Flugshow in Bad Miterndorf

Skifliegen am Kulm: Prevc überragt mit Schanzenrekord – Wellinger feiert bestes Saisonergebnis

Foto: imago / GEPA

Dome Prevc ist auch zum Abschluss des Skiflug-Weltcups am Kulm das Maß aller Dinge: Der Slowene übertrumpft den Schanzenrekord seines Bruders Peter und fliegt der Konkurrenz davon. Deutscher Lichtblick ist Andreas Wellinger, der sein bestes Saisonergebnis erzielt.

Mit Flügen auf 238 und 245,5 Metern sicherte sich Domen Prevc den Sieg beim zweiten Skiflug-Weltcup im österreichischen Bad Mitterndorf. Der Slowene erzielte am Sonntag insgesamt 463,2 Punkte und war damit wie schon am Vortag nicht zu bezwingen. Hinter ihm belegte Stephan Embacher aus Österreich mit 240,5 und 225 Metern (438,4 P.) den zweiten Platz, gefolgt von Johann Andre Forfang aus Norwegen mit 225,5 und 224 Metern (405 P.).

Schon im ersten Durchgang legte Prevc den Grundstein zum sechsten Weltcupsieg in Folge: Der in diesem Winter dominierende Skispringer sprang mit 238 Metern zwar zweieinhalb Meter kürzer als Embacher, ging aber mit einem um zwei Luken verkürzten Anlauf an den Start. Mit 12,8 Punkten Vorsprung ins Finale gestartet, segelte der 26-Jährige fulminant auf 245,5 Metern und nahm damit seinem älteren Bruder Peter den seit 2016 bestehenden Schanzenrekord von 244 Metern ab.

Der sechste Sieg in Folge zementiert damit auch schon bald den Gesamtweltcup: Prevc liegt nun bereits 761 Punkte vor dem Japaner Ryoyu Kobayashi (heute Achter) und könnte schon am kommenden Wochenende den Gesamtsieg feiern.

Bestes Saisonergebnis: Wellinger setzt Aufwärtstrend fort

Aus deutscher Sicht war Andreas Wellinger größter Lichtblick: Der Skispringer aus Ruhpolding landete mit 223 und 219,5 Metern 10,9 Punkte hinter dem Podest auf einem starken fünften Platz – und erzielte damit sein bestes Saisonergebnis in einem bislang schwierigem Winter. „Die Flüge sind immer besser geworden – von Freitag auf Samstag und von gestern auf heute“, erklärte der 30-Jährige in der ‚ARD‘: “

Nicht optimal lief es hingegen für Olympiasieger Philipp Raimund, der sich nach 215,5 und 212,5 Metern diesmal mit dem 16. Platz direkt vor Teamkollege Karl Geiger (17.) zufrieden geben musste.

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„Mit Andi bin ich sehr zufrieden heute, er hat sich nochmal gesteigert und einen stabilen, guten Wettkampf gemacht. Aber auch mit Philipp bin ich recht zufrieden, seine Sprünge sind sehr stabil, aber ihm fehlt noch die Flugerfahrung – er ist noch nicht der Skiflieger, er ist der Olympiasieger von der kleinen Schanze. Auf der Flugschanze muss er sich noch herantasten“, analysierte Bundestrainer Stefan Horngacher über seine beiden aktuell besten Skispringer.

Für Pius Paschke (32.) und Luca Roth (36.) war hingegen schon nach dem ersten Durchgang Schluss. Felix Hoffmann springt seiner Form weiterhin hinterher und ist mit Platz 41 schon an der im Vorfeld durchgeführten Qualifikation gescheitert.

Das erste Weltcup-Wochenende nach den Olympischen Winterspielen ist in Abwesenheit von Ren Nikaido zu Ende gegangen: Auch am Sonntag konnte der Japaner nicht nach Mitteleuropa weiterreisen, nachdem er seit einem Zwischenstopp in Dubai aufgrund des Nahostkonflikts gestrandet ist. Der Gesamtweltcup-Vierte wird erst am kommenden Wochenende wieder ins Geschehen eingreifen können.

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Dann wird der Weltcup im finnischen Lahti fortgesetzt, wo von Freitag bis Sonntag gleich drei Wettkämpfe auf dem Plan stehen – zwei Einzel, eines davon als Ersatz für Ruka, wo Ende November windbedingt abgesagt wurde, sowie ein Super-Team.

Mehr dazu gleich hier bei skispringen.com.

