte. Teamkollegin Julia Mühlbacher, die es über den Weg der Lucky Loser ins Finale geschafft hatte, belegte Position 16. Für ein kleines Stück Skisprung-Geschichte sorgte unterdessen die Chinesin Ping Zeng, die mit Position sechs das beste Weltcupergebnis ihres Landes überhaupt erzielte und dabei sogar Weltcup-Rekordsiegerin Sara Takanashi, die Siebte wurde, hinter sich ließ.

Drei DSV-Skispringerinnen in den Top Ten

Für großen Jubel vor 5.000 Zuschauern an der Olympiaschanze sorgten neben Freitag auch Katharina Schmid und Agnes Reisch, die punktgleich den achten Platz belegt haben – mit drei Athletinnen unter den Top Ten feierte das Team von Bundestrainer Heinz Kuttin also auch aus mannschaftlicher Hinsicht für ein guten Start in die Tour.

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„Es war ein super Wettkampf von ihr. Im letzten Jahr hat sie hier noch die Qualifikation gewonnen, heuer hat sie es dann im Wettkampf rübergebracht“, lobte Kuttin vor allem Freitag und ergänzte mit Blick auf Schmid und Reisch: „Es sind waren Zehntelentscheidungen, mit optimalen Sprüngen wären noch ein paar Plätze drin gewesen. Das waren nur Kleinigkeiten, aber Top Ten sind natürlich immer sehr gut.“

Juliane Seyfarth (25.) kam in ihrem K.o.-Duell nicht an Zeng vorbei und verpasste den Finaldurchgang damit ebenso verpasst wie Julina Kreibich (26.), die auf Teamkollegin Freitag traf. Für die erst 18-Jährige war der Tag aber dennoch ein großer Erfolg, denn sie holte ihre ersten Weltcuppunkte überhaupt. Beste Weltcupergebnisse erzielten zudem die Norwegerin Gyda Westvold Hansen und die Finnin Minja Korhonen als Elfte und 20.

Stroem-Disqualifikation wirbelt Ergebnis durcheinander

Über drei Stunden nach Ende des Wettkampfs vermeldete der Ski-Weltverband FIS, dass Anna Odine Stroem nachträglich disqualifiziert wurde und dadurch alle Athletinnen ab Platz zwölf aufrücken. Bei der Nachkontrolle wurde in einem ihrer Socken eine zusätzliche Sohle gefunden, die gemäß der Internationalen Wettkampfordnung nicht zulässig ist. Nach Aussage ihres Trainers Christian Meyer wurde bei Stroem nach ihrem schweren Sturz und anschließender Knieverletzung in Engelberg im Dezember 2023 ein Schiefstand der Hüften festgestellt.

„Wir glauben, dass sie diese Verletzung aufgrund eines Unterschieds zwischen ihrem linken und rechten Fuß erlitten hat. Deshalb haben wir mit der Sohle ihren rechten Fuß ‚angehoben‘, damit beide Füße im Gleichgewicht sind“, sagte Meyer dem norwegischen Rundfunk ‚NRK‘.

Darüber sei die FIS jedoch nicht informiert worden, wie FIS-Renndirektor Sandro Pertile NRK ‚gegenüber‘ äußerte: „Wir haben die Trainer in Falun informiert, dass sie uns informieren müssen, wenn einer der Athleten zusätzliche technische Ausrüstung verwendet. Nach der heutigen Kontrolle wurden wir darauf aufmerksam gemacht. Nach der Kontrolle erhielten wir den medizinischen Bericht. In den nächsten Stunden werden wir ihn durchgehen.“

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Fortgesetzt wird die Two-Nights-Tour am Neujahrstag in Oberstdorf: Dann stehen ab 13 Uhr zunächst zwei Trainingsdurchgänge auf dem Programm, bevor sich die Athletinnen ab 14:45 Uhr dann der Qualifikation stellen. Das Finale der Tour steigt ab 16:15 Uhr (alles live bei skispringen.com) im Anschluss an das Neujahrsspringen der Männer, das in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wird.

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2 Kommentare

  1. Ich fonde es irgendwie komisch und verwirrend, wenn wir hier über Prevc und Freitag sprechen/lesen. Es wäre so schön, wenn die dt. Sprache ähnlich wie Tschechisch die feminine Form von Nachnamen könnte… Prevc-ova, Freitag-ova.

    Oder in Tittel auf Deutsch einfach auch den Vornamen dazu schreiben (Anregung an die Reaktion).

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