Pesonalwechsel beim ÖSV

Heinz Kuttin tritt als österreichischer Cheftrainer zurück

Foto: GEPA

Heinz Kuttin beendet seine Tätigkeit als Cheftrainer der österreichischen Skispringer, nachdem er während einer erfolglosen Olympia-Saison in Kritik geraten ist. Für das Amt des Sportdirektors Ernst Vettori hat der ÖSV bereits einen Nachfolger.

Paukenschlag in der Alpenrepublik! Am Ende ging es ganz schnell – und am Dienstag bestätigte der Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), Peter Schröcksnadel, bei einer Pressekonferenz in Innsbruck das, was viele bereits geahnt hatten: Heinz Kuttin hört demnach als Cheftrainer der österreichischen Skispringer auf.

Der 47-Jährige, der vor vier Jahren als Nachfolger von Alexander Pointner neuer Cheftrainer von Schlierenzauer, Morgenstern, Kraft und Co. wurde, bat den ÖSV demnach um eine Auflösung seines Vertrages, der eigentlich erst zum Ende der WM-Saison 2018/2019 ausgelaufen wäre.

Massive Kritik nach erfolgloser Saison

Bei seiner Erklärung wies Schröcksnadel auf die öffentlichen Diffamierungen hin, auch seine Familie sei „attackiert“ worden. „Manche Menschen sind eben sensibler. Das bitte ich auch die Medien zu berücksichtigen“, sagte Schröcksnadel in Innsbruck.

Zuletzt sind die österreichischen Skispringer den früheren Erfolgen hinterher gesprungen, erstmals seit 2000/2001 ist die Alpenrepublik in der Weltcup-Saison ohne einen einzigen Sieg geblieben. Schon am Rande des Weltcup-Finales in Planica hatten Fans vereinzelt mit Plakaten einen Rauswurf Kuttins gefordert.

Mario Stecher folgt auf Ernst Vettori

Im Lager der Skispringer bleibt ein Jahr vor der Heim-WM in Seefeld kein Stein auf dem anderen, denn auch auf dem Posten des Sportdirektors gibt es einen Personalwechsel: Ernst Vettori hatte schon während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang angedeutet, sein Amt nach der Saison niederzulegen. Inzwischen steht mit dem ehemaligen Nordischen Kombinierer Mario Stecher sein Nachfolger fest.

Wer auf Cheftrainer Kuttin folgen soll, steht hingegen noch nicht fest. Das wird nun auch Aufgabe von Mario Stecher sein. Man werde zunächst versuchen, „im eigenen Bereich“ einen Kandidaten zu finden, sagte Stecher der ‚APA‘.

» Wer geht? Wer bleibt? Trainerkarussell nimmt Fahrt auf

Unwahrscheinlich ist, dass man einen der erfolgreichen österreichischen Trainer, die im Ausland aktiv sind, zurückholen kann: Der Vertrag von Bundestrainer Werner Schuster läuft erst 2019 aus, Polens Cheftrainer Stefan Horngacher und Norwegens Coach Alexander Stöckl haben zuletzt ihre bestehenden Verträge bis 2019 (Horngacher) bzw. 2022 (Stöckl) verlängert.

Über Marco Ries 499 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

33 Kommentare

  1. So habe nun die Schnauze endgültig voll bin ab jetzt für die Polen um König Kamil unsere Ösis eher Dösis sind ein Haufen Versager !!! Hoch lebe König Kamil

  2. Ich finde es sehr schade, aber die Welt ist so, klappt was nicht , dann wird ausgesiebt. Verstehe wer will. Es ist doch nicht nur der Trainer, es ist das Gesamtpaket. Ich wünsche Herrn Kuttin alles Gute !

  3. Wie kann man nur so respektlos mit diesen, mehr als symphatischen Trainer umgehen ???? Für mich ist es ganz normal,dass von den Teilnehmern in einer Skisprung-Saison nicht die gleich guten oder sehr guten Leistungen erwartet werden können, auch wenn man sich dies wünscht. Nur dem Trainer die Schuld zu geben greift wirklich zu kurz und vor allem ihn und seine Familie zu bedrohen, geht gar nicht!!!!! Die Fans in Planica, die mit Plakaten seinen Rücktritt forderten!!!sollten sich mehr als nur “ s c h a e m e n“. Herr Kuttin,ich auf alle Fälle wünsche ihnen beruflich wie privat für die Zukunft alles gute.

    • Ich sehe das genau so, und ich verstehe Kuttin auch, wenn er sich das nicht mehr antun möchte. Ich glaube, dass dieser sympathische Trainer durchaus Erfolg gehabt hätte, aber wenn sich alles gegen ihn verschwört, dann ist der Misserfolg vorprogrammiert. Wie auch immer, ich wünsche ihm eine ruhigere und bessere Zeit und seinem Nachfolger alles Gute, der wird’s nicht leichter haben.

    • Ich bin ganz deiner Meinung!
      Der ÖSV hat einen Punkt erreicht, den der DSV damals nach der Ära Thoma, Hannawald und Schmidt hatte, da der gut ausgebildete Nachwuchs fehlte. Nach Olympia 2014 war da einfach ein Loch, trotz einiger junger Hoffnungsschimmer. Doch da sollte man dann auch nicht den Druck namens Olympia vergessen.
      Für diese Blamage jedenfalls war der gesamte ÖSV verantwortlich, und das über die letzten Jahre, wo man sich auf den starken Springern ausgeruht hat, und das Verhalten der Fans ist dementsprechend unter aller Kanone. Ich wünsche Herrn Kuttin und seiner Familie alles Gute und Kraft, um diese Phase nun zu überwinden. Un viel Glück an den neuen Trainer, wer auch immer diese Aufgabe annimmt.

  4. Strippenzieher Schröcksnadel ist der einzig falsche in seinem Amt. Er hat Kuttin bei Olympia noch Rückendeckung und Job-Garantie gegeben, will sich jetzt nicht mehr daran erinnern und drängt ihn zum Rücktritt. Lächerlich.

  5. Na endlich. Die Kritik und Attacken sind natürlich nicht in Ordnung und die hat er nicht verdient, der Wechsel war aber wahrscheinlich bitter nötig. Und jetzt holt bitte Markus Mauerberger oder einen anderen Schlierenzauer-Trainer. Die wären schon 2014 die bessere Lösung gewesen.

  6. Wenn der Ausspruch des ÖSV-Präsidenten so wörtlich gefallen ist finde ich das schon sehr respektlos gegenüber einem Trainer. Natürlich wird man immer an seinen Erfolgen gemessen, aber dankbar zu sein für das Engagement in den letzten Jahren und den Erfolgen von Stefan Kraft bzw. Michi Hayböck wäre nicht zu viel erwartet. Aber Schröcksnadel ließ in der Vergangenheit gerne Sportler fallen wie heisst Kartoffeln. Vielleicht sollte man auf der Position mal anfangen über eine Neubesetzung nachzudenken!

  7. jA ENDLICH.
    Ich hab nix gegen ihn als Person aber er reißt nix als Trainer.

    Hoffentlich beendet dass, das seine Familie attackiert wird.

Kommentar schreiben

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


*