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Über Marco Ries 996 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist und Autor (u.a. das Buch „Unnützes Skisprungwissen“).

30 Kommentare

  1. Zum Thema „hungern sich halb tot “ möchte ich mal sagen, lieber schlank oder zaundürr und fit und agil, wie man wohl in diesem Sport sein muss, als diese immer bequemlichere und oft dickliche Jugendliche, wo kaum noch Bewegung stattfindet. Z. B. E- Roller statt Fahrrad

  2. Laut eurer Termin-Übersicht stehen aber nur noch 7 Einzelwettbewerbe aus, wodurch er den Gesamtweltcup schon gewonnen hätte – und nicht erst, wie es im Artikel steht, am nächsten Wochenende perfekt machen könnte.
    Das passt nicht zusammen. Entweder die Einschätzung im Artikel stimmt (wovon ich ausgehe); aber dann stimmt eure Terminübersicht nicht. Oder die ist korrekt. Was ist es nun? 🙂

  3. Ich freue mich, dass dieses Jahr, vielleicht noch nächstes Jahr, mal ein so freundlicher und bodenständigen Typ, wie Domen, der beste ist. Wenn ich an diesen arroganten Schlierensauer denke!
    Die Springer müssen mindestens, mehr werden sie auch nicht haben/wollen, einen BMI von 21 haben. Die Springer sind heutzutage teilweise recht groß gewachsen und erscheinen dadurch natürlich um so dünner.
    Embacher ist ein großartiger Springer und seine Zeit wird noch kommen.

    • BMI ist ja Gewicht in kg geteilt durch (Größe in m)^2,
      – wieviel das ausmacht zum Beispiel bei 1,80 oder 1,90 m Größe:

      (a) bei 1,80 m ist
      BMI = Gewicht [kg] / ( 1,8 * 1,8 ) = Gewicht [kg] / 3,24 ;
      (b) bei 1,90 m ist
      BMI = Gewicht [kg] / ( 1,9 * 1,9 ) = Gewicht [kg] / 3,61
      -> -> ->
      BMI = 21 hieße also (a) bei 1,80 m: Gewicht = 3,24 * 21 = 68,04 kg
      =================== (b) bei 1,90 m: Gewicht = 3,61 * 21 = 75,81 kg

      (und BMI GRÖßER als 21 heißt dementsprechend
      bei 1,80 m: Gewicht KLEINER als 68,04 kg ,
      bei 1,90 m: Gewicht KLEINER als 75,81 kg )

    • BMI ist ja Gewicht in kg geteilt durch (Größe in m)^2, also Gewicht [kg] = BMI * (Größe [m])^2. /———/ Wieviel das ausmacht zum Beispiel bei 1,80 oder 1,90 m Größe: | (a) bei 1,80 m ist Gewicht [kg] = 3,24 * BMI ; (b) bei 1,90 m ist Gewicht [kg] = 3,61 * BMI. /———-/ An der Grenze, bei BMI = 21, wäre das jeweils: | (a) bei 1,80 m: 68,04 kg ; (b) bei 1,90 m: 75,81 kg .

      (und BMI GRÖßER als 21 heißt dementsprechend
      bei 1,80 m: Gewicht KLEINER als 68,04 kg ,
      bei 1,90 m: Gewicht KLEINER als 75,81 kg )

    • BMI ist ja Gewicht in kg geteilt durch (Größe in m)^2, also Gewicht [kg] = BMI * (Größe [m])^2. /———/ Wieviel das ausmacht zum Beispiel bei 1,80 oder 1,90 m Größe: | (a) bei 1,80 m ist Gewicht [kg] = 3,24 * BMI ; (b) bei 1,90 m ist Gewicht [kg] = 3,61 * BMI. /———-/ An der Grenze, bei BMI = 21, wäre das jeweils: | (a) bei 1,80 m: 68,04 kg ; (b) bei 1,90 m: 75,81 kg .

      • Inga Hansen: Auch wenn Sie dreimal wiederholen, ist es genau andersherum. Ein höherer BMI bei gleichbleibender Grösse bedeut klar und eindeutig doch wohl immer noch MEHR Gewicht!!!
        Und ich kenne Domen Prevc nicht nur von Fotos. Der wiegt garantiert jetzt unter 60 kg bei angegebenen 1,74 Grösse. Rechnen Sie mal den BMI aus. Ok, springt er halt kürzere Ski. Noriaki Kasai hat mal gesagt, pro kg weniger ca. 4 m weiter, pro cm weniger Ski zwei Meter kürzer… da fällt die Wahl doch leicht. Seine eigenen Erfolge stellten sich wieder ein nachdem er massiv abgenommen hat. Hat er selbst so gesagt. Und selbst Herr Hofer hat mal gesagt dass die Springer die BMI-Regel aushebeln, weil sie heute technisch in der Lage sind mit kürzeren Ski viel weiter zu springen als früher.

