Olympische Winterspiele in Pyeongchang

Maren Lundby holt in Pyeongchang Gold, Silber für Katharina Althaus

Foto: GEPA

Maren Lundby wird bei den Olympischen Winterspielen ihrer Favoritenrolle gerecht und sichert sich überlegen die Goldmedaille. Die Oberstdorferin Katharina Althaus jubelt nach einem schwierigen Wettkampf hinter der Norwegerin über Silber.

Diesmal spielten die Nerven bei Maren Lundby mit. Die norwegische Skispringerin wurde als Gesamtweltcup-Führende schon im Vorfeld als Top-Favoritin gehandelt, zeigte bei wichtigen Ereignissen zuletzt aber immer wieder Nerven. Bei der Entscheidung der Skispringerinnen in Pyeongchang war die 23-Jährige aber die überlegene Springerin.

Lundby erzielte mit Sprüngen auf 105,5 und 110 Meter insgesamt 264,6 Punkte und setzte sich in einem schwierigen, aber hochspannenden Wettbewerb auf der Normalschanze gegen die Deutsche Katharina Althaus durch, die auf 106,5 und 106 Meter (252,6 P.) kam. Althaus holt damit das nächste Edelmetall für Deutschland. Erste Gratulantin war Titelverteidigerin Carina Vogt, die ihrer Teamkollegin aus Oberstdorf schon im Schanzenauslauf um den Hals fiel.

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Auch Sara Takanashi ergänzte ihre Titelsammlung endlich durch eine olympische Medaille: Die Japanerin, die mit insgesamt 53 Weltcupsiegen Rekordhalterin bei den Frauen ist, war bereits mehrfach als Favoritin zu Großereignissen gefahren, ist dann aber stets leer ausgegangen. In Südkorea sicherte sich die 21-Jährige mit zwei Sprüngen auf jeweils 103,5 Meter (243,8 P.) die Bronzemedaille.

Ähnlich wie zwei Tage zuvor bei den Männern bereitete der wechselhafte Wind in Pyeongchang einige Probleme, sorgte immer wieder für Verzögerungen. Die siegreiche Norwegerin führte das Feld schon zur Halbzeit vor Althaus und Takanashi an. Im Finale machte Lundby den bislang größten Erfolg ihrer Karriere mit überlegener Dominanz perfekt.

Carina Vogt verpasst Medaillen

Carina Vogt, die sich vor vier Jahren in Sotschi die erste Goldmedaille in der Geschichte des Damen-Skispringens sicherte, verpasste mit Weiten von 97 und 101,5 Metern diesmal die Medaillenränge. Die Skispringerin aus Degenfeld musste im ersten Durchgang bei ungünstigen Windbedingungen starten, machte im Finale dann zumindest noch einen Platz gut und wurde hinter der Russin Irina Avvakumova (4.) Fünfte.

Auch Ramona Straub (8.) gelang mit zweimal 98,5 Metern der Sprung unter die besten Zehn. Juliane Seyfarth komplettierte das starke Ergebnis der deutschen Mannschaft vor den Augen von Olympiasieger Andreas Wellinger und seinen Mannschaftskollegen als Zehnte.

Iraschko-Stolz beste Österreicherin

Daniela Iraschko-Stolz, die zuletzt mit einer Knieverletzung ausgefallen war und erst kurz vor Olympia ihr Comeback gefeiert hat, belegte als beste österreichische Skispringerin mit 101,5 und 99 Metern den sechsten Platz. Stark präsentierte sich auch Nika Kriznar, die nach guten Trainingsleistungen als Siebte beste Slowenin wurde.

Die einzige Koreanerin am Start, Guylim Park schied als 35. ebenso wie die beiden Italienerinnen Elena Runggaldier (33.) und Evelyn Insam (34.) und die US-Amerikanerin Nita Englund (31.) nach dem ersten Durchgang aus.

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Für die Skispringerinnen sind die Olympischen Winterspiele nach diesem Wettkampf beendet. Erst 2022 könnte es für die Damen zusätzlich zu der Einzel-Entscheidung Medaillen im Team-Wettbewerb oder Mixed-Teamspringen geben, über eine Aufnahme ins olympische Programm wurde jedoch noch nicht endgültig entschieden.

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Einige Athletinnen reisen nun zurück in die Heimat, andere bleiben während der Spiele in Pyeongchang. Der Weltcup wird erst am 11. März im norwegischen Oslo fortgesetzt, danach folgt noch das Finale in Oberstdorf.

Über Marco Ries 506 Artikel
Inhaber und Chefredakteur von skispringen.com. Hat sich nach der Jahrtausendwende von RTL am Skisprungfieber anstecken lassen und 2009 dieses Angebot gegründet. Studiert an der Universität Heidelberg und arbeitet nicht nur im Winter als freier Journalist.

14 Kommentare

    • Maren hat verdient gewonnen und das sage ich als Deutsche. Herzlichen Glückwunsch aber auch an Katharina Althaus zu Silber und an das Rest des deutschen Teams. Auch bei den Damen alle 4 Springerinen unter den Top 10 was für eine Starke Leistung

      • Maren hat verdient gewonnen und das sage ich als Deutsche. Herzlichen Glückwunsch aber auch an Katharina Althaus zu Silber und an den Rest des deutschen Teams. Auch bei den Damen alle 4 Springerinen unter den Top 10 was für eine Starke Leistung

        • an Yvonne:genauso isses. Maren Lundby war die Dominatorin in diser Saison und für mich persönlich die Top-Favoritin.Glückwunsch auch an Katharina Althaus und Sara Takanashi. Die drei besten des Weltcups haben gewonnen Nur eines fehlt: ein olympischer Team-Wettbewerb

          • @bibi: Meiner Meinung nach fehlt nicht nur ein Team-Wettbewerb. Warum lässt man die Frauen nicht auch auf der Großschanze springen? Da hat man heute unter sehr schwierigen Bedingungen hervorragende Sprünge gesehen, mit höchster technischer Präzision. Sicher wirken auf der Großschanze noch einmal andere Kräfte als auf der Normalschanze. Man sollte aber den Frauen trotzdem die Chance geben, auch hier Ihr Können zu zeigen.
            Das deutsche Mannschaftsergebnis ist beeindruckend, ebenso die herausragende Form der Maren Lundby. Ich finde es auch erfreulich, dass sich Iraschko-Stolz so gut von ihrer schweren Verletzung erholt hat. Schade war, dass Carina Vogt und die unmittelbar nach ihr springenden Frauen heute ebenso unter der Kälte zu leiden hatten, wie gestern Ammann, Johansson und Geiger. Wenn voraussehbar ist, dass es zu solch langen Verzögerungen kommen könnte, dann sollte man zumindest unmittelbar am Start Heizstrahler aufstellen. Man hat eine tolle Sprunganlage in Südkorea, aber an einfache Wärmequellen hat scheinbar niemand gedacht.

      • @ Wolfgang Herrmann
        Natürlich hätte Katharina Althaus den Sieg verdient gehabt, wenn sie besser gesprungen wäre wobei Silber ja nicht schlecht ist im Gegenteil. Allerdings muss man auch sagen das Lundby momentan extrem stark ist und letztlich heute verdient gewonnen hat

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