        • Dreimal wiederholen war keine Absicht :-), sorry | Ich wollte noch etwas korrigieren bzw. die ersten beiden Stellen ganz weglassen – hat nicht geklappt, was ich wegen der Verzögerung duch die Modeatino (die ja gut ist) nicht gleich sehen konnte.

        • „Rechnen Sie mal den BMI aus“, gerne: 60 kg bei 1,74 m ergäbe BMI = 60 / 3,0276, das ist schon unter 20, – und bei UNTER 60 kg ist der BMI dann noch kleiner, klar.

  4. Domen´s diesjährige Dominaz löst eher ein zwiespältiges Gefühl aus. Der Attraktivität der Sportart ist dies nicht sehr zuträglich, lebt der Wettkampfsport doch insb. von Konkurrenz, Spannung und sich daraus ergebenden Geschichten/Storytelling. Das wäre für Fans, Medien, Sponsoren allemal interessanter als die Frage, wie groß ist der Abstand zwischen Domen und dem Rest denn diesmal ? Zumal die Betrugsthematik auch ihr übriges beiträgt und manche Zuschauer dadurch vegrault wurden.

    • als langjähriger Fan des Sports tut die Dominanz von Domen für mich nichts Negatives auslösen…ich mag den Kerl und bin ebenfalls natürlich Fan der Deutschen Springer…ich schalte immer gerne ein und es ist immer spannend…

      • @Peter Schmidt. Spannend ? Aktuell nur bgzl. der Frage „Wer belegt die Plätze 2 bis Fortfolgende“. Jeder Sportart tut ein enger Wettbewerb auch um Platz 1 besser als die Dominanz durch einen Athleten (Beispiel: Das Duell zwischen S. Freund und P. Prevc um den Gesamtweltcup 2014/15, welches erst am letzten Wettkampfwochenende zugunsten S. Freund entschieden wurde).

        • Einen außer der Reihe („eigene Liga“) gab es doch fast jedes Jahr.
          Mal hieß er Jacobsen, mal Ahonen, mal Schlieri, mal Janda. Im Jahr x+1 gab es nicht die „Garantie“ vorab.

  5. Irgendwann hungert sich leider einer zu Tode… und das ausgerechnet Herr Hannawald, dem das ja fast gelungen ist seinerzeit, so jubelt über Domen Prevc, ist mir ein Rätsel. Prevc ist nur noch Haut und Knochen und seine Schwester Nika sieht schon aus wie halbtot… furchtbar.

    • Sigurd Pettersen war das damals mit BMI 16 oder 17
      Nun, wir wissen aber, dass Domen mit jmd. zu Abend essen war. Er wird dort schon einen eigenen Teller gehabt haben. ^^

      • Peter Söffner: Schauen Sie sich mal ältere Fotos von Domen Prevc an. Der war immer recht „propper“. Und jetzt? Es wird ja schon an anderer Stelle gemutmasst dass die Springer sich der Abnehmspritze Ozempic (die nicht auf der Liste der verbotenen Medikation steht) bedienen. Das ist alles ziemlich krank…

        • aber hat denn das Gewicht nicht eine direkte Auswirkung auf die Ski? Das wird doch ebenfalls immer alles geprüft…gibt es denn Beweise dafür, dass sich das Gewicht von Domen signifikant verändert hat, außer „der sah früher auf Bildern anders aus“?

        • Das Gewicht eines Skispringers hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl der Skilänge und die aerodynamische Leistung, da es über den Body-Mass-Index (BMI) (Körpergröße im Verhältnis zum Gewicht) reguliert wird. Um maximale Tragfläche (lange Skier, bis zu 145 % der Körpergröße) nutzen zu können, ist ein Mindest-BMI von derzeit 21 erforderlich.

          • die Verbesserung in der Medizin bei der Einführung des BMI (zur Beurteilung des Ernährungszustandes) war, dass das Gewicht nicht mehr durch die Körpergröße, sondern durch das Quadrat der Körpergröße geteilt wird. Also z.B. 1,70 m Größe => BMI = Gewicht [kg] / 3,24 bzw. umgerechnet: Gewicht = BMI * 2,89 kg. /———————-/ Bei 1,80 m ergibt sich: Gewicht = BMI * 3,24 kg, bei 1,90 m: Gewicht = BMI * 3,61 kg. /————–/ Das Modell berücksichtigt durch das Quadrat also die Dreidimensionalität des Körpers – sozusagen die Zunahme von Länge, Breite und Höhe. Deshalb müssen größere Springer für denselben BMI im Prinzip nicht dünner sein als kleinere.

          • die Verbesserung in der Medizin bei der Einführung des BMI (zur Beurteilung des Ernährungszustandes) war, dass das Gewicht nicht mehr durch die Körpergröße, sondern durch das Quadrat der Körpergröße geteilt wird. Also z.B. 1,70 m Größe => BMI = Gewicht [kg] / 2,89 bzw. umgeformt: Gewicht = BMI * 2,89 kg. /———————-/ Bei 1,80 m ergibt sich: Gewicht = BMI * 3,24 kg, bei 1,90 m: Gewicht = BMI * 3,61 kg. /————–/ Das Modell berücksichtigt durch das Quadrat also die Dreidimensionalität des Körpers – sozusagen die Zunahme von Länge, Breite und Höhe. Deshalb müssen größere Springer für denselben BMI im Prinzip nicht dünner sein als kleinere.

    • Ich meine, es gibt die Regel mit einem BMI von 22.
      Man muss aber auch sehen, dass die Saison schon hart ist mit Olympia dazu. In der Woche vor Kulm waren dann auch noch nationale Meisterschaften u. a. in Slowenien. Das geht natürlich schon sehr an die Substanz, einen Wettbewerb nach dem anderen mitmachen zu müssen.
      Wahrscheinlich sind die meisten froh, wenn Planica vorbei ist und alle Springer und Springerinnen Urlaub machen können.

    • kann ich voll und ganz zustimmen!!!
      Man mag die Beiden nicht ansehen,sie tun einem nur noch leid.Der Preis,seine Gesundheit so aufs Spiel zu setzen,ist viel zu groß!!

      • diese Männer sind Leistungssportler aus reiner Liebe zum Sport! Denken Sie ernsthaft, die Springer würden sich das alles „antun“, wenn Sie es nicht unbedingt wöllten? Domen schreibt sich gerade in die Geschichtsbücher, er leidet dafür gerne.

  6. wenn man bedenkt, dass Embacher bereits 33,4 Punkte Vorsprung vor dem dritten Platz hatte und Prevc vor Embacher 24,8 Punkte Vorsprung hatte, muss man immer wieder ungläubig den Kopf schütteln, was Domen dort macht…eigene Liga trifft es zwar gut, aber im Grunde fallen mir keine weiteren Superlative mehr ein…man kann nur mit offenem Mund Staunen…

  7. Es sind doch nur noch 7 Einzelwettkämpfe oder sehe ich das falsch?
    1 Einzelwettkampf Lahti und 1 Super Team
    2 Einzelwettkämpfe in Oslo, Vikersund und Planica.
    Damit hätte Domen Prevc den Gesamtweltcup mit über 700 Punkten bereits sicher.
    Oder wird ein Wettkampf noch nachgeholt?

  8. Tomofumi Naito wird die geliehenen Ski heute nach mit ins Bett nehmen und nie wieder hergeben.

    Unabhängig vom überragenden Prevc war das für mich die beste Leistung des Tages.

  9. Das, was Domen Prevc da gerade macht, ist historisch. Ich habe noch nie einen Springer gesehen, der der Konkurrenz dermaßen um die Ohren fliegt. Und ich schaue den Sport seit 1990. Es gab natürlich immer wieder dominante Leute, z.B. Ahonen, Malysz, Schlierenzauer, P. Prevc oder zuletzt Granerud und Kobayashi. Aber Domen setzt noch einen drauf, weil er nicht einfach nur gewinnt, sondern alles in Grund und Boden springt. Vor allem auf Flugschanzen ist er, sofern er seinen Sprung trifft, unschlagbar.

    Kompliment an die Jury heute, sie hat den Anlauf super gemanagt. Wobei man bei Domen auch immer ein bisschen beten muss, dass er nicht zu weit fliegt, selbst aus einer tieferen Luke.

    Schönes Ergebnis auch für Wellinger, waren zwei tolle Flüge von ihm heute.

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